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Energie-Atoll vor Belgiens Küste soll Windstrom speichern

Vor der belgischen Küste könnte bald eine Pumpspeicher-Insel entstehen.  (CC BY-SA 3.0 Wikimedia Commons)
Vor der belgischen Küste könnte bald eine Pumpspeicher-Insel entstehen. (CC BY-SA 3.0, Luna04~commonswikiWikimedia Commons)

Der Plan einer künstlich angelegten Insel, die als Speicher für Ökostrom aus Windenergieanlagen funktionieren könnte, beschäftigt das belgische Parlament schon seit längerem, Kritiker halten es für unökologisch, Befürworter für eine lohnende Technik.

01.09.2015 – Das Projekt „iLand“ einer künstlich angelegten Insel in der Nordsee, die als Speicher für Windenergie vor Belgiens Küsten dienen könnte, kam vor der Sommerpause wieder auf den Tisch des belgischen Parlaments. Die Idee: Rund drei Kilometer vor der belgischen Küste in Höhe des Seebads De Haan ist das Energie-Atoll geplant, als eine Art Pumpspeichersystem.

Dazu müsste ein 6.500 Meter langer und zehn Meter hoher ovaler Wall aus Sand aufgeschüttet werden, in dessen Mitte ein künstlicher See gebildet werden soll. Wenn die Windanlagen einen Überschuss an Strom produzieren, pressen Pumpen das Wasser aus dem künstlichen See hinaus ins Meer. Muss ins Netz eingespeist werden, sollen Unterwasser-Turbogeneratoren an der Kopfseite zufließendes Wasser in Strom verwandeln.

Belgien tut sich noch schwer mit der Energiewende und muss im Hinblick auf die Klimaziele nachholen – bis 2020 soll der Anteil Erneuerbarer Energien am gesamten Endenergieverbrauch deshalb von derzeit sechs Prozent auf 13 Prozent angehoben werden. Bislang erfolgt die Stromversorgung noch zu rund 50 Prozent aus Atomkraftwerken. Vor der belgischen Küste produzieren derzeit Windparks mit einer Gesamtleistung von rund 700 Megawatt Strom, weitere sind geplant. Laut Europäischer Windenergie-Vereinigung könnten vor Belgiens Küste Windparks mit einer Gesamtleistung von bis zu 4.000 Megawatt gebaut werden, Speicher wären dann auch notwendig.

Die Entscheidung für das Speicherprojekt soll nun nach der Sommerpause im belgischen Parlament fallen, die Meinungen darüber gehen stark auseinander. Kritikpunkte von Seiten einiger Politiker aber auch Bürgerinitiativen sind vor allem der starke Eingriff in die Natur mit möglichen Umweltschäden und Auswirkungen auf den Tourismus aber auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts, die von Kritikern und Befürworten unterschiedlich bewertet wird. na

Kommentare

thomas neeman am 23.07.2016

+156 Gut Antworten

die Lösung ist Höhenwindernergie mit Drachen (rund um die Uhr sauberer Strom)

https://www.youtube.com/watch?v=4_blIB8vOrQ

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