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Atomkraftwerk auf dem Teller

Mit ihrer Schmuckteller-Edition, die deutsche Atomkraftwerke als Landschaftsbild zeigt, präsentiert ein Berliner Gestalterduo eine Reflexion über Heimat, Fortschritt und Wahrnehmung. (Bild: © 2015 Andree Weissert & Mia Grau)
Mit ihrer Schmuckteller-Edition, die deutsche Atomkraftwerke als Landschaftsbild zeigt, präsentiert ein Berliner Gestalterduo eine Reflexion über Heimat, Fortschritt und Wahrnehmung. (Bild: © 2015 Andree Weissert & Mia Grau)

Mit ihrer Schmuckteller-Edition, die deutsche Atomkraftwerke als Landschaftsbild zeigt, präsentiert ein Berliner Gestalterduo eine Reflexion über Heimat, Fortschritt und Wahrnehmung. Bei der Entwicklung der Atomteller half eine Porzellanmalerin.

04.10.2015 – Wandteller stehen für Heimat, Idylle, Nostalgie, für Windmühlen in Delfter Blau. Was Windmühlen früher waren, sind Atomkraftwerke heute: Energiebauwerke. Ihre ikonenhaften Silhouetten prägen die Landschaft und damit das Heimatbild. Als Kathedralen einer technologischen Weltanschauung versprachen sie Unabhängigkeit und Wachstum. Sie sind Zeugnis ihrer Epoche, Relikte des Fortschritts und Zeichen einer Zeitenwende. Die Tage der Windmühlen sind längst vergangen und nun neigt sich die Dämmerung über die Ära der deutschen Atomkraft. Das Gestalterduo Mia Grau und Adree Weissert fand deswegen, es sei höchste Zeit, Atomkraftwerke als das zu zeigen, was sie sind: Denkmäler des Irrtums und Hoffnung von Gestern.

Für die Elbseglerin Mia Grau waren die AKW Stade, Brunsbüttel und Brockdorf in jungen Jahren Navigationsmarken Und Andree Weissert stellt sich, während er im Brunsbütteler Schwimmbad seine Kindheit verplanschte, die Frage, wie sich ein so kleiner Ort ein so großes Schwimmbad leisten könne. Wie viele Menschen wunderten sie sich darüber, dass sie mit den Reaktoren nahe dem Elternhaus heimatliche Gefühle verknüpften. Das Duo hat sich entschieden, sich die Verkehrung üblicher Betrachtungsweisen zunutze zu machen, um dem atomaren Wahnsinn auch heute zu begegnen.

Die permanente Bedrohung verknüpfen sie mit Humor und trotzen ihr so etwas Hoffnung ab: nämlich jene, dass die Meiler bald der Vergangenheit angehören werden. Doch auch dann, wenn die AKWs aus der heimatlichen Landschaften verschwunden sind, sollen die Atomteller weiter an das erinnern, was für die nächsten 17 Millionen Jahren bleibt: der strahlende Müll.

Und so hat Porzellanmalerin Heike Tropisch, die ihr Handwerk bei der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin erlernte, die Motive des Duos in strahlendem Blau verewigt. So entstanden hinreißenden, aber irgendwie natürlich skurrile Aquarelle, welche die Teller zieren. rr

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.atomteller.de.


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