Stromexport beschert Deutschland gute Einnahmen

Deutschland hat im Jahr 2013 so viel Strom ins Ausland exportiert wie noch nie zuvor. (Bild: © Petra Dirscherl/ pixelio.de)
Deutschland hat im Jahr 2013 so viel Strom ins Ausland exportiert wie noch nie zuvor. (Bild: © Petra Dirscherl/ pixelio.de)

Paradox: Verbraucher leiden unter hohen Strompreisen. Gleichzeitig verdient Deutschland sehr gut am Verkauf seines Stromüberschusses an das Ausland. Die Einnahmen aus dem Export beliefen sich im vergangenen Jahr auf über 1,9 Milliarden Euro.

30.06.2014 – Deutschland hat im Jahr 2013 Strom im Wert von 3,76 Milliarden Euro in das Ausland exportiert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn, hervor. Im gleichen Jahr importierte Deutschland Strom für insgesamt 1,81 Milliarden Euro. Damit hat die Bundesrepublik vergangenes Jahr insgesamt mehr als 1,9 Milliarden Euro Netto am Verkauf seines Stromüberflusses an das Ausland verdient.  

Die Einnahmen aus dem Stromexport steigen seit Jahren. So wurden 2012 rund 2,30 Milliarden Euro für den Zukauf von Strom ausgegeben und 3,67 Milliarden Euro über den Verkauf ins Ausland eingenommen. 2011 lagen die Werte bei 2,55 Milliarden Euro für Importausgaben und 2,92 Milliarden Euro für Exporteinnahmen. Bärbel Höhn erklärte, der durchschnittliche Exportpreis habe 2013 mit 51 Euro pro Megawattstunde höher als die Importpreise gelegen. Die Grünen-Politikerin bezieht sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Will heißen: Die überschüssigen Strommengen werden für gute Preise an andere Länder verkauft.

Der Grund für diese Zahlen ist der stetig steigende Anteil an Ökostrom im Netz bei gleichzeitigem Anstieg der klimaschädlichen Kohleverstromung. Deswegen hat Deutschland zu viel Strom, und den muss es loswerden. Die Verstromung von Braunkohle ist in Deutschland im Jahr 2013 mit 162 Milliarden Kilowattstunden auf den höchsten Stand seit 1991 angestiegen. Die Stromerzeugung aus Steinkohle betrug 2013 rund 124 Milliarden Kilowattstunden (2012: rund 116 Milliarden Kilowattstunden). Die Kernenergie ist bei der Bruttostromerzeugung auf 97,3 Milliarden Kilowattstunden gesunken, von über 147 Milliarden im Jahr 1991. Energie aus Wasser, Sonne, Wind, Biomasse und Hausmüll machten zusammen 1991 noch 17,5 Milliarden Kilowattstunden aus – im vergangenen Jahr waren es fast 152 Milliarden. Dies geht aus Daten der AG Energiebilanzen hervor.

Wenig überraschend ist deswegen, dass Deutschland im Jahr 2013 so viel Strom ins Ausland exportiert hat wie noch nie zuvor. Wie das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) berichtet, erzielten die Stromversorger nach den Daten der europäischen Netzbetreiber einen Stromexport-Überschuss in Höhe von knapp 34 Milliarden Kilowattstunden. rr

   

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  1. Redaktion energiezukunft 01.07.2014, 11:59 Uhr
    Die Redaktion hat das fehlende Wort ergänzt, vielen Dank für den Hinweis.
  2. IndependantPowerProducer 30.06.2014, 19:50 Uhr
    "Strom im Wert von 3,76 Euro in das Ausland exportiert."
    Hier fehlt ein "Milliarden". Vielleicht läßt sich das noch korrigieren.

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