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Riesiges Windstromprojekt für Los Angeles

Im bevölkerungsärmsten US-Bundesstaat Wyoming im Nordwesten der USA leben gerade einmal gut 580.000 Menschen. Da auch die Windverhältnisse größtenteils sehr günstig sind, entstehen dort viele Windparks. (Foto: CGP Grey, flickr.com, CC BY 2.0, www.cg
Im bevölkerungsärmsten US-Bundesstaat Wyoming im Nordwesten der USA leben gerade einmal gut 580.000 Menschen. Da auch die Windverhältnisse größtenteils sehr günstig sind, entstehen dort viele Windparks. (Foto: CGP Grey, flickr.com, CC BY 2.0, www.cgpgrey.com)

Bis zu 1,2 Millionen Haushalte in Los Angeles sollen mit Windstrom versorgt, ein Druckluftspeicherkraftwerk und viele hundert Kilometer Netze gebaut werden. Die Milliarden-Pläne sind sehr ambitioniert – könnten aber bald Wirklichkeit werden.

07.10.2014 – Ein Konsortium aus vier US-Unternehmen plant, die Millionen-Metropole Los Angeles in wenigen Jahren mit einer großen Menge Windstrom zu versorgen. Dafür wollen sie acht Milliarden Dollar in das Projekt investieren, um im US-Bundesstaat Wyoming einen riesigen Windpark und in Utah ein großes Druckluftspeicherkraftwerk zu bauen. Insgesamt soll so Windstrom für     etwa 1,2 Millionen Haushalte produziert werden und mittels des Speichers auch bei Flaute und großer Nachfrage zur Verfügung stehen.

Dass der Windpark nicht in Kalifornien, sondern in Wyoming entstehen soll, hat einen einfachen Grund: Der Bundesstaat im Nordwesten der USA gehört zu den landesweit windreichsten Regionen und ist gleichzeitig der bevölkerungsärmste Staat. Dort ist die Kilowattstunde Windstrom mit umgerechnet drei Cent (Euro) sehr günstig. Der Windstrom muss allerdings in das über 1.000 Kilometer entfernte Los Angeles transportiert werden – ohne neue Leitungen kaum möglich.

Vier Milliarden und 700 Windräder

Immerhin ist Utah an das kalifornische Starkstromnetz angeschlossen, so dass von der geplanten Druckluftspeicheranlage nach Los Angeles keine neuen Leitungen gebaut werden. Die über 680 Kilometer vom Windpark zum Kraftwerk müssen allerdings neu errichtet werden, für veranschlagte 2,6 Milliarden US-Dollar. Der Windpark selbst, der etwa neun Millionen Megawattstunden Strom pro Jahr produzieren und bis zu 700 Windräder beherbergen soll, kostet rund vier Milliarden Dollar. Mit 1,5 Milliarden ist das Druckluftspeicherkraftwerk also fast ein Schnäppchen.

Die Planer hoffen, dass besonders nachts die Speicher der Anlage gefüllt werden können, um tagsüber Spitzen um die Mittagszeit und Windflauten auszugleichen. Große Kompressoren pressen bei Stromüberschuss Luft in vier riesige unterirdische Hohlräume, die jeweils einen Durchmesser von 150 Metern haben und 400 Meter hoch sein sollen. Die dort eingesperrte Luft wird einen Druck von 75 bar haben. Bei vollständiger Füllung soll die Anlage Energie für 40 Millionen Kilowattstunden Strom bereitstellen. Bei Bedarf wird die Druckluft mithilfe von acht Turbogeneratoren wieder in Strom verwandelt.

Wirkungsgrad muss gesteigert werden

Bis das Projekt Wirklichkeit werden kann, sind allerdings noch einige technische Fragen zu klären. Vor allem das Druckluftspeicherkraftwerk steht unter besonderer Beobachtung. Weltweit gibt es nur wenige Anlagen dieser Art, etwa im niedersächsischen Huntorf oder im US-Bundesstaat Alabama. Der Wirkungsgrad liegt derzeit bei unter 50 Prozent, was an der Wärme liegt, die beim Komprimieren der Luft entsteht und nicht genutzt wird. Beim Verstromen der Druckluft entwickelt diese wiederum große Kälte und muss erhitzt werden. Dabei geht viel Energie verloren. Etliche Unternehmen scheinen derzeit allerdings an Lösungen zu arbeiten und Verfahren zur Speicherung der Kompressionswärme zu entwickeln.

Initiatoren des Projekts sind der Wind-Projektierer Pathfinder Renewable Wind Energy, die Netzbetreiber-Firma Duke-American Transmission Co., der Speicherspezialist Magnum Energy und der Hersteller von Kompressoren, Turbinen und Motoren Dresser-Rand. Erst Ende September wurde bekannt, dass Siemens die Firma Dresser-Rand für knapp sechs Milliarden Euro übernehmen wird. Das Konsortium plant im kommenden Jahr dem Stromversorger Southern California Public Power Authority ihre detaillierten Pläne vorzustellen. Die Chancen auf Realisierung des riesigen Projekts scheinen gut. cw


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