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Weltwassertag: Besseres Wasser, bessere Jobs?

„Wasser und Arbeitsplätze“ ist das Motto des Weltwassertags 2016. Im Fokus stehen die positiven Auswirkungen einer zuverlässigen Wasserversorgung für Wirtschaft und Jobs. Umweltschützer kritisieren dagegen den Bau von Staudämmen weltweit.

22.03.2016 – Eine zuverlässige und saubere Wasserversorgung bringt afrikanischen Städten Wachstum und Wohlstand, lateinamerikanische Bauern können ihre Felder bewirtschaften und gesunde Flüsse bescheren den einheimischen Fischern einen guten Fang. So verspricht es der offizielle Film der Vereinten Nationen zum World Water Day 2016. Und tatsächlich haben die vielen Projekte der UN, den Mitgliedsstaaten und NGOs etwas bewirkt. Der Welthungerhilfe zufolge haben mittlerweile 91 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu sauberem Wasser, 1990 waren es noch 76 Prozent.

Die Hälfte der Arbeitnehmer weltweit ist in mit Wasser im Zusammenhang stehenden Sektoren beschäftigt, so UN-Water, die Wasser-Abteilung der Vereinten Nationen. Dabei gibt es allerdings viele Probleme. „Better water, better jobs“ ist deshalb die Forderung von UN-Water am heutigen Tag. Der diesjährige UN-Weltwasserbericht unter Führung der UNESCO analysiert dafür die Bedeutung der Ressource Wasser für Wirtschaft und Beschäftigung weltweit.

Umweltschützer warnen vor ökologischen Folgen von Staudämmen

So wichtig die Verfügbarkeit von sauberem Wasser und einer geregelten Wasserversorgung für Menschen weltweit ist, so umstritten ist oft auch der Verwendungszeck des knappen Guts. Viele Umweltorganisationen kritisieren weltweit den Bau von Staudämmen und großen Wasserkraftwerken. Anlässlich des Weltwassertags fordern etwa der BUND und EuroNatur ein regionales Moratorium besonders für den Balkan. Allein in dieser Region seien über 2.000 Neubauprojekte geplant, wertvolle Auen und Naturrefugien an Flüssen dürften nicht dafür geopfert werden, monieren die Verbände.

Die größten fragwürdigen Staudamm-Projekte werden weiterhin in Lateinamerika und Asien realisiert. Die riesige Drei-Schluchten-Talsperre in China ist zwar mit einer installierten Generator-Leistung von 18,2 Gigawatt das größte Wasserkraftwerk der Erde, aus ökologischer Sicht ist es dagegen eine Katastrophe. In Südamerika haben die neun Anrainer-Staaten am Amazonas bis heute 191 Dämme gebaut, weitere 243 sind in Planung. Die erheblichen Auswirkungen auf das empfindliche Ökosystem und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten spielen leider viel zu selten eine entscheidende Rolle. cw

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