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Deutschland muss für verpasstes EU-Klimaziel zahlen

Die Emissionen aus dem Verkehr sind 2016 erneut angestiegen und liegen noch über dem Wert von 1990. (Foto: pixabay, CC0 1.0)
Die Emissionen aus dem Verkehr sind 2016 erneut angestiegen und liegen noch über dem Wert von 1990. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Weil die Bundesregierung den Klimaschutz vernachlässigt, wird’s teuer: Neben dem eigenen Klimaziel wird Deutschland auch die verpflichtenden EU-Ziele für Erneuerbare sowie CO2-Minderung verpassen und muss von anderen Ländern Emissionsrechte kaufen.

26.01.2018 – Deutschland steht in der EU ziemlich alleine da, kaum ein Land hat schlechtere Werte. Statt wie vorgesehen 18 Prozent werden im Jahr 2020 wohl nur 16 Prozent des deutschen Energieverbrauchs aus Erneuerbaren Energien stammen. Damit wird die Bundesregierung ein weiteres Klimaziel nicht erfüllen können, diesmal sind es aber nicht selbstgesteckte Vorgaben, sondern ein verbindliches EU-Ziel. Vor Jahren hatten sich die Staaten darauf verständigt, bis zum Jahr 2020 ein festes Soll zu erreichen, im Schnitt muss die Union 20 Prozent des Endenergieverbrauchs aus umweltfreundlichen Quellen beziehen. Deutschlands 18 Prozent sind also nicht besonders ambitioniert.

Treibhausgas-Ausstoß steigt statt zu sinken

Doch es kommt noch dicker: Denn auch ein weiteres EU-Klimaziel wird Deutschland nicht erreichen und diesmal könnte es teuer werden. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche Verkehr, Landwirtschaft und Gebäude. Grundsätzlich sind die Ziele zur CO2-Reduktion innerhalb der Union in zwei Systeme aufgeteilt. Der Europäische Emissionshandel ETS deckt die Energiewirtschaft und Industrie ab, dort müssen die Unternehmen für jede produzierte Tonne CO2 zahlen. Der sogenannte Non-ETS-Bereich umfasst die übrigen Sektoren, also Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Abfall und Kleingewerbe. Für diese Sektoren müssen die Mitgliedsstaaten verbindliche Ziele einhalten.

Genau diese Vorgabe wird Deutschland nicht erfüllen, was angesichts der steigenden Treibhausgasemissionen – insbesondere im Verkehr – kaum überraschend kommt. 14 Prozent Treibhausgase muss die Bundesrepublik gegenüber 2005 einsparen und jedes Jahr einen Bericht nach Brüssel schicken. Aus dem Anfang des Jahres vom Bundesumweltministerium verfassten Rapport geht hervor: Auch die im vergangenen Jahr prognostizierten 11 Prozent Minderung sind wahrscheinlich zu optimistisch, berichtet der Tagesspiegel und beruft sich auf interne Unterlagen des Ministeriums.

Noch reichen Rechentricks

Noch sei die Lücke zwischen Ist- und Soll-Zustand zwar gering, werde aber jedes Jahr größer. Für dieses Jahr muss Deutschland bereits auf sein Emissionsbudget von 2019 zurückgreifen, um nicht unter Druck zu geraten – ein Rechentrick auf dem Papier. In der Realität ändert sich allerdings nichts, weshalb das für 2019 und 2020 nicht reichen wird. Die Bundesregierung muss dann Emissionsrechte von anderen EU-Ländern kaufen, die ihre Ziele übererfüllt haben. Man bereite sich bereits darauf vor, bestätigte das Umweltministerium auf Anfrage des Tagesspiegels.

