ZukunftsEntdeckerRoute am BodenseePerlenkette der Energiewende

Radolfzell Helio Solarfaehre
Auf 32 Kilometern zwischen Allensbach und Singen können Radfahrer auf der ZukunftsEntdeckerRoute die Highlights der regionalen, Erneuerbaren Energiegewinnung entdecken (Foto: : TSR GmbH/ Kuhnle+Knödler)

Ein Hotelturm mit Solarfassade, ein Wohngebiet, das fast vollständig regenerativ versorgt wird, ein reaktiviertes Wasserkraftwerk: Am westlichen Bodensee finden Radfahrer Freizeitspaß – und mit einer App auch den Weg zu tollen Energieprojekten.

09.06.2026 – Der Bodensee zieht Urlauber und Freizeitgäste an wie noch nie. Radreisen boomen, die Campingplätze am See sind ausgelastet, die Besucherzahlen liegen auf Rekordniveau. So zählte das Amt für Daten und Statistik im Kanton St. Gallen 2024 für den Großraum rund um den See insgesamt 22,3 Millionen Hotelübernachtungen – ein Höchstwert seit Beginn der Erfassung im Jahr 2005.

‚Wenn die Leute schon einmal da sind, können wir ihnen auch Highlights der regionalen Energiegewinnung zeigen‘ – dachten sich die für Klimaschutz und Kreisentwicklung zuständigen Fachleute im Landratsamt Konstanz und konzipierten eine ZukunftsEntdeckerRoute. Auf 32 Kilometern zwischen Allensbach und Singen erfahren die Radfahrer an elf Audiostationen, wie Sonnenenergie und Wasserkraft zur Erzeugung von grünem Strom genutzt und welche Technologien dafür verwendet werden.

Highlights der regionalen Energiegewinnung

Radelt man die Strecke mit durchschnittlich 16 km/h, ist man zwei Stunden unterwegs. Infos an den Stationen entlang der Route liefert die digitale Gästeführer-App Zeigmal (Download per Google- und App-Store), zum Hören und zum Nachlesen. Zu finden ist die Tour in der App im Bereich „Westlicher Bodensee“. Gleichzeitig sind die Projekte auf dem Portal des Landratsamts dargestellt.

Los geht’s im Allensbacher Neubauquartier „s' Dübelhölzle“. Seit 2021 werden dort 22 Wohnungen weitgehend unabhängig von externen Energiequellen versorgt. Die Route führt die App-Nutzer dann zum Lärmschutzwall an der Bundesstraße B33. Auf einer Distanz von etwa einem Kilometer hat die Stadt Allensbach den komplett nach Süden ausgerichteten Wall mit Solarmodulen bestücken lassen. Lärmschutz, Energieerzeugung und Ökologie als dritte Funktion auf der gleichen Fläche: Eine Hecke mit heimischen Gehölzen wurde gepflanzt, Schafe übernehmen die Beweidung unterhalb der Module.

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Bis zum Ziel der Route, dem 1970 stillgelegten und im Dezember 2004 mit aktueller Technik reaktivierten Wasserkraftwerk in Singen, folgen weitere acht Stationen, auf der Höri und in Radolfzell. Alle Details – zu viel sei hier nicht verraten – gibt es in der App. Fest steht: Die Inhalte zeigen, wie ästhetisch sich Projekte der Energiewende in eine klassische Tourismusregion integrieren lassen.

„Ich fand es tatsächlich überraschend, wie viele Superlativen im Bereich der regionalen Energieversorgung zwischen Konstanz und Singen zu finden sind“, sagt App-Entwickler Elias Greve. Gemeinsam mit Start-up-Partner Till Reitlinger hat er die Zeigmal-App zuvor mit Fokus auf touristische Inhalte für 50 Städte in Baden-Württemberg implementiert. Pläne für weitere Routen gibt es nach Auskunft der Kreisverwaltung in Konstanz zunächst nicht. Ausgeschlossen ist das aber nicht. „Wir finden das Thema super cool und sind immer offen für Projekte in dem Bereich“, sagt Elias Greve.

Für die Rückfahrt ab Bahnhof Singen Landesgartenschau kann im Übrigen die Bahn (Seehas) genutzt werden, oder man radelt die gleiche Strecke zurück. bb

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