Deutschland muss Klimaschutz-Engagement verstärken

Neben der Energiewende ist endlich eine Verkehrswende erforderlich. Nur so kann Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen – mehr denn je ist eine gemeinsame Aufbruchsstimmung für den Klimaschutz notwendig. (Foto: <a href="https://pixabay.com/de/eisberg
Neben der Energiewende ist endlich eine Verkehrswende erforderlich. Nur so kann Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen – mehr denn je ist eine gemeinsame Aufbruchsstimmung für den Klimaschutz notwendig. (Foto: MartinFuchs / pixabay.com, CC0 Public Domain)

Das Umweltbundesamt bietet mit seiner neuen Publikation eine Übersicht über die Klimaschutz-Bemühungen der Bundesrepublik in unterschiedlichen Bereichen. Mehr denn je sei ein starkes Engagement für den Klimaschutz nötig – vor allem im Verkehrssektor.

08.06.2017 – Pünktlich zum „Tag der Umwelt“ veröffentlichte das Umweltbundesamt (UBA) mit den „Daten zur Umwelt 2017“ am Montag einen Gesamtüberblick über den Fortschritt in allen Umweltbereichen in Deutschland. Die Forderung: Deutschland muss sich noch stärker als bisher für den Klimaschutz engagieren. Dafür müssen in den nächsten Jahren in allen Sektoren die Emissionen deutlich gesenkt werden. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie der Ausstieg aus der Kohleverstromung seien dabei wichtige Schritte.

„Und neben der Energiewende brauchen wir endlich eine Verkehrswende“, sagt Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. „Der Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen ist keine gute Nachricht. Mehr denn je brauchen wir eine gemeinsame Aufbruchsstimmung für den Klimaschutz, Deutschland muss und kann weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen“, so Krautzberger weiter.

Kein Fortschritt im Verkehrssektor

Während die Gesamtemissionen zwischen 1990 und 2016 immerhin um etwa 28 Prozent sanken, konnte der Ausstoß von Treibhausgasen im Verkehrssektor überhaupt nicht reduziert werden. Im Gegenteil: „Der Verkehrssektor liegt nach neuesten Berechnungen sogar leicht über dem Niveau von 1990. Die Effizienzsteigerungen bei Fahrzeugen sind durch den Trend zu größeren Fahrzeugen und das Verkehrswachstum auf der Straße verpufft“, so Krautzberger.

Daher ist es mehr als fraglich, ob das nationale Ziel, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu senken, überhaupt noch erreicht werden kann. Bereits im März kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass Deutschland seine nationalen Klimaziele verfehlen wird. In rund zweieinhalb Jahren müssten die CO2-Emissionen noch mindestens um weitere zehn Prozent gemindert werden.

Luftschadstoffe: Tendenz sinkend

Immerhin ist der Ausstoß von Luftschadstoffen seit dem Jahr 2000 insgesamt leicht gesunken. Jedoch gilt diese Entwicklung nicht für alle der fünf gemessenen Schadstoffe. So sei 2016 der Grenzwert für die mittlere jährliche Stickoxid-Konzentration an 57 Prozent der verkehrsnahen Messstationen überschritten worden. Verursacht wurde dies vor allem durch Dieselfahrzeuge, die besonders viel von dem giftigen Schadstoff ausstoßen.

Außerdem wurde an fast jeder fünften Grundwasser-Messstelle der Grenzwert für Nitrat teilweise deutlich überschritten. Laut UBA sei dies vor allem dem Stickstoff geschuldet, der zum großen Teil durch Überdüngung aus der Landwirtschaft in die Gewässer gelangt. „Der Stickstoffüberschuss aus der Landwirtschaft ist ein Umweltproblem großen Ausmaßes. Maßnahmen wie die Vorschriften der Düngeverordnung greifen noch nicht in erforderlichem Maße“, so Krautzberger.

Vor wenigen Tagen hatte die Bundesregierung einen Bericht zum Stickstoffeintrag in die Umwelt beschlossen. Dadurch soll das Thema Stickstoff erstmals umfassend auf die politische Agenda gesetzt werden. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bezeichnete die Stickstoff-Emissionen dabei als „eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit“. jk

Kommentare

Eitel Heck am 08.06.2017

+161 Gut Antworten

Der Artikel bringt zum Ausdruck, dass die Klimaziele verfehlt werden.Nun stellt man fest, dass die Stickstoffoxidemission sogar ein noch größes Umweltproblem im Vergleich mit Kohlendioxid darstellen.

