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95 Prozent der Bevölkerung stehen hinter der Energiewende

95 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen eine stärkere Nutzung und der Ausbau Erneuerbarer Energien wichtig oder außerordentlich wichtig sind. (Foto: andibreit / pixabay.com, CC0 Public Domain)
95 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen eine stärkere Nutzung und der Ausbau Erneuerbarer Energien wichtig oder außerordentlich wichtig sind. (Foto: andibreit / pixabay.com, CC0 Public Domain)

Der Ausbau Erneuerbarer Energien ist für 95 Prozent der Deutschen ein wichtiges bis außerordentlich wichtiges Anliegen, zeigt eine aktuelle Emnid-Umfrage. Damit unterstützt eine überwältigende Mehrheit der Befragten die Energiewende.

10.08.2017 – Es ist schon länger bekannt, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung grundsätzlich hinter der Energiewende steht. Dass aber eine derartig überwältigende Mehrheit den verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien unterstützt, ist durchaus überraschend. So haben immerhin 95 Prozent der Befragten angegeben, dass ihnen eine stärkere Nutzung und der Ausbau Erneuerbarer Energien wichtig oder außerordentlich wichtig sind, zeigt eine aktuelle und repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar EMNID im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

„Das Ergebnis der Umfrage beweist, wie breit der gesellschaftliche Konsens ist, der die Energiewende in Deutschland trägt”, sagt Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der AEE. „95 Prozent sind ein deutliches Votum an die kommende Bundesregierung, den Ausbau der Erneuerbaren Energien entschlossen voranzutreiben“, so Boenigk mit Blick auf die Bundestagswahl im September.

Als einen weiteren Aspekt hat die Umfrage auch ein kritisches Thema der Energiewende angeschnitten. Dabei äußerten sich 65 Prozent der Befragten grundsätzlich positiv über Erneuerbare-Energien-Anlagen im Umkreis von fünf Kilometern um ihren Wohnort. Die Zustimmung fiel sogar noch deutlich höher aus, wenn tatsächlich eine Anlage in der Umgebung der Teilnehmer ist. Hierbei steigt der Zustimmungswert bei Solarparks auf 94 Prozent. Hingegen möchte fast keiner der Befragten freiwillig in der Nähe eines Kohle- oder Atomkraftwerks wohnen. Die Zustimmungswerte lagen hierfür im einstelligen Prozentbereich.

Um die Finanzierung des Ausbaus Erneuerbarer Energien sicherzustellen, zeigte sich außerdem eine Mehrheit der Befragten dazu bereit, per EEG-Umlage dafür einen Beitrag zu leisten. So bewerteten insgesamt 56 Prozent den aktuellen monatlichen Beitrag von 20 Euro je 3-Personen-Haushalt für angemessen oder zeigten sich sogar dazu bereit, mehr für den Ausbau der Erneuerbaren zu bezahlen. Lediglich 37 Prozent empfinden den Beitrag als zu hoch. jk

   

