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Nun ist auch der US-Atomkonzern Westinghouse pleite

Westinghouse wurde 1886 zur Herstellung von elektrischer Beleuchtung gegründet, 1998 kam die Auflösung. Die Nuklear-Sparte ging zunächst an British Nuclear Fuels, 2006 übernahm der japanische Konzern Toshiba den AKW-Bauer. (Foto: © <a href="https://c
Westinghouse wurde 1886 zur Herstellung von elektrischer Beleuchtung gegründet, 1998 kam die Auflösung. Die Nuklear-Sparte ging zunächst an British Nuclear Fuels, 2006 übernahm der japanische Konzern Toshiba den AKW-Bauer. (Foto: © Richard Huppertz / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Der nächste Atomkonzern schlittert in die Insolvenz: Der US-Hersteller von Kernkraftwerken Westinghouse steht offenbar kurz vor der Insolvenz. Das zu Toshiba gehörende Unternehmen gerät wegen ausufernder Kosten von Atom-Neubauten unter Druck.

28.03.2017 – Die deutschen AKW-Betreiber haben bereits seit vielen Jahren finanzielle Probleme, die französischen Atomkonzerne EDF und Areva sind tief in den roten Zahlen und nun ist der US-Hersteller von Kernkraftwerken an der Reihe: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, steht der Traditionskonzern Westinghouse vor der Insolvenz, noch diese Woche soll der Antrag gestellt werden. Zuletzt war auch der japanische Mutterkonzern Toshiba durch die US-Atomgeschäfte in finanzielle Schieflage geraten und versucht deshalb andere profitable Geschäftsfelder zu verkaufen.

Die Japaner wollen nach Abschreibungen in Milliardenhöhe mit einem Insolvenzantrag die Verluste begrenzen. 2006 hatte Toshiba die Atomsparte für geschätzte 5 Milliarden US-Dollar übernommen und musste zuletzt 712,5 Milliarden Yen (6,5 Milliarden Dollar) Verluste ausgleichen. Wie Reuters berichtet, könnten die Kosten bei einer Insolvenz auf bis zu 1 Billion Yen (9 Milliarden US-Dollar) steigen.

Erste AKW-Neubauten in den USA seit 30 Jahren

Die Probleme sind hausgemachter Natur. Verzögerungen und Kostenexplosionen von Atom-Neubauten in den USA schlagen sich nun in den Büchern nieder. Die Erweiterung des AKW Vogtle im Osten des US-Bundesstaats Georgia um zwei Reaktoren hinkt vier Jahre hinterher. Ende 2019 bzw. Anfang 2020 sollen die neuen Meiler nun in Betrieb gehen. Die Behörden mussten erst kürzlich weitere zwei Milliarden US-Dollar für den Bau genehmigen.

Auch beim zweiten großen Neubauprojekt in den USA gibt es Probleme: Die Bauarbeiten für die Reaktoren V.C. Summer 2 und 3 in South Carolina haben bereits 2013 begonnen und sollen nach Verzögerungen ebenfalls erst 2019 bzw. 2020 abgeschlossen sein. Auch hier hat es Kostensteigerungen in Milliardenhöhe gegeben. Die Ratingagentur Moody’s hatte vergangene Woche vor einer Insolvenz des Atomkonzerns Westinghouse und möglichen Folgen für die AKW-Neubauten gewarnt. cw


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