Die Kosten dafür werden sich aller Voraussicht nach zunächst in Grenzen halten, ab 2021 könnte es dann teuer werden. Denn dann müssen auch die Staaten, die bislang wenig zum gemeinsamen EU-Reduktionsziel beitragen mussten – oder wie Bulgarien ihre Emissionen sogar noch erhöhen durften – mit ihren Minderungen beginnen. Dann wird es kaum noch Überschüsse geben, die Deutschland preiswert aufkaufen kann. cw

   

Forum

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  1. Rudolf Tarantik 08.02.2018, 20:04 Uhr
    Jede futuristische Technik, die billiger als Sonne und Wind heute die KWh Strom erzeugen (unter 5 Ct) wird auch in Zukunft eine Nische finden. Das kann dauern, oder es wird nichts.
  2. Eitel Heck 31.01.2018, 10:33 Uhr
    Die Klimaziele wurden nicht realisiert, weil seit Jahren effiziente, klimafreundliche Technologien als Alternativen zu wetterabhägigen Wind-und Photovoltaikstrom ausgebremst werden.
    Die Rückstände bei der Entwicklung und Realisierung innovativer, klimafreundlicher Technologien im Vergleich zu anderen Ländern sind bereits so groß, dass der Gegenkommentator sie als Phantasie einstuft.
    Nur primitive Menschen erkennen nicht den Entwicklungstrend.
    -Flugwindanlagen mit doppelten Jahresstromvolllasstunden und mindestens 90% geringeren Materialkosten gegenüber Windradanlagen.
    -Kernreaktoren der 4.Generation, darunter Minireaktoren, die
    .Atommüll der Endlager zur Stromerzeugung nutzen können und damit zur Endsorgung der Endlager beitragen können,
    .die Stromerzeugung mit Prozesschemie und mit der Wärmeerzeugung koppeln können.
    -CCS-Technologie kann nicht nur die CO2-Emission in Kohlekraftwerken reduzieren, sondern auch die CO2-Emission in der CO2-intensiven Industrie( Stahl-,Zement- und Aluminiumproduktion sowie Petrochemie um 80 Mio to/a reduzieren.
    Die CCS-Technologie kann genutzt werden zur
    Belieferung von Gewächshäusern mit CO2
    Erdgasgewinnung
    Backpulverherstellung
    Trockeneisherstellung
    -Die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie kann genutzt werden
    für Kraftfahrzeuge( Toyota Mirai)
    zur Realisierung von Kraftwerken zur Stromerzeugung zum Kohleausstieg( Japan, General Electric),
    -Hydrazin-Brennstoffzellen können eingesetzt werden in Kraftfahrzeugen
    mit höherer Energiedichte gegenüber Elektroautos,
    geringeren Kosten gegenüber Ektroautos und Autos mit Wasserstoff-Brennstoffzellen,
    Das sind keine futuristische Phantasieen, sondern sie sind der Realität in anderen Ländern entnommen.
    Die Wirtschaftsleistung und der Lebensstandard wird nicht verbessert, indem man alle innovativen Technologie auserhalb Wind und Sonne ausblendet, sondern kreativ auf neue Technologien reagiert zum Wohle unseres Volkes.
  3. Rudolf Tarantik 28.01.2018, 23:51 Uhr
    Die Klimaziele wurden nicht erreicht, weil der Ausbau der Solarenergie mit viel zu niedrigen Ausschreibungsquoten massiv ausgebremst wurde. Es findet keine Sektorkopplung statt, Windenergie wird abgeregelt, anstelle im Wärmesektor verwertet zu werden. Die Automobilindustrie trickst und betrügt, wo es nur geht, und musste dafür sogar zig Mrd Strafe zahlen.
