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Fukushima: Roboterbilder zeigen geschmolzenen Brennstoff

Foto aus dem Inneren von Reaktor 3 in Fukushima. (Foto: International Research Institute for Nuclear Decommissioning (IRID))
Foto aus dem Inneren von Reaktor 3 in Fukushima. (Foto: International Research Institute for Nuclear Decommissioning (IRID))

Erstmals konnte ein Roboter in der Atomruine Fukushima Ablagerungen von geschmolzenem Brennstoff ausfindig machen. Das Ausmaß der Zerstörung macht deutlich, dass eine vollständige Stilllegung der Ruine noch viele Jahrzehnte dauern wird.

25.07.2017 – Kamerabilder aus dem Inneren des havarierten Atomkraftwerks Fukushima lassen erahnen, welche Kräfte bei der Kernschmelze vor über sechs Jahren gewirkt haben müssen. Lavaähnliche Gebilde ragen teilweise einen Meter hoch zwischen Trümmerteilen empor und überziehen den gesamten Boden des dritten Reaktors.

Wahrscheinlich handelt es sich dabei um die ersten detaillierten Bilder von geschmolzenem Brennstoff seit der Reaktorkatastrophe im Jahr 2011. Um die Atomruine endgültig stilllegen zu können, müssen nun zunächst die Reste des Brennstoffs lokalisiert werden. Insgesamt dürfte der Prozess aber noch einige Jahrzehnte dauern.

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass die erstarrten Objekte eine Mischung aus geschmolzenem Metall und Brennstoff sind, die aus dem Behälter gefallen sind“, sagte ein Tepco-Sprecher laut der Tagesschau. Der Betreiberkonzern hatte in der vergangenen Woche damit begonnen, den mit Kühlwasser gefluteten Reaktor mit einem kleinen Roboter zu erkunden. Ausgerüstet ist dieser nicht nur mit einem Strahlenmessgerät, sondern auch mit Kameras und Scheinwerfern.

Brennstoffreste müssen genau lokalisiert werden

In den nächsten Wochen soll das Videomaterial aus dem Inneren der Fukushima-Ruine gesichtet und analysiert werden. Ob das Material zu einer genauen Lokalisierung der Brennstoffreste ausreicht, ist zurzeit jedoch noch fraglich. Eine Strategie für die endgültige Stilllegung der Atomruine müsste allerdings auf diese Information aufbauen.

In den vergangenen Monaten hatte Tepco bereits mehrmals Versuche unternommen, das Innere der Reaktoren 1 und 2 mithilfe von Robotern zu erkundigen. Aufgrund der immer noch extrem starken Strahlung sowie größerer Trümmerteile gab es dabei jedoch keine nennenswerten Ergebnisse.

Prognosen der japanischen Regierung zufolge liegen die Kosten der Aufräumarbeiten zurzeit jährlich bei rund 700 Millionen Euro. Insgesamt könnten die Stilllegung von Fukushima, die Zahlung von Entschädigungen sowie die Dekontaminierung umgerechnet etwa 165 Milliarden Euro kosten. jk

   

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