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Weniger Kohlestrom macht das Netz stabiler

Die vielen deutschen Kohlekraftwerke sind mittlerweile zur Belastung für das Stromnetz geworden, befinden Experten des Bundeswirtschaftsministeriums und der Bundesnetzagentur. (Foto: <a href="https://pixabay.com/" target="_blank">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank">CC0 1.0</a>)
Die vielen deutschen Kohlekraftwerke sind mittlerweile zur Belastung für das Stromnetz geworden, befinden Experten des Bundeswirtschaftsministeriums und der Bundesnetzagentur. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Ein Großteil der Kohlekraftwerke hat heute eine belastende Wirkung auf das Stromnetz, die Stilllegung von mehreren Meilern könnte die Versorgungssicherheit steigern. Zu diesem Ergebnis kommen Experten von Wirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur.

18.11.2017 – Das Papier ist brisant und wurde pünktlich zum Endspurt der Sondierungen für eine Jamaika-Koalition verbreitet. Denn in der Expertise widerlegen die Mitarbeiter des Bundeswirtschaftsministeriums und der Bundesnetzagentur die Hauptargumente von CDU/CSU und FDP gegen einen Kohleausstieg: Die Versorgungssicherheit ist nicht gefährdet, sie wird sogar durch die Abschaltung von Kohlemeilern sicherer.

Das liegt daran, dass die Lage im deutschen Stromnetz aufgrund der großen Überkapazitäten angespannt ist. Obwohl wird immer mehr Ökostrom produziert wird, laufen die alten, längst abgeschriebenen Kohlekraftwerke weiter, weil es sich für die Energiekonzerne wirtschaftlich lohnt. Das wiederum kostet die Übertragungsnetzbetreiber und im Endeffekt die Stromkunden viel Geld, um Probleme im Stromnetz zu beheben. „Besonders relevant sind Situationen, in denen starker Wind und starke Last zusammenfallen. Dann laufen Kohlekraftwerke im Wesentlichen für den Export und verschärfen Engpässe im deutschen Netz“, heißt es in dem Papier.

„Eine belastende Wirkung auf das Netz“

Sie kommen zu dem Schluss: „Der Großteil der Kohlekraftwerke hat heute eine belastende Wirkung auf das Netz“, eine Stilllegung könnte die Versorgungssicherheit steigern.

Konkret rechnen die Experten die Stilllegung von 7 Gigawatt (GW) Kohlekraftwerkskapazitäten im Jahr 2020 durch. Das entspricht in etwa 12 bis 15 mittelgroßen Kraftwerken. Die Autoren betonen allerdings: Noch mehr Kraftwerke könnten möglich sein, man müsse es einfach nur durchrechnen. Und weiter sagen sie: „Die Versorgung bleibt auch sicher, wenn sich 2020 eine ‚Dunkelflaute‘ wie Anfang 2017 einstellen sollte. Und die Versorgung bleibt auch dann sicher, wenn im Jahr 2022 das letzte Kernkraftwerk vom Netz geht.“

Weiter starke Überkapazitäten

Der Grund dafür sind die gewaltigen Überkapazitäten im deutschen und europäischen Strommarkt, derzeit sind es etwa 40 GW. „Der deutsche Kraftwerkspark wäre auch nach Stilllegung von 7 GW Kohlekraftwerken wettbewerbsfähig“, Deutschland bliebe weiterhin Nettoexporteur von Strom. Für 2020 verbliebe ein Leistungsüberschuss von ca. 18 GW, 2023 dann 11 GW.

Das Bundewirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur bestätigten die Echtheit des Papiers, wollten es allerdings gegenüber der dpa nicht als offizielle Stellungnahme verstanden wissen. cw


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