    Alles sinnlose Geldverschwendung, weil die Politik steinzeitliche Techniken unterstützt und schützt. Und nur die ganz primitiven Menschen unterstützen eine solche Politik. Andererseits sind technische Phantasien keine Lösung der aktuellen Probleme bis 2020. Die preisgünstigste Technik wird sich durchsetzten, weil es ein ökonomisches Grundgesetz ist.
  4. Eitel Heck 28.01.2018, 21:24 Uhr
    Es wird Zeit wieder zum Titel des Artikels zurückzukehren.
    Titel: Deutschland muss für verpasste Klimaziele zahlen.
    Von allen EU-Ländern hat Deutschland die schlechtesten Werte der CO2-Emission.
    Das muss doch Gründe haben trotz über 28000 Windkraftanlagen und über 1,0 Millionen Photovoltaikanlagen.
    In meinen Kommentaren habe ich versucht die Gründe zu beleuchten und Wege aufgezeigt, wie die Klimaziele realisierbar sind.
    Der Beitrag von R.Tarantik mit Begriffen wie Klamottenkiste, Steinzeittechniken und Vollideoten dient sicherlich nicht der Lösung des Problems.
    Die Redaktion dieses Portals sollte darauf achten, dass bei den Kommentaren die Sachlichkeit erhalten bleibt.
  5. Rudolf Tarantik 28.01.2018, 18:08 Uhr
    Es wird immer wieder gerne übersehen, dass aktuelle Kosten der Erneuerbaren niedriger sind als neue unflexible atomar-fossile Kraftwerke. Kommt natürlich daher, dass uralte Menschen noch die uralten subventionierten Preise aus dem letzten Jahrtausend im Kopf haben. Auch die Altlasten der Energiewende werden immer wieder aus der Klamottenkiste gezerrt, gleichzeitig aber die Altlasten der Steinzeittechniken nicht erwähnt. Mit dieser Art von grotesken Vergleichen wird Meinung produziert auf die aber höchstens Vollidioten oder interessengesteuerte Politiker hereinfallen.
  6. Eitel Heck 28.01.2018, 10:31 Uhr
    Zu Investitionen werden durchgeführt, wenn sie sich rentieren:
    1.In einem Bericht des Bundesrechnunmgshofes kritisieren die Prüfer die mangelnde Kontrolle der Energiewende, die zu Mehrkosten führt.Die Bevölkerung wird im Unklaren gelassen über die Bezahlbarkeit der Energiewende.Die Prüfer raten, die Mittel für die Energiewende zielgerichteter einzusetzen. Nur dann könnten Mehrkosten durch ineffiziente Förderprogramme eingestellt werden.
    2.Das Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen, dass Prof. Schmidt am 28.8.2017 der Bundeskanzlerin übergab, enthält den Wunsch eines ökonomisch sinnvollen Umsteuerns der Energiewende. Die Kosten für die Energiewende laufen bereits aus dem Ruder.Mit der bisherigen planwirtschaftlichen und kleinteiligen Vorgehensweise kann die vollständige Energiewende also nicht ohne riesige Wohlfahrtsverluste gelingen. Um künftig starke Kostenanstiege zu vermeiden und dennoch Fortschritte bei der Energiewende zu erzielen, müsste die Politik viel stärker auf die Arbeitsteilung zwischen Technologien, Branchen und Regionen setzen, also eine marktwirtschaftlich organisierte Energiewende.
    3.Der Wirtschaftsrat der CDU lehnt die Forderung der Grünen zur sofortigen Abschaltung von 20 Kohlekraftwerken und zum vollständigen Kohleausstieg bis 2030 ab, da damit verantwortungslos die Stromversorgungssicherheit aufs Spiel gesetzt wird.
    Dieser Wirtschaftsrat verweist, dass Industrie und Verbraucher in Deutschland durch die höchsten Strompreise in Europa belastet werden.
