Frankreich muss Ausbau Erneuerbarer Energien verdoppeln

Der Ausbau der Solarenergie ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr zwar etwas vorangegangen, doch Frankreich liegt beim Ausbau Erneuerbarer Energien anderen EU-Mitgliedstaaten weit hinten – das liegt vor allem an 58 Atomreaktoren die subventionierten Strom billig liefern. Frankreichs Präsident Macron und sein Umweltminister Hulot sollten das Thema nicht länger beiseiteschieben. (Foto: © Solon)
Der Ausbau der Solarenergie ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr zwar etwas vorangegangen, doch Frankreich liegt beim Ausbau Erneuerbarer Energien anderen EU-Mitgliedstaaten weit hinten – das liegt vor allem an 58 Atomreaktoren die subventionierten Strom billig liefern. Frankreichs Präsident Macron und sein Umweltminister Hulot sollten das Thema nicht länger beiseiteschieben. (Foto: © Solon)

Der Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Frankreich ist im Jahr 2017 leicht gesunken. Als Nachzügler im Vergleich zu vielen seiner EU-Nachbarn müsste Frankreich den Ausbau verdoppeln, wenn es seine Energiewende-Ziele erreichen will.

10.02.2018 – „Wir müssen den Ausbau angesichts der klimatischen Entwicklungen extrem beschleunigen“, waren sich die Experten des Syndicat des énergies renouvelables (SER) beim Kolloquium in Paris einig, hinsichtlich der Ergebnisse des jährlich erstellten Berichts zum Stand Erneuerbarer Energien in Frankreich Panorama de l’électricité renouvelable der Netzbetreiber RTE und Enedis, der SER und Distributeurs d’électricité en France ADEeF. Laut Bericht betrug die Gesamtleistung aus Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik und Bioenergie Ende 2017 rund 48.685 Megawatt (MW). Mit einer Produktion von 89 Terawattstunden (TWh) haben die Erneuerbaren Energien einen Anteil von 18,4 Prozent zur gesamten Stromerzeugung beigetragen – das ist etwas weniger als noch im Vorjahr. Das sei vor allem auf den geringeren Anteil der Wasserkraft zurückzuführen, die aufgrund eines schlechten Niederschlagsjahres weniger Leistung gebracht habe. Im Vergleich: 19,6 Prozent Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromproduktion waren es im Jahr 2016, 18,7 Prozent in 2015 und 19,5 Prozent im Jahr 2014.

Energiewendegesetz bleibt ein Papiertiger

Mit einem Anteil regenerativer Energie am Gesamtenergieverbrauch von 16 Prozent liege Frankreich weit abgeschlagen hinter den europäischen Nachbarn wie Schweden (53,8 %), Finnland, (38,7 %), Lettland (37,2 %), Österreich (33,5 %) oder Dänemark (32,2 %). Frankreich hatte sich 23 Prozent Energieversorgung aus Erneuerbaren bis 2020 zum Ziel gesetzt. Elf von 28 EU-Mitgliedsstaaten hätten ihr Ziel bereits erreicht oder sogar überschritten. Deutschland allerdings wird es – offenen Auges – auch verfehlen.

Der Präsident des SER Jean-Louis Bal hält für Frankreich das Ziel von 32 Prozent, wie es im Energiewendegesetz verankert ist, bis 2030 für realistisch, sagte er gegenüber Le Monde Planète. Denn im vergangenen Jahr gab es einen Zubau von 2.763 Megawatt (MW), davon 1.797 MW Windkraft – das war deutlich mehr als 2016. Allein im letzten Quartal seien rund 1.100 Megawatt dazugekommen, man erkenne also eine positive Progression, so Bal.

Die Windkraft komme am besten voran, 13.559 MW waren es Ende 2017. Damit erreiche der Windpark 90 Prozent des von der PPE gesetzten Zielausbaus von 2018. Die Windenergie hatte Ende 2017 einen Gesamtanteil von rund fünf Prozent an der Stromversorgung Frankreichs. Die Solarenergie bringt es Ende 2017 auf 7.660 MW mit einem Zubau von 887 MW im vergangenen Jahr. Trotz dieser leicht positiven Zahlen reicht die Entwicklung laut PPE nicht aus, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Ein Umweltminister ohne große Vision

Frankreich hatte es bislang nicht eilig, zumal man sich von der Atomkraft nicht so schnell verabschieden mag. Die wenigen Kohlekraftwerke will man in absehbarer Zeit abschalten, das bringt Klimapunkte und CO2-Einsparung. Umweltminister Nicholas Hulot hatte im November letzten Jahres erläutert, dass man die Atomkraftwerke gerade wegen des Klimaschutzes noch brauche – ein Armutszeugnis für einen ehemaligen Umweltaktivisten. na

   

Forum

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  1. Rudolf Tarantik 18.02.2018, 23:22 Uhr
    Und noch ein Bericht, der zeigt, dass Sonne und Wind zu den preisgünstigsten Stromerzeugern gehören.
