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Solarstrom in Finnland auf dem Vormarsch

Vaisala. Der finnische Solarmarkt ist vergleichsweise noch klein, aber Photovoltaik wird in dem skandinavischen Land immer populärer. Im Bild das Hauptquartier des Umwelt- und Messtechnikunternehmens Vaisala in Vantaa bei Helsinki. (Foto: Vaisala)
Vaisala. Der finnische Solarmarkt ist vergleichsweise noch klein, aber Photovoltaik wird in dem skandinavischen Land immer populärer. Im Bild das Hauptquartier des Umwelt- und Messtechnikunternehmens Vaisala in Vantaa bei Helsinki. (Foto: Vaisala)

Photovoltaik ist in Finnland im Kommen. Treiber sind sinkende Preise und Steuern-sowie Netzentgeltbefreiungen für den Eigenverbrauch und Investitionszuschüsse. Wohnimmobilien und --baugenossenschaften sind aber von der Förderung noch ausgeschlossen.

18.07.2017 – Bislang hörte man wenig von der Photovoltaik in Finnland. Dies beginnt sich nun zu ändern. Zwar ist die installierte netzgekoppelte Photovoltaikleistung mit gut 20 Megawatt noch vergleichsweise klein. Doch von 2014 bis 2016 legte der Photovoltaikmarkt um mehr als 100 Prozent zu, berichtet Karoliina Auvinen von Finsolar, einem Projekt der Aalto University.

Die Preise für PV-Anlagen gingen innerhalb eines Jahres um über zehn Prozent zurück. Der Eigenverbrauch von kleineren PV-Anlagen ist von Netzentgelten und Stromsteuern befreit und Kommunen und Unternehmen erhalten Investitionszuschüsse. Laut Auvinen fielen die Preise für größere netzgekoppelte PV-Anlagen mit mehr als einem Megawatt auf unter 1.000 Euro pro Kilowatt (kW). Hausdachanlagen kosten momentan zwischen 1.300 und 2.000 Euro. Offgrid-Anlagen mit Batterien kosten zwischen 3.500 Euro (> 1 kW) bis 5.000 Euro (< 1kW).

Mit Investitionszuschüssen sowie Steuer- und Netzbefreiungsbefreiungen unterstützt die finnische Regierung die Photovoltaik. Der solare Eigenverbrauch ist von Netzgebühren und Stromsteuern befreit (bis maximal 800 Megawattstunden jährlich). Unternehmen und Kommunen erhalten Investitionszuschüsse von 24 bis 40 Prozent. Wohnimmobilien und Wohnungsbauunternehmen sind allerdings von der Förderung ausgeschlossen. Für die Installation von PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern werden jedoch Steuervorteile in Höhe von bis zu zehn Prozent der Gesamtinvestition gewährt. Wenn man die Förderung und Steuerbefreiungen mit einbezieht, liegen die Stromerzeugungskosten für Photovoltaik derzeit zwischen 3,3 Cent pro Kilowattstunde (kWh) für Großanlagen und 11 Cent/kWh für Kleinanlagen, rechnet Auvinen vor. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt bei rund 18 Cent/kWh.

Nächster Schritt: Wohnbaugenossenschaften mit einbeziehen

„Die Photovoltaik ist in Finnland bereits auf einem guten Weg, doch das Marktwachstum würde sich mit weiteren Fördermaßnahmen noch verbessern“, sagt Auvinen. Vor allem müsse es darum gehen, den Wohnbausektor und die Wohnbaugenossenschaften in die Förderung einzubeziehen. Über zwei Millionen von insgesamt 5,5 Millionen Finnen leben in rund 80.000 Mehrfamilienhäusern. Finsol versucht nun mit etlichen Pilotprojekten zu Microgrids (Inselnetzen) und Smart Metern die Chancen einer Solarstromversorgung in diesem Bereich aufzuzeigen.

Die jährliche Sonneneinstrahlung in Finnland ist mit der in Norddeutschland vergleichbar. Von Vorteil ist allerdings das kalte Wetter und die staubfreiere Umgebung, unterstreicht Auvinen. Dies bestätigt auch Matthi Lehtonen, der auf einem Bauernhof nördlich von Helsinki eine 6,2 kW PV-Freiflächenanlage mit einem Tracker betreibt. Im vergangenen Jahr lieferte die Anlage insgesamt 7.200 kWh Solarstrom und mit 1.148 kWh/kW deutlich mehr als manche Anlage weiter südlich. „Nur zwei Monate im Jahr von Ende November bis Ende Januar ist der Ertrag aufgrund der kurzen Tage ziemlich niedrig“, berichtet der pensionierte Ingenieur. hcn


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