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Greenpeace fordert Verkehrswende für Berlin

Ab September 2015 wird in Berlin die 6,1 Kilometer lange Strecke vom Bahnhof Südkreuz bis zum Zoologischen Garten durch Solaris-Elektrobusse bedient. Die Stadt Berlin hat dabei sehr gute Voraussetzungen für eine grüne Verkehrswende, wie eine Studie von
Ab September 2015 wird in Berlin die 6,1 Kilometer lange Strecke vom Bahnhof Südkreuz bis zum Zoologischen Garten durch Solaris-Elektrobusse bedient. Die Stadt Berlin hat dabei sehr gute Voraussetzungen für eine grüne Verkehrswende, wie eine Studie von Greenpeace bescheinigt. (Foto: © Clemens Weiß)

Durch neue Mobilitätskonzepte könnten sowohl Radfahrer als auch Fußgänger mehr Platz im Berliner Straßenverkehr erhalten. Laut einer Greenpeace-Studie sind gerade in der Hauptstadt die Voraussetzungen für eine grüne Verkehrswende besonders gut.

31.08.2016 – Berlin ist eine Stadt des Umbruchs, seit vielen Jahren immer in Bewegung und ein großer Touristenmagnet. Wie sich die Stadt in den nächsten Jahrzehnten allerdings verkehrspolitisch ausrichten wird, steht im Moment auf der Kippe. So können einerseits Automassen das Stadtbild prägen und weiterhin zu einer erheblichen Luftverschmutzung beitragen. Andererseits kann eine moderne und neue Mobilität aufgebaut werden, die sichere und mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verknüpfte Radwege gewährleistet.

Gerade die Stadt Berlin verfügt dabei über gute Voraussetzungen für das Gelingen einer grünen Verkehrswende, zeigt eine kürzlich von Greenpeace veröffentlichte Studie. Zwar sei die Innenstadt bereits mit einem guten ÖPNV ausgestattet, der Ausbau von Fahrradwegen komme aber deutlich zu langsam voran, so die Umweltschutzorganisation. Gerade für die Bewohner der äußeren Stadtgebiete gebe es noch viel zu wenig Anreize, auf das Auto zu verzichten.

Laut dem von Greenpeace beauftragten Stadtplanungsbüro Urban Catalyst lassen sich die drei Aspekte Klimaschutz, Lebensqualität und eine rasant wachsende Stadt gut miteinander verbinden. Möglichkeiten zur Umgestaltung der Sonnenallee in den Berliner Bezirken Neukölln und Treptow-Köpenick oder der Bundesallee in den Ortsteilen Wilmersdorf und Friedenau könnten eine verbesserte ÖPNV-Anbindung sowie mehr Radwege gewährleisten.

„Berlin muss Fahrradstadt werden“

„Das will nicht nur die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, es ist auch die einzige schnelle Lösung für Probleme wie schlechte Luft und mehr Klimaschutz“, sagt Daniel Moser, Experte für Verkehr bei Greenpeace. Er fordert vom Senat ein entschlossenes Handeln und einen schnellen Ausbau des Radverkehrs. Andere Städte investieren schon lange deutlich mehr Geld in den Ausbau der Fahrradinfrastruktur. Außerdem riskiert der Berliner Senat hohe Geldstrafen aus Brüssel, da die schlechte Luftqualität seit Jahren die Kriterien der EU verletzt.

Einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung einer grünen Verkehrswende kann dabei der ÖPNV leisten. Fast alle öffentlichen Busse sind heutzutage noch mit Diesel-Kraftstoff unterwegs. Daher kann der Ausstoß von Stickoxiden in hohem Maße reduziert werden, indem die kommunalen Verkehrsunternehmen auf Elektromobilität umsteigen. Seit 2015 werden auf unterschiedlichen Strecken in Berlin bereits Elektrobusse eingesetzt. Das kommunale Interesse an einer Umstellung des ÖPNV ist in ganz Deutschland groß, sodass schon über 20 städtische Unternehmen den Einsatz von E-Bussen testen. jk

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