    4.Ca. 28700 Windkraftanlagen in Deutschland.
    Die täglichen Kosten auf einer Baustelle betragen 120000€.
    Nach 20 Jahren werden die Anlagen wieder abgebaut und entsorgt.In den nächsten Jahrzehnten fallen mehrere Hundertausend Tonnen Rotorblätter zur Entsorgung an.
    Zielgruppe der Verwertung ist die Zementindustrie.
    Ein neues Zementwerk müsste in Lägerdorf mit einem dreistelligen Millionenbetrag gebaut werden.Andere Zementwerke müssten mit Millionenaufwendungen umgerüstet werden.
  7. Rudolf Tarantik 28.01.2018, 09:38 Uhr
    Investitionen werden durchgeführt, wenn sie sich rentieren. Unflexible Großtechnologien haben keine Chance mehr, weil sie sich nicht mehr innerhalb von 30 Jahren amortisieren können. Natürlich kann man hunderte Milliarden für die Kernfusion in den Sand setzen, um Kernphysiker zu beschäftigen. Muss man aber nicht. Wenn es eine Technik gäbe, die wirklich preisgünstig wäre, würde sie sich automatisch durchsetzen.
  8. Eitel Heck 27.01.2018, 21:58 Uhr
    Blockheizkraftwerke(BHKW) haben sicherlich ihre Bedeutung.
    In einem meiner Kommentare habe ich beispielsweise das Hybridkraftwerk in Prenzlau erläutert.
    Bei den konzipierten BHKW können verschiedene Technologien zum Einsatz kommen, darunter Biogaskraftwerke und Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie.
    Bei der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie hat Japan nicht nur im Verkehr sondern auch in der Stromerzeugung einen Vorsprung gegenüber Deutschland.
    Japan plant bis 2030 die Realisierung großer Wasserstoff-Brennstoffzellenkraftwerke zum Aussieg aus fossilen Brennstoffen.
    Das ist der Unterschied zur dezentralen Orientierung in Deutschland.
    Auch bei den Blockheizkraftwerken zeigt sich der von mir dargestellte Mangel des Investitionsvorhabens Energiewende im Gegensatz zu den elementaren Normen einer Investitionsdurchführung.
    Es fehlt ein technich-ökonomisch ausgereiftes Investionskonzept mit Ausweis der Investitionsaufwendungen und eindeutigen ökonomischen Zielstellungen.
    Diese unklare Investionsdurchführung ist der Nährboden für unterschiedliche Einschätzungen wie
    1.sofortiger Ausstieg aus 20 Kohlekraftwerken, wie von den Grünengefordert,
    2.Ablehnung dieser Forderung durch den Wirtschaftsausschuss der CDU.
    Warum werden die elementaren Normen der Investitionsdurchführung bei der Energiewnde nicht berücksichtigt, obwohl die Technologien der Energieerzeugung nicht kompliziert sind, einige Technologien sind uralte Technologien.
    Bei Einhaltung elementarer Normen der Investitionsdurchführung gäbe es mehr Klarheit.
  9. Eitel Heck 27.01.2018, 21:18 Uhr
    Zu R.Tarantik.
    Die neuentwickelten Kernkraftwerke der 4.Generation werden mit sehr niedrigen Kosten realisiert, darunter als Minireaktoren, die als Baukastensystem zu einer größeren Kraftwerkseinheit zusammensetzbar sind.
    Die Effizienz dieser neuen Kernreaktoren begründet sich aus der völlig andersartigen Technologie gegenüber den derzeitigen Kernkraftwerken mit Druckwasserreaktoren.
    -höhere Energieerzeugung durch vollständige Spaltung aller Aktinide und Transurane,