    https://thinkprogress.org/solar-wind-keep-getting-cheaper-33c38350fb95/?utm_content=buffer6cea0&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer
  2. Rudolf Tarantik 17.02.2018, 17:50 Uhr
    Die Aussage, dass viele neue flexible Kohle und Gaskraftwerke noch gebaut werden müssen ist falsch. Es bestehen über 25 GW Gaskraftwerke, die aber meist nur bis 10% ausgelastet sind. Einfach wegen der extremen Überkapazitäten der unflexiblen Kraftwerke die konsequent ignoriert werden.
    https://www.electricitymap.org/?wind=false&solar=false&page=country&countryCode=DE&remote=true
  3. Rudolf Tarantik 17.02.2018, 17:44 Uhr
    Herr Heck, alle Ihre wunderbaren Techniken sind verständlich, logisch aufgebaut, sinnvoll und sicherlich auch zu realisieren. Problem ist nur, dass es sie jetzt noch nicht gibt, teilweise erst in 10 oder 20 oder 50 Jahren. Und vor allem ist überhaupt nichts über die Kosten bekannt. Bekannt ist auch, dass sich Techniken mit hohen Stückzahlen schnell preislich nach unten entwickeln können, gigantische Großprojekte aber normalerweise in einem finanziellen Desaster enden.
  4. Eitel Heck 17.02.2018, 15:58 Uhr
    Die flexiblen Kraftwerke auf Kohle- und Gasbasis zur Überbrückung der Windstromüberschüsse müssen weitgehend neu gebaut werden.Herr Tarantik, da Sie jede neue Schlüsseltechnologie abseits von Wind und Photovoltaik ablehnen und sich nicht inhaltlich mit diesen Technologien beschäftigen, haben Sie übersehen, dass die neue RWE-Schlüsseltechnologie ein flexibles Kraftwerk darstellt, mit dem Unterschied, dass im Vergleich mit den bisher avisierten flexiblen Kohle- und Gaskraftwerken aber auch gegenüber Biomasse- und Biogaskraftwerken, bei der neuen RWE-Schlüsseltechnologie keine CO2-Emission entsteht.
    Die Stromerzeugung erfolgt durch Wasserstoffverbrennung und durch Wasserdampf, dem Abbprodukt der Wasserstoffverbrennung.
    Die neue RWE-Schlüsseltechnologie stellt eine Revolution in der Energieerzeugung auf Kohlebasis dar, die Sie leichtfertig, offensichtlich auf Grund fehlender technologischer Kenntnisse abwinken.
  5. Eitel Heck 17.02.2018, 10:29 Uhr
    Herr Tarantik, eine Diskussion zu verschiedenen Klimaschutztechnologien ist offensichtlich mit Ihnen nicht möglich.
    Mit fast religiösem Eifer versuchen Sie alle Technologien außerhalb Wind und Photovoltaik auszublenden, darunter sogar erneuerbare Energien wie Solarthermiekraftwerke, Gezeitenkraftwerke, Wasserstoff-Brennstoffzellentechnolgie und nun die von RWE entwickelte Schlüsseltechnolgie für Kohlekraftwerke ohne CO2-Emission, die sie offensichtlich nicht verstanden haben.
    Mit dieser Schlüsseltechnologie wird durch den Energieträger Wasserstoff Strom erzeugt und das Abprodukt der Wasserstoffverbrennung, heißer Wasserdampf und heißer Luftstickstickstof,f wiederum mit Dampfkraftwerkstechnik zur Stromerzeugung genutzt. Dadurch wird der Wirkungsgrad der Kohlekraftwerke erheblich gesteigert.
    RWE hat offiziell bekannt gegeben, dass die nächste Generation der Braunkohlekraftwerke mit dieser äußerst klimafreundlichen Schlüsseltechnologie ausgestattet wird.
