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Frankreich will Grüne Anleihen ausgeben

Mit der Energiewende kommt Frankreich nicht so recht voran, zu mächtig ist die Atomindustrie und mit dem Staat verstrickt. Erneuerbare Energien fristen noch ein Schattendasein. Jetzt sollen Grüne Anleihen es richten mit dem Klimaschutz. (Foto: © Gerhar
Mit der Energiewende kommt Frankreich nicht so recht voran, zu mächtig ist die Atomindustrie und mit dem Staat verstrickt. Erneuerbare Energien fristen noch ein Schattendasein. Jetzt sollen Grüne Anleihen es richten mit dem Klimaschutz. (Foto: © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft)

Paris möchte Energiewende-Finanzmetropole werden. Frankreich will im nächsten Jahr als erstes Land der Welt Grüne Staatsanleihen in Umlauf bringen um Investitionen in den Klimaschutz zu finanzieren. Paris und einige Départements haben es schon getan.

09.09.2016 – Als Pariser hat man Verpflichtungen, denn hier wurde 2015 das UN-Klimaabkommen beschlossen. Da es mit der französischen Energiewende, die im letzten Jahr ausgerufen wurde, nicht so recht vorangehen will, hat die französische Regierung nun einen grünen Finanzierungsplan für mehr Klimaschutz vorgelegt.

Wenn die Marktbedingungen es zulassen, will die französische Regierung im kommenden Jahr ihre ersten Grünen Anleihen in Umlauf bringen, um damit „ Umweltprojekte“ zu finanzieren berichtet EurActiv. Banken, Unternehmen und einige Städte geben bereits grüne Anleihen aus, sogenannte Green Bonds. Paris hat bspw. damit in energiesparende Straßenbeleuchtung und neue Ladestationen für E-Mobile sowie den Ausbau von Fahrradwegen investiert. Laut EurActiv vergaben auch die Regionen Île-de-France, Nord-Pas-de-Calais und Provence-Alpes-Côte d’Azur grüne Anleihen, um etwa öffentliche Transportprojekte und energetische Gebäudesanierungen zu finanzieren.

Green Bonds im Aufwärtstrend

Bereits im Jahr 2007 gaben die Europäische Investitionsbank und die Weltbank Green Bonds aus, um Projekte im Bereich Klimaschutz zu finanzieren, laut Climate Bonds Initiative werden jährlich weltweit zweistellige Milliardenbeträge in grüne Anleihen investiert. Auch Unternehmen wie der französische Atomkonzern EDF sind schon im grünen Anleihenmarkt zugange (und damit im Prinzip auch schon der französische Staat) – dabei geht es wohl nicht nur darum, den Umstieg auf Erneuerbare Energien zu sichern, sondern auch um die Investorenbasis auszuweiten und Investitionsmöglichkeiten breiter zu streuen.

Paris möchte nach London Finanzmetropole werden

Frankreichs Idee mit der Ausgabe von Green Bonds hängt wohl auch mit dem Brexit zusammen und Frankreichs Bestreben, die Finanzmärkte nach Paris zu holen. „Der Eintritt des französischen Staates in den Anleihenmarkt wird dessen Entwicklung beschleunigen und Paris zu einer der größten Finanzmetropolen der Energiewende machen”, so Finanzminister Michel Sapin. Ziel sei es ganz konkret „die grünen Anlagen des dritten französischen Programms für Zukunftsinvestitionen zu finanzieren“.

Der WWF France begrüßte den Beschluss, denn dieser sichere Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln für die Energiewende, „unabhängig vom Ausgang der kommenden Wahlen”. Zudem könnte Frankreich mit dem Vorhaben weitere Industrie-Länder dazu bewegen, in grüne Anleihen zu investieren.

Green Bonds mehr als Greenwashing?

Der weltweite Markt für grüne Anleihen soll laut französischer Regierung in diesem Jahr bereits die 100-Milliarden-Dollar-Grenze überschreiten. Der Erfolg ist dennoch zwiespältig, schließlich kommt es auf die Art der Projekte an, die hier finanziert werden und wer diese nach welchen Kriterien auswählt – vielen förderfähigen Projekten mangelt es immer noch an Transparenz, gibt auch EurActiv zu bedenken. na


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