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EnergiewendePhilippinen verkünden Moratorium für Kohle

Ein Kohlekraftwerk am Wasser, umgeben von Wald.
Die Quezon Power Station ist ein aktives Kohlekraftwerk auf den Philippinen. (Bild: Lawrence Ruiz (Epi Fabonan III) / WikiCommons, CC BY-SA 4.0)

Geplanten Kohlekraftwerken schiebt die philippinische Regierung einen Riegel vor und setzt vermehrt auf Erneuerbare Energien. Doch noch ist Kohle wichtigster Stromlieferant und heizt die Klimakrise an, deren Auswirkungen die Philippinen hart trifft.

03.11.2020 – Der Energieminister der Philippinen Alfonso Cusi verkündete das Moratorium letzte Woche im Rahmen der Singapore International Energy Week. Bislang geplanten aber noch nicht final genehmigten Kohlekraftwerken auf den Philippinen erteilte Cusi eine Absage. Damit stehen acht Gigawatt zusätzlich geplanter Kohlekraft vor dem Aus, wie Climate Home News berichtet. „Ich bin optimistisch, dass dies Erneuerbaren Energien mehr Möglichkeiten gibt einen prominenteren Platz in der Energiezukunft unseres Landes einzunehmen“, sagte Cusi.

Dies gewährleiste den Philippinen einen Übergang zu einem nachhaltigeren Wachstum, so der Energieminister weiter. Bislang ist das Land abhängig von der Kohlekraft. Fast die Hälfte der Stromproduktion des Landes stammte noch 2019 aus Kohlekraftwerken. Die Kohleindustrie auf den Philippinen hat eine lange Geschichte. Spanische Kolonialisten entdeckten im 19. Jahrhundert riesige Kohlevorkommen und erschlossen immer mehr Abbaugebiete. Mit der Zeit entstanden auch immer mehr Kraftwerke. Heute verstromen die Philippinen mehr Kohle als sie produzieren. 2019 betrug der Importanteil der verbrauchten Kohle etwa 81 Prozent.

Klima-Risiko-Land

Mit der Abkehr von Kohle und Ausbau Erneuerbarer Energien im Land, könnten sich die Philippinen unabhängig von Importen machen und – für das Land mindestens genauso wichtig – ihren Anteil zum Klimaschutz beitragen. Im Klima-Risiko-Index der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Germanwatch machten die Philippinen zuletzt einen riesigen Satz nach vorne. Der Index basiert auf Daten des Internationalen Währungsfonds und dem Rückversicherer Munich Re. Neben Todesopfern berücksichtigt der Index die entstandenen Schäden durch Extremwetterereignisse. Von Platz 20 auf zwei verschlug es die Philippinen im aktuellen Index. Nur Japan und Deutschland machten noch größere Sprünge – im negativen Sinne.

Auf den Philippinen sind es vor allem Wirbelstürme, die verheerende Auswirkungen haben. In kurzen Abständen trafen zwei Taifune in der letzten Woche die Philippinen. Zuerst hatte Taifun „Molave“ 22 Todesopfer zufolge, dann traf am Sonntag Taifun „Goni“ das Land. Bislang sind mindestens zehn Todesopfer zu beklagen. Eine Millionen Menschen wurden zuvor evakuiert. Die Klimakrise sorgt für häufigere und stärkere Wirbelstürme. Ein wichtiger Faktor spielt dabei die Erwärmung der Ozeane, vor allem an ihren oberen Schichten. Dazu tragen sowohl steigende Temperaturen als auch der Anstieg des Meeresspiegels bei.

Gefährlicher Umweltschutz

Das Moratorium für Kohlekraft seitens der Regierung ist zwar positiv zu bewerten, dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass die philippinischen Machthaber mit harter Hand regieren. Weltweites Aufsehen erregte die massenhafte Ermordung von vermeintlichen Kriminellen, zu denen der amtierende Präsident Rodrigo Duerte 2016 aufrief. Und 2019 machte ein Bericht der Menschenrechtsorganisation Global Witness deutlich, wie gefährlich Umweltschützer auf den Philippinen leben.

Nirgendwo auf der Welt wurden 2018 mehr Umweltschützer ermordet als auf den Philippinen. 30 Fälle wurden offiziell angezeigt, die Dunkelziffer dürfte noch weitaus höher liegen. Dazu kommen viele Gewalttaten, die nicht direkt zum Tode führen. Die meisten der Opfer hatten sich gegen weitere Landnahme durch große Agrarkonzerne gewehrt. Duerte unterstützt mit seiner Politik große Agrarfirmen und die immer intensivere Landwirtschaft. mf


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