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Strom aus der Wüste: Marokko eröffnet riesige Solaranlage

Blick auf ein Solarkraftwerk in der Wüste Marokkos (Foto: © Jens Steingässer, KfW-Bildarchiv)
Blick auf ein Solarkraftwerk in der Wüste Marokkos (Foto: © Jens Steingässer, KfW-Bildarchiv)

Sie soll rund 1,2 Millionen Marokkaner mit Strom versorgen und ist nach Angaben des Betreibers die größte Solaranlage der Welt. Noor 1 wurde am Rande der Sahara feierlich in Betrieb genommen. Marokko verringert damit seine Abhängigkeit von Energieimporten.

07.02.2016 – Am Donnerstag wurde in Marokko eine der größten Solaranlagen der Welt in Betrieb genommen. Zur Eröffnung in Quarzazate, einer kleinen Stadt im Süden Marokkos, reiste sogar König Mohammed VI. an. Damit zeigt der Wüstenstaat, dass er in Zukunft stärker auf Erneuerbare Energien setzen und seine Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren will. Die nun eingeweihte Anlage Noor 1 mit einer Kapazität von 160 Megawatt liefert Strom für 350.000 Menschen. In den nächsten zwei Jahren sollen Noor 2 und Noor 3 folgen, mit denen dann etwa 1,2 Millionen Menschen mit Strom versorgt werden können.

Unterstützt wird das Vorhaben unter anderem durch einen Kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die mit 834 Millionen Euro über ein Drittel vom gesamten Projekt finanziert. Außerdem wird ein Teil der Technik von deutschen Unternehmen geliefert. Die Parabolspiegel stammen beispielsweise von der FLABEG-Gruppe aus Nürnberg/Furth im Wald, die Turbine von Siemens und der Energiespeicher in Form von flüssigem Salz von BASF. Die Climate Investment Funds (CIF) haben 390 Millionen Euro in das Wüsten-Projekt investiert.

Energie auch in der Nacht

Bei Noor 1 handelt es sich um ein Sonnenwärmekraftwerk. Die 537.000 Parabolspiegel passen sich tagsüber permanent dem Stand der Sonne an und heizen ein synthetisches Öl auf fast 400 Grad Celsius auf. Mithilfe dessen kann eine Dampfturbine angetrieben werden, die auch in konventionellen Kraftwerken verwendet wird. Mithilfe des flüssigen Salzes kann die Sonnenenergie gespeichert und in den darauffolgenden Stunden abgegeben werden. So können auch die Spitzenlastzeiten am Abend bedient werden.

Die Umweltbilanz des Mammutprojekts ist jedoch nicht nur positiv. So darf die Temperatur der flüssigen Salzmischung nicht unter 110 Grad Celsius fallen, da es ansonsten erstarren könnte. Dafür wird täglich Dieselkraftstoff verbraucht. Außerdem müssen zukünftig große Mengen an Kühlwasser verwendet werden, die aus dem Staubecken des Mansour-Eddahbi-Damms entnommen werden. Wasser ist in diesem Gebiet aufgrund der großen Dürre jedoch eine äußerst knappe Ressource. jk


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