    -Nutzung des Atommülls der Endlager zur Stromerzeugung und damit Beitrag zur Entsorgung der Endlager,
    -Kopplung der Stromproduktion mit der Herstellung chemischer Produkte, darunter Wasserstoff und Kraftstoffe, sowie zur Wärmeerzeugung.
    Welche anderen Kraftwerke können diese Effizienz aufweisen?
    Die Aussage, dass neue Kernkraftwerke teuer sind ist falsch.
    Zu unrentablen Kohlekraftwerken:
    Die neue Generation von Braunkohlekraftwerken des Konzerns RWE wird mit CCS-Technik ausgerüstet, die in der Pilotanlage in Niederaußen mit erfolgversprechenden Ergebnissen erprobt wird.
    Damit werden diese neuen Kohlekraftwerke eine deutlich reduzierte CO2-Emission aufweisen.
    Die CCS-Technologie kann die CO2-Emission in der CO2-intensiven Industrie ( Stahl-,Zement- und Aluminiumproduktion sowie Petrochemie um 80 Mio to pro Jahr reduzieren und ist damit eine Klimaschutztechnologie.Gemäß dem Kirchhoffschen Gesetz für Stromkreise muss die Stromerzeugerleistung in jedem Augenblick mit dem Stromverbrauch übereinstimmen, das wird durch den wetterabhängigen, volatilen Windstrom nicht gewährleistet.
    Zur Glättung des wetterabhängigen Windstromes sind Groß- und Langzeitstromspeicher im Einklang mit dem Gesetz der Physik unabdingbar, aber gegenwärtig nicht erkennbar.
    Von diesen Speichern hängt die Abschaltung der Kohlekraftwerke ab, die gegenwärtig den wetterabhängigen Windstrom puffern.
    Sektorkopplung und Flexibilisierung nicht zum wiederholten mal als Stichwörter aufführen, sondern genauer erläutern.
  10. Rudolf Tarantik 27.01.2018, 16:58 Uhr
    Nachdem neue Atomkraftwerke unbezahlbar teuer sind und neue Kohlekraftwerke langfristig unrentabel sind, werden in Zukunft, (wenn die jetzigen Überkapazitäten durch Abschaltung oder Erreichung des wirtschaftlichen Lebensalters abgebaut sind), nur noch dezentrale, stark flexible Kraftwerke (BHKW) gebaut werden. Man muß nicht auf futuristische Speichertechniken warten, Flexibilität und Speicher werden sich über den Preis die Waage halten. Ein Techniker oder Wissenschaftler, der nur Angst verbreitet, ist kein richtiger Techniker oder Wissenschaftler. Sektorkopplung ist übrigens mehr als nur PtH2.
  11. Eitel Heck 27.01.2018, 12:07 Uhr
    Ergänzung zu meinem Kommentar zu C.Wrobel
    Elementare Norm für Investitionsentscheidungen ist, dass der wissenschaftlich-technische Vorlauf für die Technologien geklärt ist, der Gesamtinvestitionsaufwand festgelegt und auf Teilvorhaben aufgeschlüsselt wird als Grundlage für Ausschreibungen.Dieses elementare Prinzip für Entscheidungen und Realisierung von Investitionsvorhaben wird beim Investitionsvorhaben Energiewende verlassen. Für dieses Investitionsvorhaben gibt es keinen festgelegten Investitionsaufwand und keine ökonomischen Zielstellungen, aus denen für die Bevölkerung erkennbar sich die Stromkostenentwicklung ableitet.
    Im Gegensatz zu elementaren Normen der Invstitionsdurchführung werden Investitionen zur Erweiterung von Windkraftanlagen realisiert und im Nachgang wird versucht die im Zusammenhang mit der volatilen Windstromproduktion zusammenhängenden Probleme zu klären(Stromspeicher, Sektorkopplung, Abbau und Entsorgung, darunter mehrere Hundertausend Tonnen Rotorblätter in den nächsten Jahrzehnten, u.a)
