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Polen: Der Fracking-Traum ist vorbei

Der Fracking-Boom in Polen bleibt aus. Die Vorkommen von Schiefergas wurden viel zu hoch geschätzt, der Widerstand der Bevölkerung gegen die umstrittene Fördermethode unterschätzt. Doch einige Konzerne bohren weiter und gefährden das Grundwasser.

14.01.2015 – Vor wenigen Jahren noch drängten die Investoren und Konzerne der Öl- und Gasindustrie nach Polen und hofften auf große Profite. Sie wollten vom bevorstehenden Fracking-Boom profitieren, den die polnische Regierung tatkräftig unterstützte. Heimische Schiefergasvorkommen sollten massenhaft erschlossen werden. 2011 versprach der damalige Präsident Donald Tusk die Energieunabhängigkeit des Landes von russischem Gas innerhalb weniger Jahre. Doch der Boom blieb aus.

Längst haben sich viele große Konzerne aus dem Land zurückgezogen, neben Exxon Mobil auch Total und Eni. Die Gasvorräte sind längst nicht so umfangreich wie zunächst großspurig behauptet, die Bürokratie nimmt den Konzernen zudem den Wind aus den Segeln. Das schlechte Investitionsklima gibt vielen den Rest. Daran haben auch viele Polen einen großen Anteil. Denn sie wollen kein Fracking in ihrem Land.

So wie im 96-Seelen-Dorf Zurawlow im Südosten Polens. Die Bewohner des Dorfes stoppten gemeinsam mit Bauern, Umweltschützern und anderen Gemeinden den amerikanischen Öl- und Gasgiganten Chevron und blockierten eine Frackinganlage ganz in der Nähe ihres Dorfes. 400 Tage lang besetzten sie mit Maschinen und Traktoren das Gelände. Bis Chevorn im Juli letzten Jahres die Anlage verließ.

Natura-2000-Gebiet in Gefahr

Ähnliche Beispiele für Kämpfe der Bevölkerung für den Schutz ihrer heimischen Natur und gegen die Konzerne gibt es in ganz Polen. Und die Bevölkerung wehrt sich aus gutem Grund. Gerade im Südosten Polens liegen viele potenzielle Fracking-Gebiete, aber gleichzeitig auch ein großes Natura-2000-Gebiet. Die ökologisch wertvolle Region zum Schutz wildlebender Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume ist durch die Fracking-Pläne gefährdet.

Bereits seismische Voruntersuchungen der Öl- und Gaskonzerne haben die Region aufgewühlt. Das Grundwasser veränderte Farbe und Geschmack. Brunnen, aus denen die meisten Dörfer sich mit Trinkwasser direkt aus dem riesigen Grundwasser-Reservoir versorgen, versiegten. Zwar hat Chevron seine Anlage in Zurawlow offenbar aufgegeben, doch der Konzern besitzt Lizenzen für ein Gebiet, in dem ähnliche große Grundwasserreservoirs für drei Städte in der Region liegen. cw

Brigitte am 15.01.2015

+321 Gut Antworten

Jedem, der Fracking noch favorisiert, sei der Film Gasland empfohlen. Wenn er dann immer noch der Meinung ist, dass wir Fracking brauchen, soll er sich bitte zusammen mit den Vorstandsmitgliedern und Chefs von Exxon, Chevron etc. in den Gebieten, in denen gefrackt wird ansiedeln. Wenn sie es durchhalten, dort 25 Jahre autark zu leben, ihre Lebensmittel vor Ort zu erzeugen, das Wasser dort zu trinken und die Luft zu atmen, werde ich meine Meinung über Fracking ändern.

mephisto1812 am 22.01.2015

+308 Gut Antworten

Es gibt auch Frackingmethoden die der Umwelt nicht so schaden

 

http://news.nationalgeographic.com/news/energy/2014/03/140319-5-technologies-for-greener-fracking/

 

Es gibt bei weitem nicht nur die Methode wo man alles mit Chemikalien verseucht.

Artur am 19.01.2020

gut so! Fracking oder die anderen vernichtenden Maßnahmen, die uns und Mutter Erde vernichten, haben unverzüglich zu enden. Großkonzerne sollen zerschlagen werden. Sowas braucht kein Mensch!

Klaus Kröger-Ingenieurbüro für Umwelt + Natur am 26.03.2022

27.03.2022

 

Die EU und deutschland will Verträge mit der USA über Milliardenm³/a Gas unterschreiben. Die Hauptssächele US-Gas

Ptoduktion sind der Fraeckingfelder in Texas, Wyoming und Kalifornien. Kalifornien will diese Methode der Gasgewinnung verbieten. Die großen Energieriesen haben Probleme das schmützige Gas zu verkaufen, das es sehr teuer in der

Gewinnung ist. Nun soll Europa den Dreck teuer kaufen.

Rebell1943

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