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Bürgerenergie bleibt Erfolgsfaktor für die Energiewende

Bürgerenergie bleibt für die dezentrale Energiewende der größte Erfolgsfaktor. (Grafik: © AEE)
Bürgerenergie bleibt für die dezentrale Energiewende der größte Erfolgsfaktor. (Grafik: © AEE)

Laut einer Studie des Instituts trend:research sind Privatpersonen weiterhin die mit Abstand wichtigsten Investoren für Erneuerbare-Energien-Anlagen in Deutschland. Knapp ein Drittel der installierten Leistung zur Ökostromproduktion ist in Bürgerhand.

03.02.2018 – Zwar ist nach Aussage der Studie der Beitrag von Privatpersonen zur installierten Leistung Erneuerbarer Energien im Vergleich zur letzten Erhebung leicht gesunken, für eine erfolgreiche Energiewende spielen die Bürger als Energieproduzenten jedoch weiterhin die Schlüsselrolle – weit vor Energieversorgern, Projektierern, Gewerbebetrieben, Fonds und Banken, berichtet die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) nach Auswertung der Studie und Zahlen.

Energie-Genossenschaften wie auch Bürgerwindparks, die als Verbund gemeinsam Erneuerbare-Energien-Projekte verwirklichen, werden in der trend:research Studie ebenso zur Kategorie der Privatleute gezählt wie Einzelpersonen, die bspw. in eine Photovoltaikanlage investieren. Zusammen bringen es Privatleute und Landwirte auf einen Anteil von 42 Prozent am Eigentum Erneuerbarer-Energien-Anlagen in Deutschland. Ihr Anteil ist damit gegenüber der Vorgänger-Erhebung von 2012 insgesamt um vier Prozentpunkte gesunken – das liegt aber auch daran, dass sich der Anteil größerer Unternehmen an der installierten Leistung Erneuerbarer Energien erhöht hat.

„Die große Vielfalt der Akteure ist zu begrüßen“, sagt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. Doch die Basis für Akzeptanz und Engagement beim Ausbau Erneuerbarer Energien stehe und falle mit Beteiligungs- und Investitionsmöglichkeiten der Bürger.

Vor allem Solar- und Windenergie sind bei Privatbürgern und Genossenschaften oder Kommunen beliebt. Privatleute und Landwirte bringen es bei der Windenergie an Land auf einen Anteil von 41 Prozent, beim Solarstrom sogar auf 49 Prozent der installierten Leistung. Die Beteiligungsmöglichkeiten sind hier mittlerweile vielfältig. Dennoch ist der Anteil der Bürgerenergie in beiden Sparten etwas gesunken: bei der Windenergie an Land 2016 gegenüber 2012 um neun Prozentpunkte, wobei der Anteil der Energieversorger in diesem Segment um 3,6 Prozentpunkte auf insgesamt 14,3 Prozent zulegen konnte. Die Gewerbebetriebe verdoppelten ihren Anteil auf mehr als sechs Prozent.

„Die Entwicklung zeigt die wachsende Attraktivität des Zukunftfelds Erneuerbare Energien für institutionelle Investoren“, so Vohrer. Die Erfahrung zeige aber, dass nur durch die Teilhabe der Bevölkerung Erneuerbare Energien die notwendige Unterstützung vor Ort erfahren. Vor allem die Windenergie hat immer noch viele Gegner – oftmals weil die Menschen vor Ort zu spät oder gar nicht in die Planungen einbezogen werden.

Nachfrage nach Solaranlagen steigt

Nach Jahren des Marktrückgangs zog die Nachfrage nach Solarstromanlagen in Deutschland 2017 erstmals wieder spürbar an, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. auf Basis von Zahlen der Bundesnetzagentur aktuell mit. Demnach wurden bis zum Jahresende 2017 rund 67.200 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von insgesamt 1,75 Gigawatt (GW) bei der Bundesbehörde gemeldet. Die Belebung der Nachfrage geht nach Einschätzung des BSW-Solar insbesondere auf stark gesunkene Photovoltaik-Preise zurück.

Die Bundesregierung müsse nun bestehende Marktbarrieren und Photovoltaik-Ausbaudeckel beseitigen und die Ausbauziele deutlich heraufsetzen, so die Forderung des Branchenverbandes. Die im Rahmen der Koalitionsverhandlungen bis 2020 geplanten Photovoltaik-Sonderausschreibungen von insgesamt vier Gigawatt seien zu niedrig angesetzt, das zeige der Trend. „Unser Energiesystem ist für deutlich mehr Solarenergie bereit. Es ist höchste Zeit, bestehende Bremsen zu lösen“, fordert daher der Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar Carsten Körnig. „Aufgrund des Preisverfalls haben die im EEG gewährten Marktprämien für die Errichtung neuer Solaranlagen keinen nennenswerten Einfluss mehr auf den Strompreis.“

Mit Erzeugungskosten von rund fünf Cent sei neu errichtete Solartechnik im Kraftwerksmaßstab inzwischen auch in Deutschland eine der günstigsten Arten der Energieerzeugung geworden. Die wichtigsten Maßnahmen für eine Solarisierung der Energieversorgung hat der BSW-Solar der Politik in einem Zehn-Punkte-Programm vorgelegt. na

   

Forum

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  1. Florian 05.02.2018, 22:36 Uhr
    Bleibt zu hoffen das die Bürger weiterhin engagiert bleiben. Bei Offshore Windkraft sind angesichts der oft Milliarden schweren Projekte die Bürger schon mal raus, hier sind große institutionelle Investoren am Zug. Ob Bürger bei der Onshore Windkraft zum Zug kommen werden, abwarten, meist sind es im Moment keine echten Bürgerenergie Genossenschaften. Bei der Bioenergie ist auch der Dampf raus, hier geht für Bürger noch am ehesten was auf Dörfern wo Biogasanlagen und Ortswärme in Kombination umgesetzt werden können. Bei den Photovoltaikanlagen haben die Bürger noch die besten Aussichten sofern die Rahmenbedingungen nicht mehr verschlechtert werden, Stichwort Smartmeter. Wobei mich erstaunte welchen großen Anteil am letztjährigen Photovoltaikanlagen Zubau die großen Dachanlagen und die Freiflächen Anlagen hatten, ein Zeichen das gerade viele Bürger die ein kleines Dach für eine Photovoltaikanlage zur Verfügung haben im Moment von einer Umsetzung absehen?

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