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  1. Eitel Heck 16.08.2017, 09:21 Uhr
    zu Waltraud Schmidt
    Mit Wunschdenken und allgemeine Aussagen lösen wir die Energiewende nicht.
    Wenn auf die rasante Entwicklung der Technik hingewiesen wird, muss nach dem Prinzip der Technologieoffenheit die rasante Entwicklung der Technologien, beispielsweise die sichere Technologie des Dual Fluid Kernreaktors, auch ermöglicht werden. Wenn man von einer Atomallergie betroffen ist, muss man sich zur Heilung inhaltlich mit dieser neuen Technologie auseinandersetzen.
    Die Energiewende auf der Grundlage einer fluktuierenden Stromerzeugung ist ins Stocken geraten, weil bezahlbare Groß- und Langzeitspeicher für überschüssigen Strom nicht und auch nicht in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen. Ich erinnere daran, dass Windkraftanlagen seit ca. 20 Jahren betrieben werden und in kürze die ersten Anlagen abgebaut und entsorgt werden, ohne dass eine Lösung des Stromspeicherproblems erkennbar ist.
    Andere Industrieländer lösen die Energiewende und damit die Klimaziele im Vergleich zu Deutschland neben Windkraft und Photovoltaik mit fluktuierender Stromerzeugung schwerpunktmäßig mit Kraftwerken mit einer kontinuierlichen Stromerzeugung.
    Das betrifft:
    -Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Kernergie, über die ich mehrfach in diesem Portal informierte.
    -Erneuerbare Energieerzeugung,
    .Gezeitenkraftwerke
    China plant ein Gezeitenkraftwerk, dass so viel Strom wie 2 Atomkraftwerke produziert.
    .Wasserkraftwerke,
    .Geothermiekraftwerke,
    .Solarthermiekraftwerke,
    .Wasserstoffkraftwerke mit umweltfreundlichen Brennzellen,
    Nur wenn Technologieoffenheit zu allen umweltfreundlichen Technologien als Alternativen zu Windkraft sich durchsetzt, werden die Klimaziele gelöst.
    Die Programme zur intelligenten, digitalen Energieerzeugung( Smart Grid) und zur effizienten Kraft-Wärmkopplung( Power to Heat) sind Langzeitprogramme und ersetzen keine bezahlbaren
    Groß- und Langzeitspeicher für fluktuierenden Strom.
  2. Waltraud Schmidt 12.08.2017, 22:43 Uhr
    Zum Punkt "Bezahlbarkeit der Energiewende" weiß doch inzwischen jede(r), der sich ein bisschen mit dem Thema befasst, dass es uns viel teurer zu stehen kommt, wenn wir sie nicht endlich konsequent umsetzen.
    Leider wird auch viel zu selten erwähnt, dass wir deutlich sparsamer bzw. effizienter mit Energie umgehen müssen.
    Außerdem besteht die Energiewende nicht nur darin, Strom möglichst CO2-frei zu erzeugen. Auch im Wärme- und Verkehrssektor muss sie schneller vorangehen.
    Zwischen dem ersten Satelliten im All (1957) und der ersten Mondlandung sind nur 12 Jahre vergangen; sollten wir es mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln und der rasanten Weiterentwicklung von Technologien nicht auch schaffen, unsere komplette Energieversorgung zügig umzugestalten?
    Schade übrigens, dass die Umfrage nicht aufzeigt, wie viele der befragten Personen bereits echten Ökostrom von einem der wenigen unabhängigen Anbieter beziehen...
  3. Eitel Heck 10.08.2017, 10:00 Uhr
    95 % der Bevölkerung stehen hinter der Energiewende.
    Ich bezweifle jedoch, dass die Mehrheit der Bevölkerung inhaltlich( Investitionsaufwendungen, daraus abgeleitet die Entwicklung der Stromkosten) über die Energiewende aufgeklärt ist. Vor wenigen Monaten kritisierten die Prüfer des Bundesrechnungshofes, dass die Bevölkerung über die Bezahlbarkeit der Energiewende im Unklaren gelassen wird.Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln weist darauf hin, dass energieintensive Unternehmen( u.a.Stahl-, Baustoff- oder Chemieindustrie in den letzten Jahren nicht mehr ausreichend investiert haben, um ihren Bestand zu sichern.
    Der Grund sind hohe Energiepreise und Unsicherheit über weitere energiepolitischen Rahmenbedigungen.
    Der Hauptgeschäftsführer dieses Wirtschaftsinsitutes weist in der Bildzeitung vom 10.08. 2017 auf folgendes hin: Wir brauchen eine Energiewende, die mit den Bedingungen eines Industrielandes vereinbar ist. Sie darf nicht zulasten der Standortbedingungen in Deutschland gehen.
    Offensichlich ist zur Sicherung der Klimaziele die 100%-ige Stromversorgung mit Ausbau der fluktuierendem Windstrom- und Photovoltaikanlagen neben der kontinuierlichen Stromproduktion von Biomassekraftwerken mit Treibhausgasemission nicht möglich.
    Obwohl Windkraftanlagen seit fast 20 Jahren in Betrieb sind und demnächst die ersten Anlagen abgebaut und entsorgt werden, werden wichtige technologische Probleme als Voraussetzung für das Erreichen der Klimaziele als Wunschtraum vor sich her geschoben, wie
    -bezahlbare Groß- und Langzeitspeicher für überschüssigen Strom,
    -Entsorgung der Rotorblätter,
    Die Energiewende gelingt nur, wenn andere klimafreundliche Technologie als Alternativen zu Wind und Sonne unvoreingenommen bewertet werden.
    Hierzu sind auch eine ingenieur-technische Bildung und Referenzen in der leistungsorientierten Wirtschaft gefragt.

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