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Ontario: Solarpark mit Symbolcharakter

Das Nanticoke-Kraftwerk in der kanadischen Provinz Ontario. Auf dem Gelände des ehemals größten Kohlekraftwerks Nordamerikas soll ein 44 MW Solarpark entstehen. (Foto: © JasonParis, flickr.com/photos/jasonparis/3760786456, CC BY 2.0)
Das Nanticoke-Kraftwerk in der kanadischen Provinz Ontario. Auf dem Gelände des ehemals größten Kohlekraftwerks Nordamerikas soll ein 44 MW Solarpark entstehen. (Foto: © JasonParis, flickr.com/photos/jasonparis/3760786456, CC BY 2.0)

In der kanadischen Provinz Ontario soll auf dem Gelände des ehemals größten Kohlekraftwerks Nordamerikas Nanticoke ein 44 MW Solarpark entstehen. Das ist ein weiterer Schritt in Richtung sauberer Energiewirtschaft – wäre da nicht die Kernenergie.

21.03.2016 – Einst hatte das Kohlekraftwerk Nanticoke eine stolze Kapazität von 1.880 Megawatt. Nachdem bereits 2010 Teile des Kraftwerks abgeschaltet wurden, teilte der Betreiber 2013 die endgültige Stilllegung mit. Ontario hatte nämlich das „Ending Coal for Cleaner Air Act“ verabschiedet, das für die kanadische Provinz den Ausstieg aus der Kohleverstromung einleitete. Auf dem Gelände von Nanticoke soll nun in direkter Nähe zum Eriesee eine 44 Megawatt Solarfarm entstehen.

Entwickelt wird das Projekt durch den Energieversorger Ontario Power Generation (OPG) und seine Partner, die SunEdison Canadian Construction LP und Six Nations Development Corp. Michelle Chislett, Vizepräsidentin und Geschäftsführerin von SunEdison, sieht in dem Projekt eine große Möglichkeit für Ontario, ein ehemaliges Kohlekraftwerk in einen sauberen und zuverlässigen Solarpark zu transformieren. Sicherlich hätte ein solches Projekt auch einen großen Symbolcharakter.

Ausstieg aus der Kohle, Wiedereinstieg in die Kernkraft

Matt Jamieson, Präsident und CEO von Six Nations Development Corp., betont, dass das Projekt Ontarios gesellschaftlichen Werten von Nachhaltigkeit und ökologischen Reichtum entspricht. Natürlich nütze es seinem Unternehmen auch ökonomisch, wirke sich aber nicht negativ auf zukünftige Generationen aus. OPG arbeitet nun mit seinen Partnern daran, die nötigen Genehmigungen und Verträge für den Start des Projekts zu erhalten.

OPG ist bereits jetzt der größte Erzeuger von Erneuerbaren Energien in Ontario. Außerdem ist es bereits die vierte Partnerschaft mit den First Nations, womit die meisten indigenen Völker Kanadas bezeichnet werden. So wurden bereits das Lac Seul, das Lower Mattagami River sowie auch das Peter Sutherland Sr. Kraftwerk zur Erzeugung von Erneuerbaren Energien errichtet.

Allerdings ist auch in Ontario nicht alles Gold was glänzt. So wurde zwar bereits 2013 verkündet, dass die Provinz definitiv aus der Kohleverstromung aussteigen wird, jedoch neben dem Bau neuer Wasserkraft-, Biomasse- und Photovoltaikanlagen auch alte Atomkraftwerke wieder hochfährt. Nach 15 Jahren Stilllegung und einer Überholung wurden zwei Reaktoren aus den Jahren 1976 und 1977 wieder in Betrieb genommen. Der verminderte CO2-Ausstoß wurde gewissermaßen gegen die Probleme der Kernenergie eingetauscht. jk

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