Öl wird Plastik wird Heizöl

Syntrol-Anlage (Bildquelle: © Ventafonds)
Syntrol-Anlage (Bildquelle: © Ventafonds)

Plastikmüll wird in Deutschland größtenteils verbrannt – für die Umweltbilanz fatal. In Mannheim entsteht eine Syntrol-Anlage, mit der hochwertiges Heizöl aus Kunststoffabfall mit einem Wirkungsgrad von rund 90 Prozent rohstofflich recycelt wird.

17.07.2014 – Federführend bei der Entwicklung war Professor Michael Braungart, Cradle to Cradle-Experte, und das von ihm geleitete Hamburger EPEA Internationale Umweltforschung. Beim Cradle to Cradle-Konzept werden Ressourcen in zyklischer Form genutzt. Analog dem Nährstoffzyklus der Natur, in dem Abfälle eines Organismus von einem anderen genutzt werden, sollen in der Produktion Materialströme so geplant werden, dass Abfälle sowie eine ineffiziente Nutzung von Energie vermieden werden.

Nach den Cradle to Cradle-Kriterien wird das Kunststoff-Öl-Recycling-Syntrol-Verfahren, das bei den Anlagen des Ökoenergie-Umweltfonds des Bremer Emissionshauses Ventafonds eingesetzt wird, jetzt evaluiert. In einer öffentlichen Präsentation wurde der aktuelle Stand des Projektes jetzt vorgestellt. Das Cradle to Cradle-Zertifikat beurkundet dabei die Verwendung von umweltsicheren, gesunden und wiederverwertbaren Materialien, den Einsatz von Solarenergie und anderen regenerativen Energieformen, den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser sowie die Strategien zu sozialen Verpflichtungen des Unternehmens.

Die Stärke der Syntrol-Technik liege u.a. in ihrem modularen Aufbau, so Braungart. Seine Überzeugung sei, dass Cradle to Cradle-Produkte auch aus ökologischen Gründen immer mehr in den Märkten aufgenommen würden. Auch bei optimierten Verpackungen etwa aus Polyolefinen sei ein sinnvolles Recycling bislang nicht möglich gewesen. Durch das Syntrol-Thermolyse-Verfahren sei dies jetzt nun erstmals möglich. So könne man die Kunststoffe wieder zurückgewinnen. Die Umsetzung müsse allerdings auch wirtschaftlichen Kriterien genügen, sonst lasse sich ein solches Konzept nicht umzusetzen. Finanziert wird die Anlage über einen Publikumsfonds, ohne staatliche Förderung. na

   

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  1. Nihat Aslan 05.01.2017, 15:29 Uhr
    Hallo,
    Kann mann mit diese Anlage stark verschmutzte Kunststoff Abfällen ( 50 %)
    Produzieren ?
    Bitte Info über die Tagesproduktion und die Kosten der Anlage
    Danke
  2. Andreas Körner 19.07.2014, 13:09 Uhr
    Na der Journalist hat aber einen schlechten Tag gehabt. Die Anlage ist von Nill und das Konzept von Ventafonds. Die haben das Gesamt-Projekt entwickelt. Die EPEA hat das Projekt evaluiert, also vereinfacht dargestellt, bestätigt, dass die Anlagen sauber arbeiten. Hab mich gerade daran beteiligt -was erstaunlicherweise noch geht. Der technische Leiter des Projekts vom Initator konnte dass Projekt bis ins Details erklären. der hat sich fasst 2 Stunden Zeit genommen, Für meine paar Mücken im Verhältnis . Die Fachkompetenz hat mich echt überzeugt.

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