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Bund übernimmt auch Atommüll-Zwischenlagerung

Die Frage nach einem Atommüll-Endlager ist immer noch offen. (Foto: Nicole Allé)
Die Frage nach einem Atommüll-Endlager ist immer noch offen. (Foto: Nicole Allé)

Nach der Neuordnung der behördlichen Zuständigkeiten für die Endlagerung hochaktiver radioaktiver Abfälle übernimmt der Bund nun auch den Betrieb von atomaren Zwischenlagern. Die Atomkonzerne können sich freuen, denn sie kommen damit günstig davon.

12.05.2017 – Der Bund wird am 1. August die Atommüllzwischenlager in Ahaus und Gorleben übernehmen, teilte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) am Montag mit, man habe sich mit der bisherigen Betreibergesellschaft GNS geeinigt. Bisher waren die Atomkraftwerksbetreiber über ihre Tochtergesellschaft GNS für den Atommüll verantwortlich.

Die neu gegründete Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) wird zu 100 Prozent in den Besitz des Bundes übergehen. Zu ihrem Geschäftsfeld gehören künftig nicht nur die beiden zentralen Zwischenlager, sondern ab 2019 auch die 12 dezentralen Zwischenlager an den AKW-Standorten. Zudem wird sie in einem weiteren Schritt auch die Verantwortung für die 12 Lager mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem Betrieb und Rückbau der Atomkraftwerke übernehmen berichtet das Bundesministerium. Die Gesellschaft für Zwischenlagerung werde dafür Sorge tragen, so Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, „dass die strahlenden Hinterlassenschaften des Atomzeitalters bis zum Zeitpunkt der Endlagerung sicher aufbewahrt werden.“

Die Betreiber der Atomkraftwerke sind nach dem Gesetz für die Abwicklung und Finanzierung der Bereiche Stilllegung, Rückbau und die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig. Die Durchführung und Finanzierung der End- und nun auch noch der Zwischenlagerung fällt hingegen zukünftig in die Verantwortung des Bundes. Dafür bezahlen die AKW-Betreiber nach Angaben des Bundesumweltministeriums 24 Milliarden Euro, die in einen öffentlich rechtlichen Fond fließen. Dagegen gab es bereits im März dieses Jahres heftige Proteste, zumal die Summe kaum ausreichend sein dürfte und zudem die Atomkonzerne ihre milliardenschweren Klagen gegen den Bund nicht zurückgezogen haben – und es für den Steuerzahler sehr teuer werden kann.

Dass der Bund bereits zum 1. August die Verantwortung für die Atommüll-Zwischenlagerung übernimmt, wurde von verschiedenen Seiten scharf kritisiert. „Wenn jetzt eine so schnelle Übergabe der Zwischenlager ausgehandelt wurde, ohne vorher die brennenden Probleme zu klären, dann sieht es so aus, als wolle die Atomindustrie ihre heißen Kartoffeln schnellstens los werden, bevor noch mehr Schwierigkeiten auftauchen. Ich erwarte aber absolute Transparenz in diesem Prozess“, kritisiert Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Grünen im Bundestag und Abgeordnete für Lüchow-Dannenberg. na


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Kommentare

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Eitel Heck 12.05.2017, 20:56:11

+156 Gut Antworten

Die Atommüllentsorgung in geologischen Endlagern ist schwierig und war oft mit Protesten der Bevölkerung verbunden.

Die in einigen Industrieländern entwickelten Kernreaktoren der 4.Generation haben das Ziel, einen großen Teil des gegenwärtigen Atommülls, darunter abgereichertes Uran 238, als wertvollen Rohstoff zur Energieerzeugung einzusetzen.

Auch der Dual Fluid Kernreaktor (deutsches Patent)r kann sämtliche spaltbare Aktinide, so auch die heutigen transuranen Zwischenlagerprodukte zur Energieerzeugung nutzen.

Damit haben Kernreaktoren dder 4. Generation eine große ökonomische und ökologische Bedeutung.


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