    Ich bin offensichtlich der Erste, der grüne Apologeten auf diese Schlüsseltechnik aufmerksam macht.
    Vielleicht haben Sie ein Problem zu verstehen, wieso in einem Kohlekraftwerk Wasserstoff erzeugt wird, der dann als Energieträger zur Stromerzeugung genutzt wird.
  6. Rudolf Tarantik 16.02.2018, 19:19 Uhr
    Dann genügt es ja diese wunderbaren Entwicklungen abzuwarten. Und vor allem Aussagen zu den Kosten anzufordern.
    In der Zwischenzeit kann dann absolut problemlos die Energiewende mit den vorhandenen Erneuerbaren bis zu 70% ausgebaut werden. Bis zu dieser Größenordnung bedarf es keinerlei PtG und komplexer Speichertechnik, sondern nur flexible Kraftwerke und vernünftige Verwertung der Stromüberschüsse im Verkehrs- und Wohnungssektor mit einfachster vorhandener Technik.
  7. Eitel Heck 16.02.2018, 14:42 Uhr
    Ergänzung zur CCS-Technologie, um den Gegenkommentar von R.Tarantik zu widerlegen.
    RWE hat gemeinsam mit BASF und Linde die IGCC-CCS-Technologie entwickelt, die in der neuen Generation von Braunkohlekraftwerken zum Einsatz kommt.
    Bei dieser neuen Technologie wird die Kohle nicht in herkömmlicher Weise verbrannt mit CO2-Emission, sondern in einem Vergaser wird die Kohle in ein brennbares Gas, bestehend aus Kohlenmonoxid,CO2 und Wasserstoff umgewandelt.
    Nach der Entschwefelung wird das CO2 abgetrennt, verdichtet und gespeichert.
    Der verbleibende Wasserstoff wird zur Stromerzeugung genutzt.
    Die entstehenden Abgase bestehen aus Wasserdampf und Stickstoff und werden zur Dampferzeugung genutzt, um in einem weiteren Generator den Dampf zur Stromerzeugung zu nutzen.
    Damit hat diese neue Technologie 2 Varianten der Stromerzeugung.
    Variante 1: Stromerzeugung aus Wasserstoff,
    Variante 2. Stromerzeugung aus Wasserdampf.
    Der Wirkungsgrad der Kohlekraftwerke wird mit dieser Schlüsseltechnologie bedeutend erhöht.
    Diese Entwicklung, die bereits einen fortgeschrittenen Realisierungsstand hat, wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft gefördert.
    Diese Schlüsseltechnologie ist eine Klimaschutztechnologie.
    Kohlekraftwerke mit dieser Schlüsseltechnologie werden künftig eine Umorientierung der Energiewende als grundlastfähige klimafreundliche Kraftwerke herbeiführen.
  8. Eitel Heck 16.02.2018, 14:03 Uhr
    Herr Tarantik, an der Lösung der Probleme, an denen seit Betreiben der WKA vor ca. 20 Jahren gearbeitet wird, gibt es bei den meisten Problemen, darunter auch die Sektorkopplung noch keine technisch-ökonomisch realisiebare Entscheidungskonzepte.
    Bei der Entsorgung der Rotorblätter muss beispielsweise ein neues Zementwerk in Lägerdorf im dreistelligen Millionenbereich gebaut werden oder andere Zementwerke mit Millionenaufwendungen umgerüstet werden.
    Eine Entscheidung hierzu wurde noch nicht getroffen.
    Die Beheizung der Rotorblätter erfordert erheblichen Strombedarf, der die Nennleistung minimiert, und ist noch keine großflächige Lösung.
    Zur Entwicklung einer geeigneten Enteisungsbeschichtung werden F/E-Arbeiten durchgeführt.
    Zur Power to Gas-Technologie gibt es noch kein großflächiges technisch-ökonomisch ausgereiftes Entscheidungskonzept.
    Meine Anfrage an DVGW:
    1.Welche Anzahl von Elektrolyseanlage mit welchem Investitionsaufwand zur Herstellung von Ökowasserstoff müssen gebaut werden?
    Antwort:Hierzu gibt es nur Schätzungen und wenig konkrete Zahlen.
    2. Wieviel Anlagen für synthetisches Methan aus Ökowasserstoff mit welchen Investitionsaufwendungen müssen gebaut werden?
