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Schweiz funktioniert auch ohne Atomstrom

AKW Gösgen ist vorübergehend vom Netz. (Foto: © Ch-info.ch / wikimedia.commons CC BY-SA 3.0)
AKW Gösgen ist vorübergehend vom Netz. (Foto: © Ch-info.ch / wikimedia.commons CC BY-SA 3.0)

Zur Reparatur eines Dampflecks im Turbinenkreislauf wurde das Schweizer AKW Gösgen vom Netz genommen. Da gerade alle Atomkraftwerke im Alpenland wegen Revisionen und Reparaturen außer Betrieb sind, wird derzeit landesweit kein Atomstrom produziert.

18.08.2015 – In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde das Kernkraftwerk Gösgen vom Netz genommen. Alle AKW in der Schweiz sind damit außer Kraft gesetzt, doch von einem Energieengpass ist im Alpenland ist nichts zu spüren – und der sei auch nicht zu befürchten, hieß es am Montag beim Bundesamt für Energie BfE. Im Sommer kommt es laut BfE immer wieder vor, dass für Revisionen mehrere Atomkraftwerke gleichzeitig abgeschaltet werden – dass aber kein einziges mehr läuft ist dann doch eine Neuheit.

Am Montag dieser Woche exportierte die Schweiz laut der Netzbetreiberin Swissgrid sogar mehr Strom, als sie importierte, dank der Wasserkraft. Die Stauseen in den Bergen seien gut gefüllt und es gebe Schmelzwasser. Wie lange die Schweiz atomfrei bleiben kann ist noch nicht ganz klar, voraussichtlich bis Ende des Monats.

In der Schweiz sind im Regelfall vier Kernkraftwerke mit fünf Reaktorblöcken am Netz. Der Reaktorblock Beznau 1 im Kanton Aargau wurde im Jahr 1969 als erster in Betrieb genommen. Nach Unregelmäßigkeiten am Reaktordruckbehälter forderten Umweltschützer erst kürzlich das endgültige Abschalten des weltweit dienstältesten Reaktors. Das Kernkraftwerk Leibstadt ist das leistungsstärkste AKW der Schweiz , der Reaktorblock der neueste.

Nach Fukushima beschloss die Schweizer Regierung den Ausstieg aus der Atomenergie bis 2034. Es sollen keine Bewilligungen für neue Kernreaktoren erteilt werden, die bestehenden Anlagen sollen nach einer Gesamtlaufzeit von 50 Jahren abgeschaltet werden. Debatten über die Atommüll-Endlagerung laufen auch hier kontrovers, es wird seit Jahren nach geeigneten Standorten gesucht. na


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