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Fakten über Dioxine

Auch Eier können mit Dioxin belastet sein. (Bild: © Tim Reckmann/ pixelio.de)
Auch Eier können mit Dioxin belastet sein. (Bild: © Tim Reckmann/ pixelio.de)

Von Dioxin-Skandalen hört man immer wieder, doch meist weiß man dennoch wenig über diese Substanzen. Was sind Dioxine, wie entstehen sie, wo kommen sie vor – und wie wirken sie im menschlichen Körper? Wir geben Ihnen ein paar grundlegende Informationen.

11.09.2015 – Dioxinverseuchte Lebensmittel – diese Schlagzeilen rasen immer wieder durch die Medien. Doch was genau sind Dioxine, woher kommen sie und wie gefährlich sind sie wirklich? Zunächst die gute Nachricht: Die Belastung von Lebensmitteln mit Dioxinen ist seit Ende der 80er Jahre deutlich zurückgegangen. Dennoch ist Vorsicht geboten. Die verschiedenen Substanzen sind unterschiedlich stark gesundheitsgefährdend, und einige der Stoffe sind äußerst giftig. Tierversuche haben gezeigt, dass sie Missbildungen und Krebs auslösen sowie das Nerven- und Immunsystem schädigen können.

Insbesondere tierische Produkte können Dioxine enthalten. Die Substanzen befinden sich überall in der Umwelt und sind mit einer Halbwertszeit von mehreren Jahrzehnten langlebig. Tiere nehmen sie über die Nahrungskette auf. Dioxine liegen immer als Gemische von Einzelverbindungen (Kongenere) mit unterschiedlicher Zusammensetzung vor. Das toxischste Dioxin ist das 2,3,7,8 Tetrachlor-Dibenzo-p-Dioxin (2,3,7,8 TCDD), das auch wegen eines Chemieunfalls in Seveso im Juli 1976 als „Seveso-Gift″ bezeichnet wird. Es handelt sich um persistente organische Schadstoffe, also organische Chemikalien, die sich in den Geweben von Menschen, Tieren und Pflanzen anreichern und weiträumig transportiert werden können.

Dioxine entstehen bei allen Verbrennungsprozessen in Anwesenheit von Chlor und organischem Kohlenstoff unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel bei hohen Temperaturen von 300°Grad Celsius und mehr. Dementsprechend können sie beispielsweise bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen entstehen. Man fand Dioxine auch in etwa 200 Millionen Jahre alten Kaolinitböden. Zudem werden bei allen chemischen Produktionsverfahren, in denen Chlor verwendet wird, Dioxine gebildet. Auch über Abfallverbrennungsanlagen oder bei der Metallgewinnung gelangen sie in die Umwelt – strenge Grenzwerte und verbesserte Techniken haben hier jedoch inzwischen zu deutlichen Reduzierungen geführt.

Dioxine sind kaum in Gemüse zu finden, haften allerdings durch Bodenpartikel außen am Gemüse oder Gras. Deswegen ist es ratsam, Nahrungsmittel vor dem Verzehr gut zu waschen. Im Menschen werden Dioxine lange Zeit im Fett gespeichert und können sich so dort anreichern. Sie reichern sich auch im Fett von Fischen, Säugetieren und Vögeln an, die später möglicherweise auf dem Teller landen. Nahezu zwei Drittel der Dioxin-Aufnahmen in den menschlichen Körper erfolgen über Fleisch und Milchprodukte. Über die Plazenta und über Muttermilch können die Substanzen auch in Babys gelangen. rr


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