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Klimaklage




FossileBiden stoppt Ölbohrungen in Alaska

Präsident Joe Biden unterzeichnet am Dienstag, den 8. März 2022, im Oval Office des Weißen Hauses eine Durchführungsverordnung zum Verbot der Einfuhr von russischem Öl.
Präsident Biden schützt Teile öffentlichen Lands vor Ölbohrungen. Das Willow-Projekt hat aber noch immer grünes Licht (Bild: The White House (Cameron Smith) / Public domain / via Wikimedia Commons)

Der US-amerikanische Präsident Joe Biden hat sieben Bohrlizenzen widerrufen und mehr als vier Millionen Hektar im Norden Alaskas unter Naturschutz gestellt. Im Rahmen des umstrittenen Willow-Projekts darf jedoch weiter nach Öl gebohrt werden.

18.09.2023 – Bereits im Wahlkampf hatte Biden ein Moratorium für fossile Bohrungen aus öffentlichem Land versprochen. In der vergangenen Woche nahm er nun von der Trump-Regierung genehmigte Bohrlizenzen zurück und stellte Flächen in Alaska unter Naturschutz, um sie vor fossiler Extraktion zu schützen.  

Fossile Expansion stoppen

Mehr als vier Millionen Hektar des Nationalen Erdöl-Reservoir-Gebietes im Nordwesten Alaskas stellte die US-Regierung vergangene Woche unter Naturschutz. Öl- und Gasbohrungen in diesem Gebiet sind damit ausgeschlossen. Zusätzlich widerrief Präsident Joe Biden sieben Lizenzen für Bohrungen im östlichen Arctic National Wildlife Refuge, die er bereits kurz nach seinem Amtsantritt hatte aussetzen lassen.

Mit dem Schritt schützt Biden unter anderem etwa die Hälfte des National Petroleum Reserve (NPR) vor fossiler Extraktion. Das Gebiet wurde in den 1970er Jahren unter Naturschutz gestellt und gehört zu den größten noch unzerstörten Landstrichen der USA. Umweltschützer applaudieren bisher trotzdem nur verhalten. Hintergrund ist ein anderes fossiles Projekt, das Biden zu Beginn des Jahres zuließ.     

Neue Ölfelder ausbeuten

Joe Biden begann seine Amtszeit als Präsident der USA mit großen Versprechungen für den Klima- und Umweltschutz. Nach zwei Jahren fällt die Bilanz gemischt aus. Der US-Präsident hatte zu Beginn seiner Amtszeit versprochen, keine weitere fossile Extraktion zuzulassen. Im vergangenen März bestätigte er jedoch überraschend Lizenzen für drei der fünf Ölfelder des stark umstrittenen Willow-Projekts im National Petroleum Reserve im Norden Alaskas.

Nachdem die Trump-Regierungen grünes Licht für das Projekt gegeben hatte, wurde es Mitte 2021 zunächst wegen Umweltbedenken ausgesetzt. Der Konzern ConocoPhillips plant rund 219 Bohrungen, über die pro Tag rund 180.000 Barrel Öl gefördert werden könnten.

Den Boden unter den Füßen verlieren

Klima- und Umweltschützer und indigene Gruppen kritisieren das Projekt deutlich. Die Internationale Energieagentur bestätigte 2022 ebenso wie zahlreiche Studien, dass die Ausbeutung fossiler Ressourcen über bereits vergebene Lizenzen die Klimaziele bei weitem sprengen würden. Obwohl der Konzern bereits weiß, dass Teile der geplanten fossilen Infrastruktur aufgrund der Klimakrise in der tauenden Arktis im wahrsten Sinne des Wortes im Boden versinken werden, halten sie an der fossilen Ausbeutung fest.

Die Rücknahme der Bohrlizenzen im Norden Alaskas wird deshalb als notwendiger, aber nicht ausreichender Schritt von der US-Regierung gesehen. Aktivisten fordern, dass alle Lizenzen, inklusive der Genehmigungen im Rahmen des Willow-Projekts, zurückgenommen werden. jb

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