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Förderstopp für Erneuerbare würde Energiewende verteuern

Um die Kosten der Energiewende zu senken, sollten fast marktreife erneuerbare Energietechnologien auch noch nach 2020 gefördert werden, fordert das Fraunhofer ISI. (Foto: fxxu / pixabay.com, CC0 Public Domain)
Um die Kosten der Energiewende zu senken, sollten fast marktreife erneuerbare Energietechnologien auch noch nach 2020 gefördert werden, fordert das Fraunhofer ISI. (Foto: fxxu / pixabay.com, CC0 Public Domain)

Um die Kosten der Energiewende zu senken, sollten fast marktreife erneuerbare Energie­tech­nologien auch nach 2020 gefördert werden, fordert das Fraunhofer ISI. Vor allem bei der Wind- und Solarenergie seien so noch deutliche Kosten­senkungen möglich.

04.05.2017 – Haben erneuerbare Energietechnologien wie Onshore-Wind- oder PV-Anlagen erst einmal eine hohe Marktreife erreicht, sollten die Förderungen für sie eingestellt werden – das fordern Kritiker zurzeit immer häufiger und weisen dabei auf die hohen Kosten der Energiewende hin. Schließlich könnten sich diese heutzutage schon ausreichend über Einnahmen am Strommarkt finanzieren. Experten des Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) sind dieser These nun zusammen mit anderen Forschungseinrichtungen im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Forschungsvorhabens „Towards2030-dialogue“ wissenschaftlich auf den Grund gegangen.

Das Ergebnis der Untersuchung: Erneuerbare Energietechnologien, die bereits fast ihre Marktreife erreicht haben, sollten auch nach dem Jahr 2020 wettbewerblich ausgestaltete Förderungen erhalten, so die Meinung des Fraunhofer ISI. Gemäß den Wissenschaftlern könne dies zu einer Senkung der Kosten der Energiewende führen.

Onshore-Wind- und Solarenergie noch nicht ausgereift

„Auch neuere Onshore-Wind- und Photovoltaikanlagen haben noch ein deutliches Kostenreduktions- und Lernpotenzial, weshalb wir diese Technologien als nicht vollständig ausgereift ansehen“, erläutert Mitautorin des Berichts Anne Held, Projektleiterin am Fraunhofer ISI. Schließlich könnten weitere Fördermaßnahmen auch noch zu neuen Innovationen und technologischen Verbesserungen führen.

Dies reduziere langfristig die Gesamtkosten der Energiewende und treibe einen stärkeren Ausbau regenerativer Energiequellen voran. Durch sinnvoll ausgestaltete Fördermaßnahmen habe man so die Möglichkeit, Investitionsrisiken zu reduzieren. Die Anreize durch den Emissionshandel seien dagegen aktuell noch nicht ausreichend, um langfristig Kostensenkungen anzuregen.

Niedriger Strombörsenpreis hat andere Hauptursachen

Gleichzeitig sei die zurzeit so häufig kritisierte Förderung der Erneuerbaren Energien auch nicht die Hauptursache für den starken Preisverfall auf den Strom- und Zertifikatsmärkten. Vielmehr seien dafür eine geringere Stromnachfrage als Konsequenz der Finanzkrise und sinkende Preise von fossilen Brennstoffen sowie von Emissionszertifikaten verantwortlich. Die Autoren der Studie schlagen daher vor, die Förderinstrumente zukünftig besser auf das Überangebot an den Strommärkten anzupassen. jk

   

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  1. Eitel Heck 04.05.2017, 13:14 Uhr
    Der Bundesrechnungshof kritisiert ineffiziente Förderprogramme und eine kaum nachvollziehbare Organisation des Projekts Energiewende.
    Deshalb forden namhafte Wirtschaftswissenschaftler, Naturwissenschaftler und Ingenieure mit Fachkompetenz und einge Parteien und Organisationen Förderprogramme für innovative Energieerzeugungstechnologien anstelle Windkraft- und Solaranlagen..
    Windkraft- und Solaranlagen, bei denen sicherlich technologische Optimierungen möglich sind, zählen nicht zu innovativen Technologien der Stromerzeugung, die Fördermittel benötigen.
    Fördermittel sollten vergeben werden für die Entwicklung innovativer umweltfreundlicher Technologie der Energieerzeugung.
    Beispiele aus meiner Sicht:
    -der inhärent sichere Dual Fluid Kernreaktor, der eine Teil des gegenwärigen Atommülls zur Energieerzeugung einsetzen kann und die Energieerzeugung mit Prozesschemie( zum Beispiel: Kraftstoffe) koppeln kann und kein geologisches Endlager benötigt.
    - Die Kernfusion(sichere Technologie und nur sehr geringer radioaktiver Abfall ohne Entsorgungsprobleme), die vielleicht bis 2050 realisierbar ist.
    -Wasserstoff-Brennzellen für Kraftwerke zur Stromerzeugung und Kraftfahrzeuge,
    -Speichertechnologien für überschüssigen Strom mit dem Schwerpunkt Redox Flow Batterien.
    Bei Solarenergie sind hinsichtlich der Sonneneinstahlung Länder mit subtropischen Klima gegenüber Deutschland im Vorteil.
    Die fast unbewohnte Sahara-Wüste Nordafrikas ist ein idealer Standort für Solarthermikraftwerke. Der Bau solcher Kraftwerke in Kooperation mit Lädern Nordafrikas sollte durch die Europäische Union geprüft werden.
    Über die Realisierung eines Gezeitenkraftwerkes an der deutschen Nordseeküste(Projekt des Ingenieurs Carl Becker) sollte nachgedacht werden.

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