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UN-Meeresschutzkonferenz bleibt hinter Erwartungen zurück

Ein Fischkutter bei der Arbeit. Auch die globale Fischereiwirtschaft muss deutlich stärker reguliert werden, überfischte Arten müssen besser geschützt werden. (Foto: <a href=" https://pixabay.com/photo-1290693/" target="_blank">Fritz_the_Cat / pixabay
Ein Fischkutter bei der Arbeit. Auch die globale Fischereiwirtschaft muss deutlich stärker reguliert werden, überfischte Arten müssen besser geschützt werden. (Foto: Fritz_the_Cat / pixabay.com, CC0 Public Domain)

Letzten Freitag ging in New York die erste UN-Meeresschutzkonferenz der Geschichte zu Ende. Obwohl die Veranstaltung gute Ansätze präsentierte, wurde vor allem die mangelnde Verbindlichkeit der dort vorgestellten Absichtserklärung kritisiert.

13.06.2017 – Die Konferenz endete mit einer gemeinsamen, sechs Seiten langen Erklärung aller 193 UN-Staaten für mehr Engagement im Meeresschutz. Rund 1.300 freiwillige Selbstverpflichtungen für Meeresschutzprojekte wurden von den teilnehmenden Ländern abgegeben. Die Vereinten Nationen feierten die Beschlüsse als Meilenstein: „Die Meereskonferenz hat unsere Beziehung zu den Ozeanen verändert. Von jetzt an kann niemand mehr sagen, dass er von dem Schaden, den die Menschheit den Ozeanen angetan hat, nichts wusste“, so der Präsident der Generalversammlung, Peter Thomson.

Eine „windelweiche“ Abschlusserklärung

Vielen Beobachtern gehen diese Maßnahmen jedoch nicht weit genug, die erzielte Absichtserklärung der teilnehmenden Staaten wurde vielfach kritisiert. „Wieviel Dummheit verträgt ein Ozean“, fragt Georg Schwarte, New York Korrespondent der ARD, und erbost sich über die Kurzsichtigkeit der Versammlungsteilnehmer. Eine „windelweiche Abschlusserklärung“ sei das Abkommen, so die Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Steffi Lemke, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Es habe viele schöne und warnende Worte zur Problematik gegeben, überprüfbare Verpflichtungen zum Schutz der Weltmeere wurden jedoch nicht produziert, so Francisco Mari von Brot für die Welt.

Mangelnde Verbindlichkeit

Die mangelnde Verbindlichkeit des Abkommens bezeichnen viele Kommentatoren als Hauptkritikpunkt der Konferenz. Besonders von Schwellenländern wie Indonesien ist kein nennenswerter Input zu verzeichnen gewesen, obwohl gerade diese Staaten besonders unter dem Rückgang von Fischereiressourcen und kränkelnden Meeresökosystemen leiden. Doch auch Industriestaaten wie Deutschland haben in New York nur wenig neue Ansätze zum Schutz der Weltmeere präsentiert. Dies ist wenig verwunderlich, da die Bundesregierung selbst für lokale Gewässer bisher kaum wirksame Schutzmaßnahmen auf den Weg bringen konnte.

Als deutlich sinnvollere Ansätze zur Bekämpfung der globalen Problematik werden staatliche Maßnahmen erachtet, die zum einen ein Verbot oder die Besteuerung von Plastiktüten umfassen, als auch verbindliche, internationale Schutzabkommen für überfischte Arten.

Bei der fünf Tage dauernden Konferenz kamen täglich mehr als 2.500 Teilnehmer und Minister aus 85 Ländern nach New York. Es wurde unter anderem diskutiert, in welchem Umfang neue Meeresschutzgebiete erschaffen werden können. bm

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