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Norwegen will bis 2030 klimaneutral sein

Das Storting in Oslo hat entschieden, Norwegen bis 2030 klimaneutral zu machen. Das Ziel soll allerdings nur durch Kompensationszahlungen erreicht werden. (Foto: pixabay.com, CC0 Public Domain)
Das Storting in Oslo hat entschieden, Norwegen bis 2030 klimaneutral zu machen. Das Ziel soll allerdings nur durch Kompensationszahlungen erreicht werden. (Foto: pixabay.com, CC0 Public Domain)

Das norwegische Parlament hat gegen den Willen der konservativen Minderheitsregierung ein Gesetz verabschiedet, dass Norwegen zur Klimaneutralität ab 2030 verpflichtet. Allerdings wird dieses Ziel nur durch Ausgleichszahlungen zu erreichen sein.

22.06.2016 – Eine vollständige Dekarbonisierung innerhalb der nächsten 14 Jahre ist nicht zu schaffen, das wissen selbst die überzeugtesten Klimaschützer. Zumal der norwegische Staat und norwegische Firmen große Öl- und Erdgasförderer sind und derzeit kein Interesse daran haben, dieses Geschäft aufzugeben. Dennoch hat das Storting, das norwegische Parlament in Oslo, nun auf das Pariser Klimaabkommen reagiert und beschlossen, das skandinavische Land 20 Jahre früher als geplant klimaneutral zu machen. Wie die Klimaneutralität erreicht werden soll, ist allerdings umstritten.

Denn es sollen nicht die eigenen Treibhausgasemissionen zusätzlich reduziert sondern Klimaneutralität durch Ausgleichszahlungen erreicht werden. Die Norweger setzen besonders auf den EU-Emissionshandel und wollen CO2-Verschmutzungsrechte kaufen. Der norwegische Klimaminister Vidar Helgesen zeigte sich unzufrieden mit dem Parlamentsvotum und bezeichnete die Entscheidung als vorschnell und kostspielig. Im Jahr 2030 könne die Klimaneutralität 20 Milliarden Kronen kosten (etwa 2,1 Milliarden Euro), rechnete er vor.

Gute Bedingungen für Energiewende

Die Parlamentarier um die oppositionelle Arbeiterpartei verteidigen die Entscheidung, die Grünen fordern weitergehende Anstrengungen von der konservativen Regierung. Norwegen könne nicht die Öl- und Gasaktivitäten weiter ausbauen und gleichzeitig auf den internationalen Klimavertrag von Paris verweisen. Tatsächlich hat Norwegen sehr gute Voraussetzungen für eine nahezu vollständige Energiewende. 98 Prozent ihres Stroms erzeugen die Skandinavier in Wasserkraftwerken, ein neuer großer Windpark ist in Planung. Zudem ist das Land Vorreiter in Sachen Elektromobilität, ab 2025 soll der Verkauf von Benzin- und Dieselautos sogar verboten werden.

Dennoch sind die norwegischen Treibhausgasemissionen 2015 unter anderem aufgrund der Inbetriebnahme eines neuen Erdölfelds um 1,5 Prozent angestiegen. 35 Millionen Tonnen CO2 stößt das Land im Jahr aus, angetrieben durch die Ausbeutung fossiler Rohstoffe mit deren Export die Norweger den Klimawandel zusätzlich anheizen. Mit einer Reduzierung der norwegischen CO2-Emissionen dürfte dem Weltklima mehr geholfen sein als durch Ausgleichszahlungen. cw


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