    Durch diese unklare Investitionsdurchführung wird die Energiewende von einer Flut von Studien, teilweise mit unterschiedlichen Aussagen begleitet.
    So wird mit einer Studie der Fachabteilung des BMWI eingeschätzt, dass die Abschaltung der Kohlekraftwerke für die Stromversorgungssicherheit sogar gut sein könnte.
    Das BMWI distanziert sich von dem Papier, da es mit der Hausleitung nicht abgestimmt sei.
    Während die Bundesnetzagentur der Studie zustimmt, warnt der Netzbetreiber Amprion, dass der Kohleausstieg erhebliche Auswirkungen auf die Stabilität der Stromnetze hat. Im Extremfall drohen Blackouts.
    Auf diesem Niveau des weiter so, dem sich sogar Wissenschaftler anschlossen, weil sie von Fördermitteln profitieren, kann die Energiewende nicht fortgeführt werden.
    Im Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen wird deshalb ein ökonomisch sinnvolles Umsteuern der Energiewende gefordert, da riesige Wohlfahrtsverluste drohen.
  12. Eitel Heck 26.01.2018, 21:29 Uhr
    Zu Wrobel:
    Der Ausstieg aus Kohlekraftwerken ist nur möglich, wenn bezahlbare Groß- und Langzeitspeicher zur Glättung des volatilen Windstromes zur Verfügung stehen, aber nicht in Sicht sind.
    Viele Studien zum Kohleaustieg sind technisch-ökonomisch nicht ausgereift.
    Die Studie des BMWI wird von Wirtschaftsrat der CDU abgelehnt mit dem Hinweis, dass die Stromversorgungssicherheit aufs Spiel gesetzt wird.
    Die CO2-Emission von Kohlekraftwerken läßt sich deutlich reduzieren durch die CCS-Technologie, die in anderen Ländern(z.B. China, Indien, Kanada) bereits angewandt wird und zu der die Konzerne RWE und Linde AG erfolgverspechende Entwicklungsarbeiten auf der Grundlage von Pilotanlagen durchführen.
    Mit dieser Technologie kann auch die CO2-Emission in der CO2-intensiven Industrie( Stahl-, Zement- und Aluminiumproduktion sowie Petrochemie) um 80 Mio to CO2 pro Jahr reduziert werden.
    Ein indisches Kohlekraftwerke betreibt die CCS-Technologie wirtschaftlich und nutzt das gespeicherte CO2 zur Backpulverherstellung.
    Um die Kosten für die CCS-Technologie zu reduzieren gibt es neben der Backpulverherstellung weitere Möglichkeiten:
    -Einsatz von CO2 in Gewächshäusern.
    So liefert die Linde AG jährlich 350000to CO2 an holländische Gewächshäuser.
    -Nutzung der CCS-Technologie zur Erdgasgewinnung,
    Zur von mir dargestellten Power to Gas-Technologie, der uralte Technologien zu Grunde liegen, muss endlich ein technisch-ökonomisch ausgereiftes Konzept auf den Tisch.
    In dieses Konzept zur Nutzung von Elektrolyse-Wasserstoff muss die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie einbezogen werden, die effizienter ist, als den wertvollen Energieträger Wasserstoff in das Erdgasverbundsystem einzuspeisen.
    In der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie sind andere Länder weiter, die ihre Kreativität nicht in Studien verplämbern.
    -Serienproduktion des Toyota Mirai,
    - Japan plant Wasserstoff-Brennstoffzellenkraftwerke bis 2030 zum Kohleausstieg.
  13. Christian Wrobel 26.01.2018, 15:38 Uhr
    @Eitel Heck

