Jodtabletten gegen die Angst

Seit Jahren sorgen sich die Bewohner der Region Aachen vor den Folgen eines Atomunfalls im maroden belgischen AKW Tihange. Am Freitag wurde nun mit der vorsorglichen Verteilung von Jodtabletten begonnen. (Foto: Andreas Krischer / flickr.com, CC BY-ND 2.0)
Seit Jahren sorgen sich die Bewohner der Region Aachen vor den Folgen eines Atomunfalls im maroden belgischen AKW Tihange. Am Freitag wurde nun mit der vorsorglichen Verteilung von Jodtabletten begonnen. (Foto: Andreas Krischer / flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Seit Jahren sorgen sich die Bewohner der Region Aachen vor den Folgen eines Atomunfalls im maroden belgischen AKW Tihange. Am Freitag wurde nun mit der vorsorglichen Verteilung von Jodtabletten begonnen. Sicherer fühlt sich dadurch wohl niemand.

02.09.2017 – Immer neue Berichte über Pannen im belgischen Atommeiler Tihange unweit der deutschen Grenze beunruhigen die Bewohner der umliegenden Regionen seit Jahren. Notabschaltungen, kleine Haarrisse in einem Reaktorbehälter oder Brände auf dem Reaktorgelände trugen allesamt nicht gerade zum Vertrauen der Menschen bei. Und das bei einer Entfernung von weniger als 70 Kilometern zur Städteregion Aachen.

Am gestrigen Freitag begann in dem Aachener Grenzland laut einem Bericht der Tagesschau nun eine ausdrücklich als vorsorglich geltende Verteilung von Jodtabletten – nur falls es zu einem AKW-Unfall kommen sollte. Vertrauen in die Sicherheit des Kernkraftwerks schafft das allerdings nicht gerade. Beim Land Nordrhein-Westfalen habe die Region auf diese Vorsichtsmaßnahme gedrungen, da eine flächendeckende Versorgung im Ernstfall unrealistisch sei. Derartige Maßnahmen wurden allerdings bisher nur in Ausnahmefällen zugelassen.

Jodtabletten sind für die Bevölkerung kostenlos

Die Bezugsscheine für die hochkonzentrierten Tabletten, die verhindern sollen, dass die Schilddrüse im Ernstfall radioaktives Jod aufnimmt, können in den betroffenen Gebieten über das Internet beantragt werden. Davon werden explizit Personen die nicht älter als 45 Jahre sind angesprochen, sowie schwangere und stillende Frauen. Die Tabletten können dann in teilnehmenden Apotheken kostenlos abgeholt werden. Es wird damit gerechnet, dass mindestens jeder Dritte das Angebot annehmen wird. jk

   

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