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Vom Abwasser zur RessourceNeue Wege für eine effiziente Wassernutzung

Blick von oben auf eine Fläche mit grünen Pflanzen, weiße Wasserbehälter und Rohre
Modularer Container-Bodenfilter mit Rohrleitungssystem, Filtermedium und Schilfbepflanzung zur dezentralen Wasseraufbereitung. (Foto: J. Rettig, JULIAN RETTIG | FOTOGRAFIE)

Im EU-Projekt Decire-Water entwickeln Forschende dezentrale Technologien zur Wasseraufbereitung und Wiederverwendung. Die Systeme bieten Lösungen für Wohnungen und Wohnblöcke als auch für ganze Stadtgebiete.

28.07.2026 – Klimakrise, demografischer Wandel und steigende Anforderungen an die Wasser- und Abwasserinfrastruktur stellen viele Regionen in Europa und weltweit vor große Herausforderungen Die Wiederverwendung von Wasser gewinnt angesichts zunehmender Wasserknappheit und steigender Klimarisiken an Bedeutung. Im europäischen Forschungsprojekt DECIRE-WATER (Decentralized Solutions for a Circular and Efficient Water Management – from Demonstration to the Market) entwickeln derzeit internationale Partner unter Federführung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) innovative dezentrale Lösungen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft.

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Nach einem Jahr Entwicklungsphase haben die Beteiligten mehrere Demonstrationsanlagen in Betrieb genommen. Dort testen sie die Technologien nun unter realen Bedingungen, um sie weiterzuentwickeln. Diese sollen nicht nur die Wiederverwendung von Wasser effizienter und wirtschaftlicher machen, sondern auch die Rückgewinnung wertvoller Ressourcen wie etwa der Pflanzennährstoffe Stickstoff und Phosphor ermöglichen. Die Systeme lassen sich sowohl eigenständig als auch ergänzend zu bestehenden zentralen Infrastrukturen einsetzen. Sie bieten damit Lösungen für Wohnungen und Wohnblöcke ebenso wie für ganze Stadtgebiete, berichten die Forschenden.

Im Fokus stehen dabei naturbasierte Lösungen wie bepflanzte Bodenfilter. In den mit Sand oder Kies gefüllten und mit Schilf oder anderen Pflanzen bewachsenen Becken bauen Mikroorganismen Schadstoffe ab und reinigen so das Abwasser. „Unser Ziel ist es, die Vorteile naturbasierter Verfahren mit technischen Lösungen zu kombinieren und die Wasseraufbereitung gezielt an unterschiedliche Anforderungen anzupassen“, sagt Verena Höckele, Abteilungsleiterin Wassertechnologie beim Projektträger Karlsruhe am KIT.

Je nach Verschmutzungsgrad des Abwassers kommen ergänzend technische Verfahren wie Membranbioreaktoren zur biologischen Reinigung oder UV-Anlagen zur Keimreduzierung zum Einsatz. Digitale Technologien überwachen den Betrieb kontinuierlich, erkennen Risiken frühzeitig und unterstützen eine sichere und effiziente Abwasserbehandlung.

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So sollen die Technologien in den kommenden zwei Projektjahren kontinuierlich weiterentwickelt und ihre praktische Anwendung vorangebracht werden. Die ersten Ergebnisse lassen erwarten, so das Forscherteam, dass die Technologien eine zuverlässige Wiederverwendung von Wasser ermöglichen. So könnte auch an Standorten mit schwankenden Zuflüssen verlässlich sauberes Bewässerungswasser bereitgestellt werden.

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Ganzheitlicher Ansatz für die Wasserwiederverwendung

Im Projekt arbeiten Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Kommunen und weitere Partner eng zusammen. Neben der Entwicklung neuer Technologien untersuchen sie auch die wirtschaftlichen, geografischen und rechtlichen Voraussetzungen für die Wasserwiederverwendung. Lebenszyklusanalysen bewerten die ökologischen Auswirkungen der entwickelten Lösungen. Workshops fördern den Wissensaustausch und unterstützen die Akzeptanz sowie die spätere Umsetzung der Technologien. na

DECIRE-WATER wird innerhalb des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon Europe gefördert. Am Projekt sind 15 Partnerinstitutionen aus Deutschland, Griechenland, Österreich, Polen, Spanien, Südafrika und Tschechien beteiligt. Die Laufzeit beträgt drei Jahre, das Gesamtbudget beläuft sich auf fünf Millionen Euro. Weitere Informationen

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