    Anwort:Die Methanisierung erfolgt dicht an den Elektrolyseanlagen. Der Investaufwand ist noch nicht bekannt.
    3.Wie erfolgt der Transport von Ökowasserstoff?
    Antwort:Im Normalfall in Rohrleitungen.
    Mein Standpunkt: Rohrleitungen erfordern Edelstahl-Speziallegierungen.
    Zur Zeit Wasserstoffrohrleitungen in Deutschland 240 km im Ruhrgebiet und 73 km in Sachsen-Anhalt.,,
    4.Eindeutige sicherheitstechnische Entscheidung zur Einspeisung von Ökowasserstoff in Erdgasverbundsystem?
    Antwort:Man rechnet mit 10% Einspeisung, aber eine sicherheitstechnische Beschränkung auf 2% ist möglich.
    Oberflächige Bewertungen von Technologien können zu Wohlfahrtsverlusten führen( siehe Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen).
  9. Rudolf Tarantik 16.02.2018, 12:38 Uhr
    Herr Heck,
    an allen Problemen, die Sie auflisten wird gearbeitet und teilweise gute Lösungen gibt es bereits. Siehe heute unter IWR.de Wirkungsgrad von PtG auf 75% gesteigert. Ängste und Falschinformationen zu verbreiten sind allerdings keine Lösung.
    - Sektorkopplung, (es bedarf nur gesetzlicher Regelungen, den abgeregelten Strom vor dem Engpass abgabenfrei verwenden zu dürfen)
    -Stromspeicher (erst notwendig, wenn flexible Kraftwerke nicht mehr ausreichen),
    -Eindeutig nachweisbares Konzept zur Stromversorgungssicherheit mit volatiler Stromerzeugung (Flexibilität ist die Lösung die heute bereits jeden Blackout verhindert),
    -Entsorgung der Rotorblätter (Carbonfasern und thermische Verwertung sind kein Problem),
    -Wirksame Verhinderung des Eisabwurfes (dafür gibt es ja seit langem Lösungen mit Blattheizung und Spezialbeschichtungen).
    Natürlich kann man das Haar in der Suppe suchen, viel entscheidender aber sind die Kosten, und leider kann keine ihrer Technologien auch nur annähernd mithalten. Gerade bei CCS, so wünschenswert es auch sei, sind die Kosten bzw. die Wirkungsgradverluste jenseits von Verhältnismäßig.
    Wären die Kosten vertetbar, würden alle neuen Kraftwerke automatisch mit CCS gebaut. Die Pilotanlage von RWE gibt noche lange keinen Anlaß zu Hoffnung, solange keine Kosten veröffentlicht werden.
  10. Eitel Heck 14.02.2018, 19:07 Uhr
    Wenn Florian und R.Tarantik Unklarheiten zur CCS-Technologie haben, empfehle ich, sich mit den Konzernen RWE und Linde AG in Verbindung zusetzten.
    RWE betreibt im Kohlekraftwerk Niederaußen ein Pilotanlage zur CCS-Technolgie.
    Die Linde AG ist an zahlreichen Demonstrations- und Pilotobjekten zur CCS-Technologie beteiligt.
    Zur Bedeutung der CCS-Technologie gibt es eine Veröffentlichung des Bundeswirtschaftsmisteriums.
    Aus den Kommentaren von Florian und R.Tarantik auch zu anderen Artikeln immer als Gegenkommentare zu meinen Kommentaren ist zu erkennen, dass sie Probleme haben andere erneuerbare Klimaschutztechnologien außerhalb der volatilen Wind- und PV-Strom zu bewerten.
    Das betrifft:
    -Gezeitenkraftwerke,
    -Solarthermiekraftwerke,
    -CCS-Technologie,
    -Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie für große Kraftwerke zur Stromerzeugung,
    -Hydrazin-Brennstoffzelle zum Einsatz in Kraftfahrzeugen.
    Übrigens bei WKA gibt es nicht nur das Problem, dass
    - in den nächsten Jahrzehnten mehrere Hunderttausend Tonnen Rotorblätter zur Entsorgung anfallen, deren Entsorgung noch nicht gelöst ist, sondern in den Wintermonaten gibt es die Gefahr des massiven Eiswurfes an Windrädern.
    Aus den Medien ist zu erfahren,das
    zu Silvester 2016 ein 60 cm Eisbrocken einen Spaziergängerr knapp verfehlte.
