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Vom härtesten Solarauto-Rennen der Welt

Das Nuon Solar Team aus den Niederlanden hat die World Solar Challenge 2015 gewonnen. (Bild: © Solstice Media Limited/ theleadsouthaustralia.com)
Das Nuon Solar Team aus den Niederlanden hat die World Solar Challenge 2015 gewonnen. (Bild: © Solstice Media Limited/ theleadsouthaustralia.com)

In Australien findet ein Autorennen der besonderen Art statt. Windschnittige Solarflitzer gleiten durch die Wüste, nur Windgeräusche sind zu hören. Die World Solar Challenge klingt heute aus – und lieferte auch dieses Jahr Momente voller Adrenalin.

25.10.2015 – Sie gilt als das härteste Rennen für Solarfahrzeuge der Welt – die World Solar Challenge. Seit Sonntag vergangener Woche rasen die mit Sonnenkraft betriebenen Fahrzeuge durch heiße Wüsten, über brennenden Asphalt und staubige Highways. Die Rennstrecke führt auf öffentlichen Straßen über rund 3.000 Kilometer quer durch Australien von Darwin im Norden nach Adelaide an der Südküste. Heute ist der letzte offizielle Tag des Rennens, bei dem in drei Klassen gefahren wird. In der besonders auf Schnelligkeit ausgerichteten „Challenger Class“ kam es bereits am Donnerstag zu einem nervenaufreibenden Sieg mit Kopf-an-Kopf-Rennen.

Das Nuon Solar Team der Technischen Universität Delft siegte mit nur drei Minuten Abstand zu den eigenen Landsleuten, dem niederländischen Solar Team Twente. Alles war sehr knapp, hatte doch Twente lange an der Spitze gelegen. Nuon-Fahrer Joris Van den Berg erzählte begeistert: „Wir waren die ganze Zeit hinter ihnen, und an dem Morgen, an dem wir von Cooper Pedy nach Glendambo fuhren, wurde uns klar: Das hier ist unsere letzte Chance. Als wir Twente dann endlich überholten, dachte ich: ‚Oh wow, es passiert, es passiert, es passiert‘!“ Mit ein wenig Enttäuschung in der Stimme erklärte Twentes Rennmanagerin Irene Van de Hof: „Der Sieg war so nah, die ganze Zeit.“ Rivalität war den beiden Teams jedoch nicht anzumerken. Nach dem Zieleinlauf in Adelaide sprangen beide in die städtische Wasserfontäne, um die innere Anspannung ausgelassen im kühlen Nass weg zu plantschen.

Seit 1987 messen sich am Stuart Highway Teams aus der ganzen Welt. Die meisten kommen von Universitäten oder aus der Automobilindustrie, einige auch von Schulen. In der „Challenge Class“ geht es in erster Linie um Schnelligkeit, entsprechend sehen die Fahrzeuge wie lautlos gleitende, windschnittige Rennmaschinen aus. Im Schnitt sind sie mit etwa 90 Stundenkilometern unterwegs. An der „Cruiser Class“ hingegen nehmen familientaugliche Solarautos teil. Ein Studenten-Team der Technischen Universität Eindhoven beispielsweise hat ein Solarauto für die ganze Familie entwickelt, das eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern hat – und zwar auch bei niederländischen Wetterbedingungen. Dafür verfügt es über 381 Solarzellen auf einer Fläche von 5,8 Quadratmetern und einen Akku mit 15 Kilowattstunden Kapazität. Das Modell namens Stella Lux bietet genug Platz für vier Personen und hat ein ausgefeiltes Navigationssystem. In der „Adventure Class“ messen sich Solarfahrzeuge, die nach altem Reglement gebaut worden sind. Auch Modelle, die den Sicherheitsbestimmungen gerecht werden, jedoch nicht über die neueste Technik verfügen, dürfen hier starten.

Wichtigstes Ziel des Wettbewerbes ist die Förderung und publikumswirksame Präsentation der Forschung und Entwicklung im Bereich von Solarfahrzeugen. Doch der Spaß kommt nicht zu kurz bei den innovations- und abenteuerfreudigen Teilnehmern. Und so ist heute der letzte Tag, an dem ausgiebig gefeiert wird – bis es im nächsten Jahr erneut heißt: Neue Erfindungen erproben und Kräfte messen. rr


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