Kommt 2018 die Photovoltaik-Renaissance in Europa?

2018 erlebt Europa eine Renaissance auf dem Photovoltaikmarkt, davon sind die Analysten von GTM Research überzeugt. (Foto: pixabay, CC0 1.0)
2018 erlebt Europa eine Renaissance auf dem Photovoltaikmarkt, davon sind die Analysten von GTM Research überzeugt. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Die Photovoltaik eilt seit Jahren von Rekord zu Rekord, nur in Europa nahm die Installation von Solarstromanlagen kaum Fahrt auf. Nun könnte es so weit sein: Analysten rechnen für 2018 mit einer Wiederbelebung und einem Wachstum von 35 Prozent.

05.12.2017 – „Eine neue europäische Renaissance“, so betiteln die Analysten von GTM Research ihren neuesten Erkenntnisse. Im Global Solar Demand Monitor rechnen sie mit acht Ländern, die in diesem Jahr die Grenze von einem Gigawatt (GW) neuer Photovoltaik-Leistung durchbrechen werden. In den vergangenen zwei Jahren waren es nur sechs. Für 2018 kommt dann das große Wachstum: 13 Länder werden voraussichtlich in den Gigawatt-Club aufgenommen, darunter mit Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Spanien vier europäische Staaten.

Insgesamt könnte der europäische Photovoltaikmarkt um 35 Prozent wachsen, nachdem dieser seit dem Höchststand im Jahr 2011 eingebrochen war. GTM Research zufolge wird Spanien diesen Wandel anführen und das mit einem gewaltigen Sprung von 40 Megawatt installierter Leistung in 2017 auf 1,4 GW in 2018. Der Aufschwung fußt auf erfolgreichen Ausschreibungen mit 3,9 GW Leistung, die in den kommenden beiden Jahren in Betrieb gehen soll. Ob daraus ein langfristiger Trend wird, ist noch unklar.

Stetiges Wachstum in Europa

„Der europäische Markt tritt in eine Phase des nachhaltigen Wachstums ein und ist nicht länger vom Boom-Bust-Zyklus der Einspeisetarife getrieben“, erklärte Tom Heggarty, Senior Analyst bei GTM Research. Die starken Schwankungen des Photovoltaikzubaus in Europa könnten also vorbei sein – vorausgesetzt, die Regierungen spielen mit. Heggarty sieht Europa auf dem Weg zu einem „förderfreien Markt“, in Großbritannien und Italien gebe es bereits erste Projekte ganz ohne Förderung. Auch Deutschland sieht er auf einem guten Weg, die letzten Ausschreibungen hätten Förderpreise ergeben, die immer näher an die aktuellen Preise am Strommarkt heranrücken.

2017 werden aus Europa nur Deutschland und Frankreich im Gigawatt-Club vertreten sein, der Aufschwung im restlichen Europa wird erst 2018 an Fahrt gewinnen. Der deutsche Photovoltaikmarkt befindet sich bereits im Aufschwung, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von 900 Megawatt errichtet – eine Zunahme von etwa 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Bundesverband Solarwirtschaft begründete dies mit gesunkenen Kosten für Solaranlagen. Insbesondere mittelständische Unternehmen und Eigenheimbesitzer bauen wieder mehr Photovoltaikanlagen. cw

   

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  1. Eitel Heck 05.12.2017, 12:57 Uhr
    Dem Artikel stimme ich zu.
    Einige Gedanken zur Solarenergie:
    1.Südeuropa-Mittel und Nordeuropa
    Durch die höhere Sonneneinstrahlung erzielt man in Südeuropa mit Photovoltaikanlagen höhere Stromleistungen.
    Für eine großflächige Stromerzeugung in Südeuropa erzielt man mit Solarthermiekraftwerken mit modernen Wärmespeichern möglicherweise höhere Jahresstomvolllaststunden gegenüber Photovoltaik.
    2.Deutschland als rohstoffarmes Land verfügt für die Herstellung von Solarmodulen über die Hauptrohstoffe:
    Quarzsand, Steinkohle, Steinsalz, Wasser und Strom.
    Trotzdem wird der Hauptanteil der Solarmodule aus China importiert, wo die Herstellung subventioniert wird und der Haupthersteller der Solarmodule in Deutschland macht Konkurs.
    3.Photovoltaik-Dachanlagen zur Stromeigenversorgung durch Kombination von Solarstrom mit Festnetzstrom haben eine gute Perspektive zur Stromeinsparung bzw. Nutzung von überschüssigen Strom.Dafür gibt es leistungsfähige Batterien.
    Der Beitrag in diesem Portal zur Nutzung der Solarenergie in Südkorea zeigt, was in Deutschland bei Photovoltaik-Dachanlagen besser gemacht werden könnte.
    4.Zur großflächigen Stromerzeugung haben aus meiner Sicht Photovoltaik-Parks mit einer volatilen Stromerzeugung und niedrigen Jahresstromvolllaststunden bei der diffusen Sonneneinstrahlung von 120W/m² im Zeitmittel in Deutschland keine Perspektive.
    Zur Kompensation wetterbedingter Leistungsschwankungen von Photovoltaik-Parks wird gegenwärtig ein Schwungmassenspeicher mit einem supraleitenden Lager ( bei -200°C, zur Erzielung dieser niedrigen Temperatur ist große Energie notwendig) mit einem Energieinhalt von 3 kWh bis 6kWh entwickelt.
    Bei dieser Speichertechnologie wird der zu speichernde Strom durch ein Schwungrad mit hoher Drehzahl in mechanische Energie umgewandelt. Durch Kopplung des Schwungrades mit einem Elektrogenerator kann die mechanische Energie wieder in elektrische Energie umgewandelt werden. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

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Projektleiterin Dialogforum
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