FossilausstiegMilliardengewinne für fossile Konzerne

Ölförderung
Ölförderung: Fossile Konzerne machen in der Energiekrise Milliardengewinne, NGOs fordern eine Übergewinnsteuer in der EU (Bild:  Getty Images / Unsplash+ Lizenz).

Während in Kolumbien die Internationale Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Energien zu Ende geht, machen Fossilkonzerne in der neuen Energiekrise Milliardengewinne. NGOs fordern eine Übergewinnsteuer, um die globale Transformation zu finanzieren.

29.04.2026 – Im kolumbianischen Santa Marta geht heute die erste internationale Konferenz zum Ausstieg aus den fossilen Energien (TAFF) zu Ende. Gleichzeitig sind fossile Energieunternehmen auf dem Weg, aus dem Ölpreisschock Milliarden an zusätzlichem Gewinn zu machen.

Milliardengewinne für fossile Konzerne in der Krise

Im Vorjahresvergleich konnten allein die sechs Großkonzerne – Chevron, Shell, BP, ConocoPhillips, Exxon und TotalEnergies – ihre Gewinne um fast 37 Millionen US-Dollar pro Tag steigern, zeigen Berechnungen von Oxfam. Insgesamt werden sich die Gewinne aus fossilen Brennstoffen 2026 auf rund 94 Milliarden US-Dollar belaufen.

Neben Fossilkonzernen profitiert von den steigenden Ölpreisen vor allem Russland, zeigen Daten des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA), ausgewertet durch die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald. „Das ist die Realität der fossilen Geopolitik: Wenn die Märkte in Panik geraten, kassieren autoritäre Exporteure ab“, sagt Alexander Kirk, Sanktions-Campaigner bei urgewald. Der Ausstieg aus den fossilen Energien ist nicht nur klimapolitisch, sondern auch geopolitisch notwendig, und würde Europa widerstandsfähiger gegen entsprechende Krisen auf dem Weltmarkt machen.

Bundesregierung bremst Erneuerbare aus

Nachdem auf der letzten UN-Klimakonferenz COP30 keine Einigung zu einem Fossilausstieg gefunden wurde, schlossen sich 50 Länder, darunter auch Deutschland, auf Initiative Kolumbiens und der Niederlande zusammen, um die globale Transformation weg von Kohle, Öl und Gas voranzutreiben. Ziel der Konferenz Transitioning Away from Fossil Fuels (TAFF) ist, einen globalen Ausstiegsplan zu erarbeiten, der auf der kommenden UN-Klimakonferenz COP31 im türkischen Antalya vorgestellt werden soll. Die Konferenz geht heute Abend zu Ende.

Obwohl Deutschland international am globalen Fossilausstiegsplan mitarbeitet, lässt der energiepolitische Kurs der Bundesregierung zuhause mehr als zu wünschen übrig. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekannte sich beim Petersberger Klimadialog 2026 zwar zum Pariser Klimaschutzabkommen und erkannte das Potenzial Erneuerbarer Energien als Antwort auf die geopolitischen Herausforderungen an. Mit Tankrabatt, der Novelle des EEG, Netzpaket und Kraftwerksstrategie plant die Bundesregierung jedoch neue Hemmnisse für die Energiewende statt der notwendigen Beschleunigung.

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„Die Bundesregierung bremst mit ihrer Energiepolitik den Ausbau von Sonne und Wind aus, will neue Gaskraftwerke bauen und verfestigt so bestehende Abhängigkeiten“, kritisiert Jan Kowalzig, Referent für Klimapolitik bei Oxfam. „Statt konsequent dagegen zu steuern, schiebt die Bundesregierung den fossilen Großkonzernen für deren klimazerstörendes Geschäftsmodell Milliardengewinne zu. Den Preis dafür zahlen die Verbraucher*innen – und Millionen Menschen, die durch die Klimakrise ihre Lebensgrundlage verlieren.“

Übergewinne besteuern

Die steigenden Energiekosten durch die Fossilkrise treiben auch die Lebenshaltungskosten in die Höhe und belasten die Wirtschaft von Ländern weltweit. Allein in den ersten 30 Tagen des Konflikts stiegen die Kosten der EU für fossile Brennstoffimporte um etwa 14 Milliarden Euro.

Oxfam fordert gemeinsam mit anderen NGOs eine Übergewinnsteuer für fossile Konzerne, um die globale Transformation weg von Kohle, Öl und Gas und hin zu Erneuerbaren Energien zu finanzieren. In einem offenen Brief an die EU-Kommission empfehlen sie dabei auch internationale Konzerne zur Kasse zu bitten, und das Geld in eine sozialgerechte Transformation weg von Kohle, Öl und Gas zu stecken.

„Ein gerechter Übergang weg von fossilen Brennstoffen muss Menschen unterstützen, die die Hauptlast der Klimakrise tragen und die durch die Transformation der Energiesysteme neuen Belastungen ausgesetzt werden könnten”, sagt Kowalzig. Die Besteuerung auf extreme Vermögen der Reichen und Superreichen sowie auf die Übergewinne fossiler Unternehmen sei zentraler Baustein für die Finanzierung einer weltweit sozial ausgewogenen und gerechten Energiewende. jb

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