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Naturschutz lohnt sich auch ökonomisch

Schön und ökonomisch sinnvoll: Uferzone der Lippe, Naturschutzgebiet Lippeaue, Lünen / Höhe Brücke Zwolle Allee / Im Mersche, Gebietskennung UN-054. (Foto: © Stefan Thiesen / Wikimedia Commons CC BY-SA)
Schön und ökonomisch sinnvoll: Uferzone der Lippe, Naturschutzgebiet Lippeaue, Lünen / Höhe Brücke Zwolle Allee / Im Mersche, Gebietskennung UN-054. (Foto: Stefan Thiesen, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Wie sich Investitionen in Naturkapital lohnen, zeigt die neue TEEB- Studie mit dem Ziel, in der Agrarpolitik ökologische Wege zu beschreiten – denn die ökonomischen Leistungen der Natur werden in ihrer Bedeutung für die Gesellschaft unterschätzt.

21.01.2016 – Welchen Beitrag leistet die Natur für die nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume und vor allem: Wie kann die Multifunktionalität dieser Räume erhalten und gefördert werden? Die aktuelle TEEB-Studie des Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung bemisst nun das Naturkapital Deutschlands auf dem Land und rät zu einer alternativen Agrarpolitik. Gemeinsam mit der EU-Kommission wurde im Rahmen der deutschen G8-Präsidentschaft bereits im Jahr 2007 die internationale Studie über Die Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität (TEEB) initiiert.

Wo aber sind die richtigen Hebel für eine neue europäische und deutsche Agrarpolitik, wie ist das ökonomisch machbar? Hier setzt der Naturkapital-Bericht an. Aus der ökonomischen Perspektive werden Potenziale und Leistungen der Natur sichtbar und können damit besser in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Der Bericht benennt dazu konkrete Beispiele mit Fakten und Zahlen. So vermindern etwa die derzeitigen Naturschutzmaßnahmen in Auen, Mooren und in der Agrarlandschaft den Eintrag von Schadstoffen in die Gewässer und ersparen uns damit Kosten für die Reinhaltung des Wassers in Höhe von rund 230 Mio. Euro jährlich. Wiesen und Weiden sollten so weit wie möglich erhalten bleiben, denn sie sind nicht nur gut für die Artenvielfalt, den Klima- und Gewässerschutz sowie die Vermeidung von Erosion. Der Umbruch dieses Grünlands in Ackerland verursacht erhebliche gesellschaftliche Folgekosten und zwar zwischen 440 Euro und 3.000 Euro pro Hektar und Jahr, schätzen die Wissenschaftler. Ähnliches gilt für Gewässerrandstreifen: Diese nicht landwirtschaftlich zu nutzen, sondern der Natur zu überlassen, sei gesellschaftlich gesehen eine lohnende Investition – denn allein der Nutzen für die Wasserqualität in Bächen und Flüssen, für Meeresschutz, Fischfang und die biologische Vielfalt ist laut Studie fast doppelt so groß wie die aufgewendeten Kosten.

Alles schön und gut; diese Erkenntnisse sind ja nun nicht ganz neu doch wirkungsvoller wenn sie in Zahlen ausgedrückt und bemessen werden. Jetzt liegt es an der Politik darauf angemessen zu reagieren. Die Autoren der Studie sprechen sich daher explizit dafür aus, Zahlungen der Agrarpolitik dementsprechend gezielter an gesellschaftliche Leistungen zu knüpfen: mit einer konsequenten Umschichtung der Subventionen hin zu einer zielorientierten Honorierung ökologischer Leistungen.


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