Global Water Monitor Report 2025: Globales Wassersystem zunehmend unter Stress

Der Klimawandel verändert den globalen Wasserkreislauf. Schnelle Wechsel zwischen Nässe und Trockenheit nehmen zu, ebenso Extremniederschläge. Das hat weitreichende Folgen für Landwirtschaft, Ökosysteme und Infrastruktur.
21.01.2026 – Die vergangenen drei Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Das hat weitreichende Folgen für den globalen Wasserkreislauf. Nicht nur Extremwetter nehmen zu, das instabilere Wettersystem erzeugt auch einen Climate Whiplash. Extreme Niederschläge und extreme Trockenheit wechseln sich immer schneller ab, mit teils verheerenden Auswirkungen für Ökosysteme, Landwirtschaft, Infrastruktur und die menschliche Gesundheit.
Einen Überblick über die globale Wassersituation und Trends im globalen Wasserkreislauf liefert der Jahresbericht des Global Water Monitor, der frei zugängliche, globale Informationen zu Klima- und Wasserressourcen bereitstellt. Der Bericht wird von einem internationalen Konsortium erstellt, geleitet von Professor Albert van Dijk von der Australian National University (ANU).
Hydrologische Trends 2025
Der Klimawandel verändert die Wege des Wassers, zwischen Atmosphäre, Land und Meeren, wie es ausgetauscht und gespeichert wird. So war der Niederschlag im Jahr 2025 zwar durchschnittlich, eine steigende Anzahl extrem trockener Monate bestätigen jedoch einen sich seit Jahren abzeichnenden Trend zur Trockenheit. Gleichzeitig werden Niederschlagsrekorde immer häufiger gebrochen.
2025 war das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Extrem warme Monate traten 3,5-Mal häufiger auf und Mindesttemperaturen stiegen an. Auch die Zahl der Frosttage sind rückläufig.
Die Luftfeuchtigkeit über Land ging weiter zurück. Monate mit extrem niedriger Luftfeuchtigkeit traten dabei doppelt so häufig auf wie im Referenzzeitraum. Besonders niedrig lag die Luftfeuchtigkeit in Westasien und in Teilen Afrikas.
Böden zeigen erhebliche regionale Unterschiede. Die Bodenfeuchte in Europa und Sibirien war deutlich reduziert, das Gegenteil fand sich in Teilen Asiens und Südamerikas. Die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern, nimmt global gesehen immer weiter ab. Besonders deutlich zeigte sich dies 2025 in Südeuropa und Teilen Südamerikas. Die Böden in West- und Ostafrika speicherten 2025 – entgegen dem Trend – mehr Wasser ein.
Climate Whiplash
Die hydrologischen Veränderungen haben weitreichende Konsequenzen für die menschliche Gesundheit, Öko- und landwirtschaftliche Systeme. Die Abnahme der Feuchte und Speicherfähigkeit des Bodens bedeutet etwa, dass Böden immer öfter innerhalb von Tagen bis Wochen statt allmählich über Monate austrocknen. Dies fördert das Auftreten von sogenannten Flash Droughts, plötzlich eintretenden Dürren.
Als Climate Whiplash wird im Bericht die klimawandelbedingte Verstärkung von Wetterextremen und Naturkatastrophen bezeichnet. Das instabile Wetter fördert einen schnellen Wechsel zwischen sehr nassen und sehr trockenen Bedingungen in derselben Region. Auf einen nassen Frühling folgten im vergangenen Jahr etwa in Spanien und Portugal innerhalb weniger Monate Dürren mit schweren Waldbränden. Wasserbezogene Wetterextreme breiten sich zudem zunehmend in bisher davon wenig berührte Gebiete aus. Ein äquatorialer Zyklon erwischte beispielsweise Indonesien und innerhalb von vier Monaten gab es sechs Gletscherseeausbruchsfluten im Hindu-Kusch-Himalaya.
Für 2026 wird vor möglichen Dürren im Mittelmeerraum, am Horn von Afrika, in Brasilien und Zentralasien gewarnt, sowie vor einem erhöhten Risiko für Überschwemmungen und Erdrutsche in der Sahelzone, im südlichen Afrika, im Norden Australiens und in weiten Teilen Asiens. Der fortschreitende globale Temperaturanstieg erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit für Hitzewellen, Busch- und Waldbrände, intensive Stürme sowie Sturzfluten und Dürren weltweit.
Wasserkatastrophen
Weltweit kamen im Jahr 2025 infolge wasserbezogener Naturereignisse nahezu 5.000 Menschen ums Leben. Rund 8 Millionen Personen wurden vertrieben und wirtschaftliche Schäden beliefen sich auf mehr als 360 Milliarden US-Dollar. Experten schätzen, das tatsächliche Ausmaß dürfte noch höher liegen, da bei weitem nicht alle Ereignisse erfasst werden.
Die Schäden entstanden durch Extremwetterereignisse wie tropische Wirbelstürme, Überschwemmungen, Hitzewellen, Dürren und Waldbrände. Die Autoren des Berichts bezeichnen es als auffällig, dass mehrere dieser Extremereignisse innerhalb kurzer Zeiträume dieselben Regionen trafen.
In vielen Regionen verstärkte eine Überlastung kritischer Infrastrukturen wie Wasserversorgung, Energiesysteme und Hochwasserschutz, die nicht auf extreme Klimabedingungen ausgelegt waren, die Folgen der Katastrophen. jb





















































