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Verkehrswende voranbringen

Wasserstoffzüge rollen jetzt durch Deutschland

Der Wasserstoffzug Coradia iLint
Der Wasserstoffzug Coradia iLint des französischen Herstellers Alstom rollt nun in Niedersachsen. (Foto: © Alstom)

Der erste mit Wasserstoff betriebene Zug der Welt geht in Niedersachsen in den kommerziellen Betrieb – auf einer Strecke, wo sonst in der Regel nur Dieselzüge fahren. Das Modell ist laut Aussagen des französischen Herstellers Alstom nun serienreif.

20.09.2018 – Zwei blaue Coradia iLint-Züge des französischen TGV-Herstellers Alstom starteten am Montag dieser Woche zu einer 100 Kilometer langen Strecke zwischen den Städten Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude in Norddeutschland. Auf diesen Strecken verkehren im Normalfall nur dieselbetriebene Regionalzüge. Der emissionsfreie Wasserstoffzug soll die mit Diesel betriebenen Loks von den nicht elektrifizierten Abschnitten des Schienennetzes verbannen und damit zur Dekarbonisierung des Verkehrs beitragen. Testlauf war bereits im letzten Jahr. Das Modell sei nun soweit, erläuterte Alstom CEO Henri Poupart-Lafarge, in den kommerziellen Betrieb zu gehen.

Emission impossibleH2O statt CO2

Auf dem Dach des „Coradia iLint“ befinden sich ein Wasserstofftank und eine Brennstoffzelle. Diese wandelt den Wasserstoff direkt in elektrische Energie um. Der Zug bringt es zu einer Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern, ist also vergleichbar mit einem Dieselzug; mit einer Tankfüllung kommt der Wasserstoffzug rund 1.000 Kilometer weit. Durch die Verbindung von Wasserstoff und Brennstoffzelle kann Energie längerfristig gespeichert werden. Und statt CO2, Feinstaub und Ruß hinterlässt ein Wasserstoffmotor lediglich ein paar Tropfen Wasser. Die überschüssige Energie wird beim Fahren in leistungsstarken Lithium-Ionen-Batterien im Bodenbereich des Zuges gespeichert.

Sinn macht ein Wasserstoff-Zug aber nur, wenn er mit Wasserstoff betreiben wird, der aus Erneuerbaren Energiequellen hergestellt ist. Laut Betreiberanageben sei geplant, eine entsprechende Anlage zu errichten und den benötigten Wasserstoff vor Ort regenerativ zu erzeugen. Alstom wolle die Anlagen für die Betankung der Züge mit aufbauen und betreiben.

Bis zum Jahr 2021 will Alstom nach eigenen Angaben weitere 14 Null-Emissions-Züge ins Bundesland Niedersachsen liefern; andere Bundesländer hätten bereits Interesse gezeigt. Ebenso hätten Dänemark, Norwegen und die Niederlande bereits Anfragen gestellt. Auch Frankreichs Regierung hat angekündigt, bis 2022 den ersten Wasserstoffzug auf die landeseigenen Schienen zu bringen. Alstom, auch Hersteller des französischen Hochgeschwindigkeitszuges TGV, bewirbt die Technologie als umweltfreundliche, leisere Alternative zu Diesel auf nicht elektrifizierten Bahnstrecken. Das wäre eine umweltschonende Alternative für viele deutsche Städte, die sich gegen die Luftverschmutzung stark machen wollen. Der Preis eines solchen mit Wasserstoff betriebenen Zuges sei in der Anschaffung zwar teurer als ein dieselbetriebener Zug, dann aber günstiger in der Anwendung, ganz abgesehen vom Klimaschutzeffekt. na


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