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AKW-Unfall: Verseuchtes Grundwasser in New York

Die beiden Atomreaktoren am Hudson River liegen Luftlinie etwa 40 Kilometer nördlich der Stadtgrenze von New York. Laut des US-Bundesstaats leben sechs Prozent der amerikanischen Bevölkerung in einem Umkreis von 80 Kilometern. Für die 1974 bzw. 1976 in
Die beiden Atomreaktoren am Hudson River liegen Luftlinie etwa 40 Kilometer nördlich der Stadtgrenze von New York. Laut des US-Bundesstaats leben sechs Prozent der amerikanischen Bevölkerung in einem Umkreis von 80 Kilometern. Für die 1974 bzw. 1976 in Betrieb gegangenen Reaktoren 2 und 3 ist eine Abschaltung frühestens 2033 bzw. 2035 geplant. (Foto: Tony Fischer, CC BY 2.0, https://www.flickr.com/photos/tonythemisfit/2755502911/)

Nahe der US-Metropole New York wurden bei Grundwassermessungen alarmierend hohe Strahlungswerte festgestellt. Offenbar lief kontaminiertes Wasser aus dem AKW Indian Point aus. Es ist nicht der erste Unfall, der Gouverneur fordert die Abschaltung.

09.02.2016 – Die gemessenen Werte an den Atomreaktoren 40 Kilometer nördlich der Stadtgrenze von New York sind erschreckend. An einer Messstation lägen die Werte für Radioaktivität im Grundwasser um das 650-fache über dem Normalwert, erklärte der Gouverneur des US-Bundesstaats New York Andrew Cuomo am Samstag.

Die zwei aktiven Druckwasserreaktoren in der Ortschaft Buchanan mit Baujahr 1966 und 1969 und einer Leistung von über 2.000 Megawatt decken etwa ein Viertel des Strombedarfs der Millionenmetropole New York. So wichtig die Reaktoren für die Stromversorgung sind, so umstritten sind sie auch. Seit Jahren sind sie wegen andauernder Störfälle in den Schlagzeigen. Im Jahr 2000 wurde aufgrund mehrerer Ausfälle nach einer Schnellabschaltung von Block 2 die „Alarmstufe 1“ ausgerufen. 2007 und zuletzt im Mai 2015 kam es auf dem Gelände zu Bränden in Transformatoren und infolgedessen zu mehreren Explosionen. 2009 wurde bekannt, dass rund 400.000 Liter Kühlwasser aus dem Gebäude entweichen konnten, weil die durchgerosteten Rohre zuletzt 1973 gewartet wurden.

Verseuchtes Wasser soll sich im Hudson River verdünnen

Der jüngste Unfall ereignete sich laut US-Atombehörde NRC im Zuge von Wartungsarbeiten, bei denen Sicherheitssysteme versagten. Mit Tritium verseuchtes Wasser gelangte massenhaft ins Grundwasser. An einer Messstelle  stiegen nun die festgestellten Werte von 12.300 auf 8.000.000 Picocurie pro Liter an – eine Steigerung um fast 65.000 Prozent. Der Maximalwert im Trinkwasser liegt laut Umweltbehörde EPA bei  20.000 Picocurie. Nach NRC-Angaben soll das verseuchte Wasser nun in den Hudson River diffundieren und sich dort so weit verdünnen, dass es ungefährlich ist.

Gouverneur Cuomo ließ seinem Ärger freien Lauf: „Dies ist weder das erste Mal, dass aus Indian Point radioaktives Wasser entweicht, noch ist es das erste Mal, dass Indian Point signifikante Fehler bei Wartung und Betrieb offenbart. Dieser Zwischenfall zeigt ein weiteres Mal, dass Indian Point nicht weiter auf eine Art betrieben werden darf, die die öffentliche Gesundheit und die Umwelt gefährdet“, ließ er am Samstag in einer Stellungnahme mitteilen. Cuomo will die Atomreaktoren von Indian Point stilllegen und fördert die Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz im Bundesstaat New York mit einem neuen 5 Milliarden US-Dollar schweren Clean Energy Fund. Dennoch setzen fast alle amerikanischen Politiker im Zuge der Energiewende auf die Atomkraft, da die Reaktoren kaum CO2 ausstoßen. cw

Energiewender am 11.02.2016

+127 Gut Antworten

Das Argument der CO2-armen Atomkraft ist leider ein Anachronismus.

 

Die aktuell noch verfügbaren Erze haben sehr geringe Urangehalte, die Aufbereitung bis zum fertigen Brennstab kostet sehr viel CO2. Bis zu 126 g CO2/kWh sind schon beachtlich (eine Studie kommt gar auf 200 g) https://green.wiwo.de/atomstrom-neuer-anbieter-erzaehlt-altes-co2-maerchen/

 

Das können WKA und PVA locker unterbieten (8-55 g/kWh).

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