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Leben auf Ressourcen-Pump

Planet Erde von oben – schön anzusehen, doch auch der immer weiter zunehmende Flugverkehr trägt einen enormen Teil zum Klimawandel bei. (Foto: nicAL)
Planet Erde von oben – schön anzusehen, doch auch der immer weiter zunehmende Flugverkehr trägt einen enormen Teil zum Klimawandel bei. (Foto: nicAL)

Heute ist Earth Overshoot Day – der Tag, an dem alle natürlichen Ressourcen verbraucht sind, die von der Erde innerhalb eines Jahres regeneriert werden können. Jährlich rückt das Datum vor – Umweltorganisationen raten dringend zum Ressourcenschutz.

02.08.2017 – Sind Sie heute mit dem Auto unterwegs, wollen Fleisch und Gemüse im Supermarkt einkaufen oder noch ein Schnäppchen im Internet bestellen? Stopp! Bis zum Ende des Jahres sollten Sie zu Fuß zur Arbeit gehen, auf Fleisch verzichten und Gemüse im eigenen Garten ernten. Denn der globale Erdüberlastungstag oder Earth Overshoot Day rückt jährlich einige Tage nach vorn, die Überlastung nimmt also zu.

Im Jahr 2000 fiel der Erdüberlastungstag noch auf den 23. September, stellt die NGO Germanwatch in ihrem aktuellen Bericht fest, im vergangenen Jahr war es der 8. August, in diesem Jahr ist die Erde am 2. August im ökologischen Defizit. Umweltorganisationen rufen daher heute die Bundesregierung auf, sich für greifbare Maßnahmen zur Senkung des Ressourcenverbrauchs einzusetzen.

Planet am Tropf

„Die Erde ist kein Online-Shop mit scheinbar unbegrenztem Angebot sagt Christoph Röttgers von der Naturschutzjugend. „Jetzt ist der Laden leer. Alles, was wir ab heute verbrauchen, ist Diebstahl an künftigen Generationen.“ Es sei vor allem die Aufgabe der Politik, das zu verhindern. „Die künftige Bundesregierung sollte verbindliche und messbare Ziele zur Reduktion des absoluten Ressourcenverbrauchs festschreiben und dann für die konsequente Umsetzung sorgen - insbesondere auch gegenüber Unternehmen“, rät Johanna Kusch von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Die CO2-Emissionen in Deutschland müssten nach Jahren der Stagnation endlich wieder sinken.

Um den weltweiten Bedarf an natürlichen Ressourcen wie Wälder, Ackerland und Fischgründe zu decken, bräuchte die Weltbevölkerung rechnerisch 1,7 Erden. Würden alle Länder der Welt so wirtschaften wie Deutschland, wären laut Bericht 3,2 Planeten nötig. In Deutschland tragen die CO2-Emissionen aus Verkehr und der Kohlekraft sowie der Verbrauch von Ackerland und Waldflächen am meisten zum riesigen ökologischen Fußabdruck bei.

Problematisch in Deutschland sei die rückwärtsgewandte Politik einzelner Industriesparten, beklagt der WWF. Besonders krass zeigt sich das gerade in der Dieselaffäre der deutschen Autoindustrie, die nicht konsequent auf eine nachhaltige Mobilität hinarbeite und nur den kurzfristigen Profit über die Gesundheit von Mensch und Natur stelle. Dringend müsse auch die Landwirtschaft nachhaltiger ausgerichtet werden; bis 2021 sollten, so das WWF-Ziel, auf mindestens 20 Prozent der deutschen Agrar-Fläche Ökolandbau betrieben werden, Landwirtschaftssubventionen müssten an Umweltkriterien geknüpft werden. Auch das Konsumverhalten der Verbraucher müsste sich grundlegend ändern, Lebensmittelverschwendung und Müllproduktion eingegrenzt werden.

Deutschland muss den Kohleausstieg schaffen

Ganz oben auf der To-do-Liste stehen die Energiewende und der Kohleausstieg. „Seit über dreißig Jahren nehmen wir der Erde mehr weg, als sie uns bereitstellen kann“, warnt WWF-Vorstand Eberhard Brandes. „Diese dauerhafte Übernutzung hat unseren Planeten auf die Intensivstation gebracht. Die Ökosysteme, die uns mit Wasser, Nahrung oder Energie versorgen, kollabieren.“ Man müsse den Weg zurückfinden, in den natürlichen Grenzen unseres Planeten zu leben und zu wirtschaften. „Das ist die größte Herausforderung unserer Zeit“, so Brandes, „wir brauchen eine neue Definition von Wohlstand und Erfolg, die die Gesundheit von Menschen, der Gesellschaft und der Umwelt einbezieht.“ na

Hintergrund zum Global Footprint Network 


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Kommentare

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Eitel Heck 10.08.2017, 10:28:36

+241 Gut Antworten

Der Ausstieg aus den Kohlekraftwerken zur Realisierung der Klimawende ist nur zu schaffen, wenn

-die Schwachstellen der Energiewende mit dem Schwerpunkt der fluktuierenden Stromproduktion von Windkraftanlagen und Photovoltaik inhaltlich entsprechend dem Niveau eines hochentwickelten Industriestandortes bewertet und

Schlussfolgerungen zur Einbeziehung von klimafreundlichen Alternativen zur fluktuierenden Wind- und Sonnenstromproduktion gezogen werden.

Aus meiner Sicht ist Deutschland nicht der weltweite Vorreiter einer klimafreundlichen, effizienten Energiewende.

Andere Industieländer, wie beispielsweise China, gehen neben der fluktuierenden Stomerzeugung durch Windkraft und Photovoltaik auch andere Wege der klimafreundlichen Stromerzeugung wie

-Entwicklung inhärend sicherer Kernreaktoren der 4. Generation, die die Stromerzeugung mit Prozesschemie koppeln können und gegenwärtigen Atommüll zur Stromerzeugung nutzen können, der ansonsten komplett in geologischen Endlagern entsorgt werden muss.

-Bau bzw. Planung EEG mit kontinuierlicher Stromerzeugung,

.Gezeitenkraftwerke,

-Solarthermiekraftwerke,

-Wasserkraftwerke,

-Geothermiekraftwerke,


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