    Die Lausitzer Rundschau berichtete über einen massiven Eisabwurf von WKA unmittelbar an der Bundesstraße B320.
    Neben der Bundesstraße lagen handgroße Eisbrocken, als wäre eine ganze LKW-Ladung mit Eisbrocken abgekippt wurden.
    Ich empfehle, die WKA erst weiter auszubauen, wenn alle offenen Probleme eindeutig mit Kostenbewertungen geklärt sind, wie es den allgemeinen Normen der Investitionsdurchführung entspricht.
    -Sektorkopplung,
    -Stromspeicher,
    -Eindeutig nachweisbares Konzept zur Stromversorgungssicherheit mit volatiler Stromerzeugung,
    -Entsorgung der Rotorblätter,
    -Wirksame Verhinderung des Eisabwurfes.
  11. Florian 13.02.2018, 21:21 Uhr
    der Neubau von Kernkraftwerken kommt in Frankreich nicht mehr in Schwung. Abgesehen vom Desaster Projekt EPR in Flamanville das sowohl Zeit und Kosten Rahmen sprengt ist nichts weiter im Bau oder meines Wissens nach geplant. Früher oder später werden etliche Atomkraftwerke altershalber abgeschaltet werden müssen. Fessenheim wird hier hoffentlich bald den Anfang machen. Zustände wie jetzt in Belgien bei denen Atomkraftwerke über die verantwortbare technische Lebensdauer hinaus betrieben werden hoffe ich in Frankreich nicht ertragen zu müssen. Vor diesem Hintergrund gilt es rechtzeitig an Alternativen zu den alten Atomkraftwerken zu denken und das werden hoffentlich vorrangig die erneuerbaren Energien sein. Frankreich verfügt über Gegenden mit hohen Photovoltaik Erträgen vor allem in Südfrankreich und lange windreiche Küstenregionen wo die Windenergie große Potentiale hat sowie Bergmassive die für Wasserkraft ideal sind plus eine große Agrar Landschaft mit Chancen für Bioenergie.
  12. Florian 13.02.2018, 21:11 Uhr
    das die EU künftig auf CCS setzen möchte ist mir nicht bekannt! bitte mit Nennung des Projekts oder der Absichtserklärung. Nur ein Projekt in Norwegen soll umgesetzt werden, CO2 aus einer Zementfabrik soll per Tankschiff in einem leeren Ölfeld verpresst werden, mehr ist mir nicht bekannt!
  13. Rudolf Tarantik 13.02.2018, 18:14 Uhr
    Die Kosten für CCS sind nicht bekannt. Die genauen Wirkungsgradverluste werden nicht offiziell bekannt gegeben. Ich warte schon lange vergebens auf relle Zahlen.
  14. Eitel Heck 13.02.2018, 10:09 Uhr
    CCS-Technologie:
    Die EU setzt offensichtlich neben der Kernenergie auch auf die CCS-Technologie als Klimaschutztechnologie.
    Zu vielen innovativen Technologien gibt es Ablehnungen und Befürworter.
    Das betrifft auch Windkraftanlagen mit volatiler Stromerzeugung.
    Trotz 29000 WKA und 1,2 Mio PV-Anlagen ist Deutschland Europameister in den Strompreisen und hat die höchste CO2-Emission in der EU. Da läuft doch etwas falsch.
    Für die CCS-Technologie sind sebstverständlich die Kosten bekannt, da Kohlekraftwerke in einigen Ländern( Kanada, China, Australien, Indien) bereits diese Technologie einsetzen.
    Norwegen baut gegenwätig eine CCS-Großanlage.
    RWE betreibt im Kohlekraftwerk Niederaußen eine CCS-Pilotanlage mit erfolgversprechenden Ergebnissen.
    RWE veröffentlichte, dass die nächste Generation von Braunkohlekraftwerken mit CCS-Technologie ausgerüstet wird.
    Die Linde AG ist an zahlreichen Pilot- und Demonstrationsanlagen für CCS beteiligt.
    Linde unterstützt China auf diesem Gebiet mit seinem Forschungs- und Entwicklungszentrum in Schanghai. Weiterhin wird Linde in Schanghai eine CCS-Pilotanlage errichten.
    Die Nutzung von CO2 für die Backpulverherstellung ist nur ein Beispiel der Nutzung von CO2.
