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Klimaklage




Erneuerbare EnergienEuropa kann bis 2030 energiesouverän werden

Wartung von Hochspannungsmasten
Europa könnte bis Ende des Jahrzehnts energiesouverän werden. Dafür braucht es politische Entschlossenheit und Einigkeit (Bild: Markus Distelrath auf Pixabay).

Mit Erneuerbaren Energien könnte Europa sich bis 2030 selbst mit Strom versorgen. Für die schnelle Energiewende sind Investitionen und ein einheitlicher Rechtsrahmen nötig. Fossile würden noch bis 2040 für Wärme und Industrieenergie gebraucht.

10.10.2023 – Europa könnte sich bis Ende des Jahrzehnts selbst mit Erneuerbarem Strom versorgen und unabhängig von fossilen Ressourcen werden. Im gesamten Energiesystem, einschließlich der Wärmeversorgung, könnte dies bis 2040 erreicht werden.

Zu diesem Schluss kommt die vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) koordinierte Studie European Power Sovereignty through Renewables by 2030 im Auftrag der Investmentgesellschaft Aquila Group. Die Investmentgesellschaft finanziert und verwaltet dem Bau Erneuerbarer Energien Anlagen in ganz Europa.

Energieunabhängig mit Erneuerbaren

Der Zubau Erneuerbarer Anlagen müsste dazu deutlich beschleunigt werden. Benötigt würden ein einheitlicher Rechtsrahmen und Investitionen von rund 140 Milliarden Euro pro Jahr bis 2030 sowie weitere 100 Milliarden bis 2040 auf europäischer Ebene. Im Gegenzug könnten Energiepreise für Bürger gesenkt, die Resilienz gestärkt und die Wettbewerbsfähigkeit Europas verbessert werden.

Die Technologien seien schon da. Es braucht einen gemeinsamen, europäischen Willen, die Energiewende umzusetzen und den Ausbau von Wind- und Solarenergie schnell voranzutreiben. Die Kosten mögen zunächst hoch erscheinen. Die fossile Energiekrise in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine sei jedoch um ein Vielfaches teurer gewesen.

“Energieunabhängigkeit ist nur der erste Schritt. Für eine vollständige Klimaneutralität müssen auch der Wärmebedarf und die notwendige Elektrifizierung der Industrie berücksichtigt werden“, erklärt Hans Joachim Schellnhuber, emeritierter Direktor des PIK und Mitglied des Beirats der Aquila Group. Neben Wind- und Solarenergie biete die Geothermie großes Potenzial, um die Lücken in diesen Bereichen weiter zu schließen.

Lokale Vorteile nutzen, Europa vernetzen

Die Studie bestätigt zwar den großen Fortschritt der Energiewende, weist jedoch auch darauf hin, dass der Ausbau deutlich schneller gehen muss, wenn Europa innerhalb des kommenden Jahrzehnts energiesouverän und klimaneutral werden will. Besonders im Bereich Energiespeicher und Netze sei mehr Tempo gefragt.

Wichtig sei zudem, die Vorteile verschiedener Regionen Europas zu nutzen und gezielt miteinander zu vernetzen. “Der Aufbau lokaler Energieinfrastrukturen würde die europäischen Märkte fördern und die lokale Wirtschaft stärken“, sagt Jürgen Kropp, Koordinator der Studie. Doch dies müsse eben durch pragmatische und effiziente Vorgaben möglich gemacht werden. jb

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