    Nun, eines ist sicher: Hätten wir den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht so vorangetrieben, wäre die CO2-Bilanz noch deutlich schlechter! So hat der Bereich Stromerzeugung bis jetzt den größten Teil der CO2-Reduktion erbracht ... trotz Atomausstieg. Alle anderen Bereiche - Verkehr, Wärmeerzeugung, Landwirtschaft - treten seit mehreren Jahren mehr oder weniger auf der Stelle. Dabei könnte in der Tat die Einsparung des Stromsektors noch deutlich gesteigert werden, wenn man denn die klimaschädlichsten Kohlekraftwerke sofort vom Netz nehmen würde. Das wäre auch versorgungstechnisch ohne Probleme möglich. Die Hälfte aller konventionellen Kraftwerke ist im Mittel nicht in Betrieb, 1/3 wird sogar rein rechnerisch NIE benötigt! Selbst wenn man die diversen Sicherheitspuffer und die Abschaltung der Atomkraftwerke mitberücksichtigen würde, könnten wohl bereits jetzt 1/3 aller Kohlekraftwerke stillgelegt werden, die Hälfte davon endgültig. Es gibt diverse Studien, die das bestätigen. Auch die fachabteilungen innerhalb des BMWi und der Bundesnetzagentur vertreten diesen Standpunkt. Einzig die politische Ebene der aktuellen und der zukünftigen Groko konnte sich diese Auffassung noch nicht zu eigen machen?! Es wird Zeit, dass sich das ändert!
  14. Eitel Heck 26.01.2018, 13:01 Uhr
    Ergänzung zu meinem Kommentar:
    Auf Grund der kostenaufwendigen Edelstahllegierungen erfolgt der Wasserstofftransport in Deutschland nicht in Rohrleiungen.
    Nur einige wenige Chemieunternehmen in Europa, darunter der Hülskonzern, verfügen über ein kostenaufwendiges Wasserstoff-Rohrleitungssystem für die innerbetriebliche Wasserstoffwirtschaft.
    In einigen chemischen Betrieben entsteht Wasserstoff als Nebenprodukt und wird abgegast oder abgefackelt, da keine eigene Verwendung besteht und die Speicherung und Transport zu Wasserstoffbedarfsträgern zu kostenaufwendig ist.
    Für die Einspeisung von Wasserstoff in das Erdgassystem sind nur kleine Wasserstoffmengen einsetzbar.
    Auf Grund der leichten Diffundierbarkeit des Wasserstoffs durch Metalle und die Metallversprödung durch Korrosion ist die Zuspeisung auch von kleinen Wasserstoffmengen in das Erdgasnetz noch nicht geklärt.
    Eine endgültige Entscheidung der Diffundierbarkeit des Wasserstoffs aus den Erdgasrohrleitungen und die Versprödung der Erdgasrohrleitung auch bei kleinen Wasserstoffmengen kann nur im Ergebnis von Langzeitprüfungen getroffen werden.
    Der Einsatz des leicht endzündbaren Wasserstoffs unterliegt strengen Sicherheitsbestimmungen.
    Entsprechende Untersuchungen werden im Frauenhofer Institut durchgeführt.
    Der Einsatz des Elektrolysewasserstoffs im Hybridkraftwerk Prenzlau zur Stromerzeugung mit Biogas erfolgt direkt aus der Elektrolyse, so dass die aufgezeigten Probleme nicht auftreten.
    Die Elektrolyseanlagen zur Wasserstoffherstellung sind nur rentabel, wenn sie nicht nur Öko-Wasserstoff aus Stromlastspitzen, sondern kontinuierlich Wasserstoff herstellen.
    Neben der Elektrolyse gibt es ein Vielzahl chemischer Synthesen zur Wasserstoffherstellung, die beispielsweise für die Wasserstoffherstellung für Wasserstoff-Brennstoffzellen genutzt werden.
  15. Eitel Heck 26.01.2018, 12:37 Uhr
    Deutschland hat in Europa die schlechtesten Werte der CO2-Minderung, obwohl Deutschland den höchsten Anteil von Windkraft- und Photovoltaikanlagen im Vergleich mit anderen EU-Ländern hat. Deutschland mit den weltweit sichersten Atomkraftanlagen steigt als einziges Land aus diesen aus, obwohl
    sie sehr klimafreundlich sind. Frankreich erzeugt Strom zu ca. 90% ohne CO2-Emission, darunter 72,8% Atomkraft und 10% Wasserkraft.
    Die einseitige Orientierung auf Windkraft und Photovoltaik zur volatilen Stromerzeugung ohne bezahlbare Groß- und Langzeitspeicher zur Stromglättung ist der eigentliche Grund für die Verfehlung der Klimaziele.
    Damit bestehen keine Voraussetzung die Kohlekraftwerke vorzeitig einzustellen.
    Alle Stromspeichertechnologien, die gegenwärtig entwickelt und gefördert werden, sind nur kleinflächige Lösungen und lösen nicht die Gesamtorientierung der Energiewende.
    Auch die in diesem Portal vorgestellte Sektorkopplung-Wasserstoffherstellung durch Elektrolyse mit Windstrom und Herstellung von Methan aus Wasserstoff und CO2-lösen nicht großflächig die Stromspeicherung.
    Der Wirkungsgrad der synthetischen Methanherstellung zur Stromerzeugung in Gaskraftwerken beträgt ca.30% oder niedriger.
    Außerdem müssten zur großfächigen Stromspeicherung eine Vielzahl von Elektrolyseanlagen und Anlagen zur Methanherstellung gebaut werden.
    Das Problem wird verschärft durch die Eigenschaften des Wasserstoffs, leicht endzündbar, mit Luftsauerstoff explosives Gemisch, diffundiert durch Metalle, Korrosion zur Versprödung von Metallen.
    Deshalb schwierig speicherbar und transportierbar.
    Zur Zeit Speicherung und Transport in Edelstahl-Druckgasflaschen oder Flüssiggasspeicherung und Transport( Energie zur Verflüssigung).
    Der Wasserstoff müsste von den Elektrolyseanlagen zu den Anlagen der Methanherstellung in Edelstahl-Druckgasflaschen transportiert werden.
    Für Rohrleitungen werden kostenaufwendige, beschichtete Edelstahlspeziallegierungen benötigt.

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