    Weitere Beispiele:
    Linde beliefert 50 holländische Gewächshäuser per Rohrleitungen mit 350000 to CO2 pro Jahr.
    Die CCS-Technologie ist auch für den weltweiten Ausbau der Erdgasgwinnung von Bedeutung.
    Die CCS-Technologie kann auch zur Erdölgwinnung aus bereits leer gepumten Erdölfeldern eingesetzt werden.
    Die CCS-Technologie ist die einzige Technologie um die CO2-Emission in der CO2-intensiven Industrie (Stahl-, Zement- und Aluminiumproduktion sowie Petrochemie) um 80 Mio to CO2 pro Jahr zu reduzieren. Sie kann auch zur CO2-Reduzierung in Gas-, Biomasse- und Biogaskraftwerken eingesetzt werden.
    Die einseitige Orientierung in Deutschland auf volatile Windstromerzeugung ist der Hauptgrund, dass die Klimaziele verfehlt werden.
  15. Rudolf Tarantik 12.02.2018, 18:24 Uhr
  16. Rudolf Tarantik 12.02.2018, 17:19 Uhr
    Das einzig entscheidende bei neuen Technologien sind die Kosten. Natürlich kann man im Forschungsbereich höher Kosten tolerieren, aber spätestens bei einer seriellen Fertigung müssen die Kosten offen gelegt werden und eine Kostendegression ersichtlich sein. Bei solarthermischen Kraftwerken und PV sind die Kosten bekannt und die jeweiligen Nischenanwendungen werden sich herauskristallisieren.
    Bei CCS sind die Kosten nicht bekannt, bekannt ist nur der immense Energieverbrauch bzw. die Wirkungsgradverluste. Die Welt mit Backpulver zu überschwemmen dürfte auch nicht gerade sinnvoll sein. Auch hier gilt abzuwarten, ob sich Nischenanwendungen finden werden. In der Zwischenzeit wird die Energiewende zweifelsohne mit den preisgünstigsten Erneuerbaren weiterentwickelt. Und das ist nun mal Sonne und Wind inclusive der flexiblen Ausgleichskraftwerke und Sektorkopplung.
  17. Eitel Heck 12.02.2018, 15:18 Uhr
    Korrektur:
    Der größte Solarpark Frankreichs in Bordeaux hat eine Leistung von 300 MW mit 1,0 Mio Solarmodulen.
  18. Eitel Heck 12.02.2018, 15:01 Uhr
    Weitere Ergänzung zu meinem Kommentar:
    Bei den Entscheidungen zu den Varianten Solarthermie oder Photovoltaik spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die nur die Länder beantworten können, die diese Entscheidungen treffen.
    Inzwischen gibt es große Photovoltaikanlagen, die ähnliche Stromleistungen wie Solathermiekraftwerke realisieren, aber in der Nacht stromlos sind
    -Solarpark Longyangia, China(Tibet),
    850 MW mit 4 Mio Solarmodulen,
    -Solarpark im indischen Bundesstaat Tamil Nadu,
    648 MW,
    -Solarpark Aqua Caliente, Arizona, USA
    290 MW mit 5,2 Mio Solarmodulen,
    Das Solarkraftwerk Noor Marokko baut ein Solarthermiekraftwerk in 3 Bauabschnitten.
    Der 4. Bauabschnitt wird als Photovoltaikanlage mit einer Leidstung von 50 MW realisiert.
    Der größte Solarpark in Deutschland in Straßkirchen
    54 MW,
    Der größte Solarpark in Frankreich, Bourdeaux
    41 MW
  19. Eitel Heck 12.02.2018, 10:48 Uhr
    Ergänzung zu meinem Kommentar:
    Das bisherhige Ergebnis der Energiewende, die ausschliesslich auf die Stomerzeugung orientiert, die nur 20% der Energieerzeugung darstellt:
    Trotz ca. 29000 WKA und ca. 1,2 Mio PV-Anlagen hat Deutschland die höchsten Strompreise und die höchste CO2-Emission in der EU.
    Deshalb gibt es prominente Kritik zur Energiewende und damit zum Programm von Bündnis 90/ Die Grünen.
    Im Bericht des Bundesrechnungshofes kritisieren die Prüfer eine mangelnde Kontrolle der Energiewende, die zu Mehrkosten führt, insbesondere gebe es ineffiziente Förderprogramme und eine kaum nachvollziehbare Organisation des Projekts.
