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Kohleatlas zeigt weltweite Auswirkungen der Kohle

Emissionen nach Energieart (Grafik:  Heinrich-Böll-Stiftung, BUND, Creative Commons CC-BY-SA)
Emissionen nach Energieart (Grafik: Heinrich-Böll-Stiftung, BUND, Creative Commons CC-BY-SA)

Der erste internationale Kohleatlas von BUND und Heinrich-Böll-Stiftung zeigt die Auswirkungen der klimaschädlichen Verbrennung von Stein- und Braunkohle weltweit auf. Denn die Folgen und die Luftverschmutzung sind verheerend für Mensch und Natur.

02.06.2015 –Die Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke kostet weltweit pro Jahr mehrere hunderttausend Menschenleben, allein in Deutschland entstehen jährlich mindestens vier Milliarden Euro Gesundheitskosten. Kein anderer Energieträger verursacht einen derart massiven Ausstoß an Treibhausgasen und heizt den Klimawandel an. Rund 15 Milliarden Tonnen CO2 werden durch Kohle pro Jahr in die Atmosphäre geblasen. Das sind nur einige deutliche und erschreckende Fakten und Daten, die der erste internationale Kohleatlas aufzeigt. Er wurde heute vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin vorgestellt.

Für den gut fünfzigseitigen Atlas haben der Umweltverband und die Stiftung gründlich recherchiert. Sie gehen den Fragen nach wo die großen Kohlereserven weltweit liegen, wo am meisten gefördert wird, warum die Kohle ein Klimakiller ist und wer am meisten vom großen Kohlegeschäft profitiert. Der Kohleatlas deckt zudem die Finanzierungen und Subventionen der Kohleindustrie in Deutschland, Europa und der Welt auf.

350 Milliarden Euro Subventionen seit 1950

„Mit über 350 Milliarden Euro wurde das Geschäft mit der Kohle hierzulande seit 1950 staatlich subventioniert. Deutschland ist Weltmeister bei der Förderung von Braunkohle. Dabei wissen wir längst: das Kohle-Zeitalter geht zu Ende, aus klimapolitischen, gesundheitlichen und auch aus wirtschaftlichen Gründen“, resümierte Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung bei der Vorstellung des Kohleatlas. Die Bundesregierung müsse zügig eine Klimaschutzabgabe auf Kohlekraftwerke einführen, so die Forderung der Umweltschützer.

Obwohl die Gefahren und Auswirkungen der Kohlekraft bekannt sind, nehmen Kohleförderung und Verfeuerung weltweit zu. Besonders in Asien und dort in China und Indien boomt die Kohle, was insbesondere in China zu massiven Luftverschmutzungen führt und das Land zum größten CO2-Emittenten weltweit werden lässt. In Europa und Nordamerika ist immerhin ein vorsichtiger Trend zu beobachten. Zwei Drittel der seit 2010 geplanten Kohlekraftwerke wurden zurückgestellt oder ganz aufgegeben, weil sie wirtschaftlich nicht rentabel sind oder durch Bürgerproteste verhindert wurden. cw


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