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Zerschneidung von Regenwäldern verstärkt Klimawandel

Im Amazonasgebiet wird die Entwaldung und Zerschneidung des Regenwalds deutlich sichtbar. (Foto: NASA / Wikimedia.org, CC0 Public Domain)
Im Amazonasgebiet wird die Entwaldung und Zerschneidung des Regenwalds deutlich sichtbar. (Foto: NASA / Wikimedia.org, CC0 Public Domain)

Die Zerstückelung großer zusammen­hängender Waldgebiete setzt deutlich mehr CO2 frei als bisher angenommen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Liegen mehr Bäume am Waldrand, sind sie stärker den Wetter­einflüssen ausgeliefert und sterben eher ab.

04.04.2017 – Bisherigen Schätzungen zufolge verursacht die weltweite Abholzung von Wäldern jährlich rund eine Gigatonne CO2-Emissionen. Dieser Wert muss laut Forschern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der University of Maryland jedoch um nahezu ein Drittel nach oben korrigiert werden. Etwa 19 Prozent aller Waldflächen liegen höchstens 100 Meter vom Waldrand entfernt und sind dadurch deutlich häufiger vom Absterben bedroht, zeigt eine kürzlich erschienene Studie. Während im Waldinneren lediglich zwei Prozent aller Bäume pro Jahr eingehen, sind es am Rand etwa doppelt so viele.

Zusätzlich zu den sowieso schon durch Abholzung freigesetzten Treibhausgasen gibt es also noch einen weiteren und bisher nicht berücksichtigten Effekt. Die Forscher begründen dies damit, dass die Bäume am Waldrand viel stärker den unterschiedlichen Wettereinflüssen ausgesetzt sind. So leiden sie beispielsweise unter einer intensiveren Sonneneinstrahlung, höheren Windgeschwindigkeiten und einer geringeren Luftfeuchtigkeit.

Menschheit verursacht Großteil der Tropenwald-Zerschneidung

Mithilfe einer speziellen Software und hochauflösenden Satellitendaten konnten die Forscher die tropischen Regenwälder genau vermessen. Sie fanden heraus, dass der Mensch rund 84 Prozent der gesamten Tropenwald-Zerschneidung zu verantworten hat. Durch den Bau von Straßen, Pipelines und Stromleitungen, aber auch durch Holzernte und die stetige Vergrößerung der Agrarflächen wurden die tropischen Regenwälder in mehr als 50 Millionen einzelne Gebiete unterteilt.

Dabei variieren die Gründe für den Holzeinschlag in Abhängigkeit von der jeweiligen Nutzung je nach Region. So fallen in Südamerika immer noch große Waldflächen der Agrarnutzung zum Opfer. In Afrika und Südostasien wachsen dagegen wirtschaftlich interessante Baumarten, sodass dort vor allem die Holzernte eine wichtige Rolle spielt. Unabhängig vom Grund des Holzeinschlags erhoffen sich die Forscher, dass dieser zusätzliche Effekt auf die CO2-Freisetzung zukünftig auch in die Berechnungen des Weltklimarats mit einbezogen wird. bm / jk

   

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