    Mit dem Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen, das der Bundeskanzlerin am 28.8.2017 übergeben wurde, wird ein ökonomisch sinnvolles Umsteuern der Energiewende gewünscht. Es wird darauf hingewiesen, dass die Kosten bereits aus dem Ruder laufen.
    Mit der bisherigen dezentralen, kleinteiligen und planwirtschaftlichen Vorgehensweise kann die Energiewende nicht ohne riesige Wohlstandsverluste gelingen.
    Diese prominenten kritischen Hinweise, die R.Tarantik ausblendet, spielen offensichtlich bei den Entscheidungen zum
    Aussetzen des Ausstieges aus den Kohlekraftwerken eine Rolle.
    Bei Kernreaktoren der 4. Generation habe ich R.Tarantik widerlegt, dass die Realisierung nicht Jahrzehnte dauert, sondern in 10 Jahren möglich ist.
    Die ökonomischen Vorteile dieser Kernreaktoren blendet R.Tarantik aus:
    -Nutzung des gegenwärtigen Atommülls in den geologischen Endlagern zur Stromerzeugung,
    -Kopplung der Stromproduktion mit Prozesschemie, darunter Kraftstoffe und Wasserstoff, sowie zur Wärmeerzeugung,
    -Möglichkeit zur Realisierung von Minireaktoren, die zu einer größeren Kraftwerkseinheit zusammensetzbar sind,
    -niedrige Investionskosten und niedrige Stromkosten.
    Näheres unter dem Link:
    http://www.spektrum.de/news/kernkraftwerke-der-zukunft/1527265
  20. Eitel Heck 12.02.2018, 10:18 Uhr
    Die Öffentlichkeit wird sicher die Kommentare von mir und von R.Tarantik bewerten.
    In diesem Portal wurde die GROKO-Verhandlung zum Klimaschutz kritisch bewertet.
    Der Ausstieg aus den Kohlekraftwerken wurde vorerst ausgesetzt.
    Damit hat sich die GROKO von einer Zielsetzung der Energiewende verabschiedet.
    Der endscheidende Grund für diese Entscheidung ist, dass die volatile, wetterabhängige Windstromerzeugung unter Beachtung der Gesetze der Physik für Stromkreise eine Stromversorgungssicherheit bei Ausstieg aus den grundlastfähigen Kohlekraftwerken nicht gewährleistet.
    Bei dieser Entscheidung hat die GROKO sicherlich ihre guten Kontakte zur Wirtschaft und damit zu praxiserfahrenen Wirtschaftsexperten genutzt.
    Bei der Orientierung der GROKO zu 65% EEG 2030 sind mehrere Bundestagswahlen zu berücksichtigen, wo wieder Korrekturen zur Energiewende wahrscheinlich sind.
    Bei der CCS-Technologie blendet R.Tarantik offensichtlich bewußt meine Hinweise zur CO2-intensiven Industrie( Stahl-, Zement- und Aluminiumproduktion sowie Petrochemie) aus.
    Mit der CCS-Technologie kann in dieser Industrie die CO2-Emission um 80 Mio to pro jahr reduziert werden, ein Klimaschutzeffekt, der nicht ansatzweise in den nächsten Jahren durch WKA erreicht wird, die nach 20 Jahren wieder abgebaut und entsorgt werden, wobei in den nächsten Jahrzehnten mehrere Hunderdtausend to Rotorblätter mit ungesicherten Entsorgung anfallen.
    Ich gehe davon aus, dass die Bevölkerung bisher nicht über die Entsorgung der WKA informiert ist.
    Sicherlich ist die CCS-Technologie mit Kosten verbunden, die aber im Zusammenhang mit der Nutzung des gespeicherten CO2 beherrschbar ist. Ein Kohlekraftwerk in Indien betreibt die CCS-Technologie in Indien wirtschaftlich, ohne Subventionen und stellt aus gespeicherten CO2 Backpulver her.
    Gute Erfahrungen zu dieser Technologie liegen weiterhin vor in
    China, Kanada, Norwegen und Deutschland( RWE, Linde).
  21. Rudolf Tarantik 11.02.2018, 14:17 Uhr
    Bis Ende 2020 wird also ein futuristisches Kraftwerk in Kanada in Betrieb gehen. Toll, bis dahin wird der EE-Anteil 65% betragen und die Hälfte der Kohlestromerzeugung in Deutschland ersetzt sein. Dann wird man sich in Ruhe die Kosten ansehen und überlegen, ob sich der Bau eines Kraftwerkes rentiert, das 10 Jahre Bauzeit benötigt.
