TOP-THEMA
EEG 2027





NEULAND Innovationspreis 2026CO₂ statt Erdöl – neue Technik für klimafreundlichere Chemie

13 Menschen stehen in einer Reihe und halten kleine Plakate, große gelbe Buchstaben am Boden installiert bilden das Wort „neu“
Der Innovationswettbewerb NEULAND des KIT zeichnet anwendungsnahe Projekte mit hohem Potenzial aus. (Foto: Sandra Göttisheim / KIT)

Ein Forscherteam hat eine neue Methode entwickelt, um klimaschädliches CO₂ in einen nützlichen chemischen Stoff umzuwandeln. Die Technologie nutzt Strom aus Erneuerbaren Energien und bietet Unternehmen eine Alternative zu fossilen Rohstoffen.

16.07.2026 – Kohlendioxid (CO₂) gilt vor allem als Treibhausgas. Gleichzeitig enthält es Kohlenstoff – einen wichtigen Baustein für Grundstoffe der chemischen Industrie. Einer dieser Stoffe ist Acetat, das sich beispielsweise für Kunststoffe, Lacke oder Lösungsmittel verwenden lässt – das haben Forschende des KIT herausgefunden und im Projekt PEReCO₂ ein neues technisches System entwickelt, das CO₂ in solche Grundstoffe umwandelt – statt neue fossile Rohstoffe zu verbrauchen, kann mit dem Verfahren CO₂ wiederverwertet werden.

Das System ist so aufgebaut, dass es auch für große Anlagen ausgelegt ist. Es arbeitet mit Strom und speziellen Materialien aus Kupfer, um die chemische Reaktion effizient ablaufen zu lassen. Dadurch eignet sich die Technologie für den industriellen Einsatz.Für diese Idee erhielt das Projekt PEReCO₂ den NEULAND Innovationspreis 2026. Die Technologie nutzt Strom aus erneuerbaren Energien und kann helfen, die Chemieindustrie klimafreundlicher zu gestalten. Das Verfahren bietet Unternehmen eine Alternative zu fossilen Rohstoffen wie Erdöl.

Neues Verfahren soll Emissionen und Erdölverbrauch senken

„Der Prozess bietet mehrere Vorteile für eine nachhaltigere Chemieproduktion. Er kommt ohne fossile Rohstoffe aus, steht nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion und ermöglicht eine direkte Wertschöpfung aus CO₂“, sagt Professor Matthias Franzreb, Leiter der Abteilung Bioprozesstechnik und Biosysteme am Institut für Funktionelle Grenzflächen des KIT. „Damit können wir einen Beitrag für eine nachhaltige, kreislauforientierte Chemieindustrie leisten.” Das Team will die Technologie nun weiterentwickeln, so dass Unternehmen sie nutzen oder Ausgründungen sie umsetzen können.

Mehr zum Thema

Nachgefragt

The Green Deal Show

Bei The Green Deal Show pitchen grüne Startups um Reichweite statt Geld. Mehr zur Creator-Investmentshow und den Impact-Startups erklärt Mitgestalter Leon Reiner vom Impact Hub im Interview.

Leon Reiner ist Co-Gründer des Impact Hub Berlin sowie von SEND. Als erfahrener Advisor begleitet er seit vielen Jahren Startups, die mit nachhaltigen Geschäftsmodellen gesellschaftliche Probleme lösen.

Leon Reiner, Co-Gründer des Impact Hub Berlin sowie von SEND

Kühlen ohne Stromverbrauch

Neben PEReCO₂ zeichnete das KIT beim Innovationswettbewerb NEULAND zwei weitere Projekte aus. Der zweite Platz ging an Universe Refrigerator, der dritte Platz an GreenGen-OME.

Universe Refrigerator ist ein Kühlsystem, das ohne Strom auskommt. Das Team um Dr. Gan Huang und Haiying Cheng vom Institut für Mikrostrukturtechnik des KIT nutzt das Prinzip der Strahlungskühlung: Ein spezielles Material gibt Wärme an den Himmel ab und sorgt so für Kühlung – selbst bei Sonneneinstrahlung. Das modulare System eignet sich besonders für Anwendungen ohne stabile Stromversorgung, etwa zur Lagerung von Lebensmitteln.

Neue Verfahren für nachhaltige Alltagschemikalien

Das Projekt GreenGen-OME entwickelt Verfahren zur Herstellung umweltfreundlicherer chemischer Stoffe, zum Beispiel für Kunststoffe, Kraftstoffe oder Lösungsmittel. Das Team um Professor Jörg Sauer vom Institut für Katalyseforschung und -technologie des KIT nutzt gezielt chemische Reaktionen, um die Eigenschaften der Stoffe an unterschiedliche industrielle Anforderungen anzupassen. Aktuell arbeitet das Team daran, das Verfahren vom Labor- in einen größeren Maßstab zu übertragen.

Mehr zum Thema

Julia Blatt, Verwaltung und Finanzen und Heinrich Blatt, Geschäftsführer der Up-Cell GmbH (Bilder: Up-Cell/Bilder generiert mit KI)
BEE-Startup-Pitch 2026

Digitale Lösungen für die Energiewende – Up-Cell

In diesem Jahr werden beim Startup-Pitch auf dem BEE-Sommerfest digitale Lösungen für die Energiewende gesucht. Das Startup Up-Cell hat einen nachhaltigen Energiespeicher aus geupcycelten Li-Ion-Zellen entwickelt. Der Beipackzettel zum Pitch.

Effizientere Herstellung für Batterien der Zukunft

Den Technologietransferpreis erhielt das Projekt EXINOS2. Das Team von Stefan Gartzke, Sebastian Schabel und Professor Jürgen Fleischer vom wbk Institut für Produktionstechnik des KIT entwickelte einen neuen, kontinuierlichen Prozess zur Herstellung von Batterien, wie sie etwa in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden. Das kann die Produktion schneller, flexibler und effizienter machen.

Mehr zum Thema

Zwei Hände halten ein Seil aus Hanffasern
Borderstep Institut Report

Green Startups bergen enormes Klimaschutzpotenzial

Im Vergleich zu konventionellen Alternativen verursachen Lösungen grüner Startups laut Borderstep Institut beim Produktlebensweg über 70 Prozent geringere Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase. 208 Förderanträge in 2025 bedeuten ein Allzeithoch.

Über den Innovationswettbewerb NEULAND

Mit dem NEULAND Innovationswettbewerb unterstützt das KIT jedes Jahr Ideen mit Potenzial für die Praxis. Forschende und Promovierende können ihre Projekte einreichen und erhalten neben Preisgeldern von insgesamt 10.000 Euro Unterstützung auf dem Weg in Wirtschaft und Gesellschaft.

Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

max 2.000 Zeichen