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Kopenhagens Fernwärme zu 50 Prozent aus Biomasse

Das Kraftwerk auf der Kopenhagener Insel Amager wird mit Biomasse und Kohle betrieben und versorgt die Stadt mit Fernwärme. (Foto: Thomas Rousing, flickr.com, CC BY 2.0)
Das Kraftwerk auf der Kopenhagener Insel Amager wird mit Biomasse und Kohle betrieben und versorgt die Stadt mit Fernwärme. (Foto: Thomas Rousing, flickr.com, CC BY 2.0)

Dänemark ist bei der Energiewende bereits einen Schritt weiter und Vorreiter beim Ausbau des Fernwärmenetzes. Im Großraum Kopenhagen werden bereits eine Millionen Menschen so mit Wärme versorgt, die zu über 50 Prozent aus Biomasse erzeugt wird.

27.08.2015 – In Deutschland stammt die Fernwärme überwiegend aus mit Gas oder Kohle betriebenen KWK-Großkraftwerken (Kraft-Wärme-Kopplung). Die Dänen setzen dagegen besonders auf Biomasse und Müll. Dazu werden verstärkt KWK-Anlagen umgerüstet, um vollständig oder teilweise mit Biomasse betrieben zu werden, wie der Blog EnWiPo berichtet.

So wird der mehrheitlich staatlich kontrollierte dänische Energiekonzern Dong Energy noch 2015 ein Kraftwerk mit einer Leistung von 793 Megawatt (MW) komplett auf Holzpellets umrüsten. Das Stadtwerkunternehmen HOFOR hat das Kraftwerk Amager auf der gleichnamigen Insel in der dänischen Hauptstadt bereits teilumgerüstet. Das Kraftwerk wird mit Kohle, Stroh- und Holzpellets befeuert, hat eine elektrische Leistung von 319 MW und stellt 583 MW Fernwärme für Kopenhagen bereit.

Dänemark ist Vorreiter

Der derzeitige Fernwärme-Energiemix besteht laut EnWiPo derzeit aus 52 Prozent Biomasse, 32 Prozent Abfall, 13 Prozent Erdgas und kleinen Anteilen an Geothermie, Kohle und Öl. Das Land im Norden kann ohne weiteres als Vorreiter beim Ausbau des Fernwärmenetzes bezeichnet werden, 60 Prozent aller dänischen Haushalte beziehen so ihre Wärme. Das Netz in Kopenhagen ist fast vollständig ausgebaut und in der Hand von überwiegend kleinen kommunalen Betreibern.

Der Vergleich mit Deutschland zeigt die Potenziale der Fernwärme für die Energiewende auf: Der KWK-Anteil an der Stromerzeugung liegt in Dänemark bei gut 60 Prozent. Insgesamt stammen über 70 Prozent der Fernwärme aus Erneuerbaren Energien, Abfall oder Gas. Der deutsche Wärmemarkt wird dagegen von den Energieträgern Gas mit 48 Prozent und Heizöl mit 32 Prozent dominiert. Der Fernwärmeanteil beträgt nur  ca. 14 Prozent, den KWK-Anteil an der Stromerzeugung schätzen Experten auf 17 Prozent. Wir können uns also für die dringend notwendige Wärmewende noch einiges abschauen von unserem Nachbarn im Norden. cw


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Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Revierbürger 06.09.2015, 09:16:28

+262 Gut Antworten

800 MW mit Holzpellets !!!

Wieviel Schiffe kommen da ? Wo stehen die Wälder ?

Revierbürger 06.09.2015, 09:16:30

+257 Gut Antworten

800 MW mit Holzpellets !!!

Wieviel Schiffe kommen da ? Wo stehen die Wälder ?


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