    Wenn man unbedingt die teuerste Form der CO2 Vermeidung verwenden möchte oder muß, dann kann man gerne CCS Techniken verwenden. Nur dann bitte nicht über die exorbitant hohen Kosten jammern.
  22. Eitel Heck 11.02.2018, 11:10 Uhr
    Grundlage der Klimaschutzziele ist die Reduzierung der Treibhausgase, insbesondere CO2.
    Wenn Deutschland mit ca.29000 WKA, der höchsten Anzahl innerhalb der EU und mit ca. 1,2 Mio PV-Anlagen innerhalb der EU die höchsten Strompreise und die höchste CO2-Emission aufweist, dann läuft doch etwas falsch.
    Bevor Frankreich kritisiert wird, sollte die deutsche Energiewende genauer beleuchtet werden.
    1.In der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnik für die großflächige Stromversorgung und für Kraftfahrzeuge sind andere Länder, darunter Japan, weiter.
    2.Mit der CCS-Technologie läßt sich nicht nur die CO2-Emission der Kohlekraftwerke deutlich reduzieren, sondern es ist die einzige Technologie, um die CO2-Emission in der CO2-intensiven Industrie( Stahl-, Zement- und Aluminiumproduktion sowie die Petrochemie) um 80 Mio to !!! CO2 pro Jahr zu reduzieren.
    3.Kanada wird Ende der 2020-er Jahre ein neues, sehr sicheres Kernkraftwerk der 4. Generation als Minikraftwerk in Betrieb nehmen.
    Vorteil:
    Nutzung des Atommülls der Endlager zur Stromerzeugung,
    Kopplung der Stromproduktion mit der Herstellung chemischer Erzeugnisse, darunter Kraftstoffe und Wasserstoff, sowie der Wärmeerzeugung
    niedrige Stromkosten,
    4.Der Energiekonzern e.on orientiert auf die Markteinführung von Flugwindanlagen bis 2025
    Vorteil:
    wesentliche größere Jahresstromvolllaststunden und um ca. 90% geringere Materialkosten gegenüber WKA,
    wesentlich geringere Kosten zum Abbau und Entsorgung der Anlagen, bei WKA fallen in den nächsten Jahrzehten mehrere Hundertausend to Rotorblätter an, deren Entsorgung noch nicht gelöst ist.
    5.Mein Vorschlag zur Hydrazin-Brennstoffzelle für den CO2- freien Kraftverkehr wurde nicht einmal ansatzweise geprüft.
    Vorteile gegenüber Elektroautos:
    schnelle Auftankung,
    niedrige Produktionskosten,
    keine Explosionsgefahr, die bei Li-Ionen- Batterien besteht,
    gut einzuordnen in die bisherige Infrastruktur für Verbrennungsmotoren,
  23. Rudolf Tarantik 10.02.2018, 11:05 Uhr
    Zehn von 58 französischen AKW sind in einem katastrophalen Zustand. Die Kraftwerke werden immer älter, maroder und somit gefährlicher und teurer im Unterhalt. Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass sie ersetzt werden müssen. Das neue Kraftwerk in Flamanville ist ein finanzielles Desaster. Jedes neue Atomkraftwerk braucht mittlerweile Jahrzehnte und zig Milliarden um fertiggestellt zu werden. Es bedarf schneller Lösungen und nicht Aussitzen bzw. futuristisches Gelabere.
  24. Eitel Heck 10.02.2018, 10:37 Uhr
    Frankreich stellt ca. 91% des Stromes ohne nennenswerte CO2-Emission her.
    72,8 % Kernenergie,
    10% Wasserkraft,
    ca. 8-9% WKA, PV
    Damit hat Frankreich eine niedrige CO2-Emission bei der Stromerzeugung, die Deutschland erst mit der Energiewende trotz 29000 WKA und 1,2 Mio PV-Anlagen anstrebt.
    Frankreich hat sich zum Ausstieg aus den Kohlekraftwerken bis 2030 verpflichtet.
    In der CO2-Emission und den Strompreisen in Frankreich gibt es einen erhelichen Unterschied im Vergleich zu Deutschland mit den höchsten Strompreisen und der höchsten CO2-Emission innerhalb der EU.

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