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Neue Studie: AKW-Arbeiter haben öfter Krebs

Im havarierten Kernreaktor Fukushima Daiichi wurden viele Arbeiter während des Unfalls und im Anschluss im Zuge der Aufräumarbeiten stark verstrahlt. (Foto: Felix König / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gundremm
Im havarierten Kernreaktor Fukushima Daiichi wurden viele Arbeiter während des Unfalls und im Anschluss im Zuge der Aufräumarbeiten stark verstrahlt. (Foto: Felix König / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gundremmingen_Nuclear_Power_Plant.jpg)

Das Arbeiten in einem Atomkraftwerk ist lebensgefährlich, die Strahlung verursacht ein starkes Krebsrisiko und führt oft zu Todesfällen durch Leukämie. Dies hat nun erstmals eine große internationale Langzeitstudie mit 300.000 AKW-Arbeitern ergeben.

30.07.2015 – Wie das renommierte medizinische Fachmagazin The Lancet Haematology berichtet, wurde die Studie mit dem Titel International Nuclear Workers Study (Inworks) unter der Leitung des französischen Instituts für Strahlenschutz und Reaktorsicherheit IRSN durchgeführt. Mediziner untersichten dafür in der Langzeitstudie die Strahlenexpositionen und Erkrankungen von über 300.000 Mitarbeitern von Atomunternehmen in den USA, Großbritannien, Japan und Frankreich.

Da alle Arbeiter in solchen Einrichtungen immer persönliche Dosimeter tragen müssen, sind die genauen Strahlenbelastungen der einzelnen Personen bekannt und waren für die Wissenschaftler von enormer Bedeutung. Die Strahlenbelastung der AKW-Arbeiter lag im Durchschnitt etwa 1,1 Millisievert pro Jahr höher als die normaler Menschen, die nur der natürlichen Hintergrundstrahlung auf der Erde von 2 bis 3 Millisievert ausgesetzt sind.

531 AKW-Mitarbeiter an Leukämie gestorben

Auch wenn die Unterschiede nicht groß erscheinen, sind die Auswirkungen deutlich erkennbar. Auch niedrige aber dafür lange währende Strahlenbelastung könne mit starker Wahrscheinlichkeit Leukämie verursachen, so die Wissenschaftler. Andere Strahlenkrankheiten wie Lymphome und multiple Myelome, eine Krebserkrankung des Knochenmarks, waren unter den 300.000 Arbeitern ebenfalls weiter verbreitet als in der Durchschnittsbevölkerung. 531 AKW-Arbeiter starben an Leukämie.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass eine doppelte Strahlenbelastung ein doppeltes Risiko insbesondere für Leukämie ergibt. Einen Schwellenwert ab dem Strahlung nicht gefährlich ist, gibt es nicht. Durch die Belastung verändern sich Moleküle und das Erbgut im menschlichen Körper. cw


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