Die Energiewende aus meiner Sicht:

1.die Ökonomie und daraus abgeleitet die Stromkostenentwicklung ist für die Bevölkerung nicht erkennbar,

2.ineffiziente Förderprogramme(Bericht des Bundesrechnungshofes),

Vieles ist nicht bis zum Ende durchdacht,

3.Ernteertrag von Wind- und Sonnenstrom,

3.1nach ca.17 Jahren Wingkraftanlagenbetrieb noch keine bezahlbaren Groß- und Langzeitspeicher für Stromüberschuss trotz vorhandener Stromspeichertechnologien wie Pumpspeicherwerke, Betonkugelspeicher, Druckluftspeicher in stillgelegten Bergwerken oder Salzstöcken, Batterien, insbesondere Redox Flow Batterien,

3.2 Nach 20 Jahren werden die Windkraftanlagen wieder abgebaut und entsorgt, damit Abbau und Entsorgung vieler Anlagen in kürze, aber immer noch keine bezahlbaren Groß- und Langzeitspeicher für überschüssigen Strom und ungelöstes Recycling für Rotorblätter,

4. Power to Gas( Umwadlung von Strom durch Elektrolyse in Wasserstoff und Herstellung aus Wasserstoff mit Kohlendioxid Methan um wieder Strom in Gaskraftwerken Strom zu erzeugen,

Stromkostenerhöhung um ein Vielfaches durch Stromverluste und Investitionen für Elektrolyse- und Methanherstellungsanlagen.

5.Keine vordergründige Rolle spielen folgende klimafreundliche Stromerzeugungstechnologien:

-die sichere Technologie des Dual Fluid Kernreaktors,

.kein geologisches Endlager,

.Nutzung von Atommüll zur Stromerzeugung, der ansonsten komplett in geologischen Endlagern entsorgt werden muss,

.Kopplung der Stromerzeugung mit Prozesschemie,

-Wasserstoffkraftwerke mit umweltfreundlichen Brennzellen, die in Japan geplant sind,

-Gezeitenkraftwerk an der Nordsee( Projekt des Ingenieurs Carl Becker)

 

Die Erfolgsmeldungen zu Wind-und Sonnenstrom tragen mit dazu bei, dass die KLimaziele nicht erfüllt werden.

Eitel Heck am 08.06.2017

+160 Gut Antworten

Ergänzung zu meinem Beitrag:

Die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Brandenburg sind gegenwärtig nicht bereit, Termine für den Ausstieg aus den Braunkohlekraftwerken zu entscheiden, da noch keine Groß- und Langzeitspeicher für überschüssigen Wind-und Sonnenstrom zur Verfügung stehen.

Die Märkische Zeitung in Brandenburg informiert Desöfteren über

-die Forderung des Potsdamer Institut für Klimaforschung, die Braunkohlekraftwerke bis 2030 abzuschalten zur Sicherung der Klimaziele,

-die Entscheidung der Landesregierung Brandenburg die Braunkohlekraftwerke über 2030 hinaus weiter zu betreiben.

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat eine Forderung an die Bundeskanzlerin zum beschleunigten Ausstieg aus den Kohlekraftwerken gestellt.

In einigen Ländern, darunter in China und Deutschland gibt es Algenversuchsanlagen , um mittels der Algen durch Photosynthese Kohlendioxid der Kohlekraftwerke in Sauerstoff umzuwandeln.

Eine Versuchsanlage als Photobioreaktor betreibt RWE Power am Standort Niederaußen.

Bei positivem Forschungsabschluss und mit produktionswirksamer Einbindung in die Kohlelekraftwerke haben Kohlekraftwerke mit reduzierter Kohlendioxidemission wieder eine bessere Perspektive. Wenn die Kohlekraftwerke mit Photosynthese durch Algentechnologie die Kohlendioxidemission von Biomassekraftwerken unterschreiten, können sie zu Klimakonkurrenten für Biomassekraftwerke werden.

Aus meiner Sicht müsste diese Forschung auch gefördert werden.

Neue Antwort auf Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

max 2.000 Zeichen