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MeeresschutzOffshore-Windkraft meeresumweltfreundlich ausbauen

Offshore-Windanlage
Ein neuer Stiftungsfond soll naturverträgliche marine Infrastruktur in Nord- und Ostsee fördern  (Bild: Jonny Gios / Unsplash+ Lizenz).

Die Meere werden immer intensiver genutzt und verschmutzt. Dabei geraten kritische Ökosysteme zunehmend unter Druck. Ein neuer Stiftungsfond soll naturverträgliche marine Infrastruktur in Nord- und Ostsee fördern.

17.07.2025 – In den Meeren wird nicht nur die Hälfte des weltweiten Sauerstoffs produziert, sie dienen auch als wichtige CO2-Senken. Die zunehmende wirtschaftliche Nutzung setzt den maritimen Ökosystemen jedoch immer mehr zu. Daten- und Energiekabel, Rohrleitungen, Schiffsverkehr, Rohstoffabbau von Öl, Gas, Sand und Kies, und auch der Bau von Offshore-Windenergieanlagen greifen in die marinen Ökosysteme ein. Lärm, Verschmutzung und Überfischung sind nur einige der Folgen.

Naturverträgliche marine Infrastruktur in Nord- und Ostsee fördern

„Ohne intakte Meere ist ein Kampf gegen die Klimakrise nicht möglich“, bestätigt Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) auf der Jahrespressekonferenz. Die DBU hat einen neuen Meeresnaturschutzfonds aufgesetzt, der den Konflikt zwischen wirtschaftlicher Nutzung und Schutz der Meere adressiert. Ziel ist, die Meeresumwelt wiederherzustellen bzw. zu bewahren, und Schäden bei der wirtschaftlichen Nutzung der Meere zu minimieren. Ein Fokus liegt deshalb auf Innovationen und nachhaltiger Technik für ökologischeren Ausbau der Offshore-Windkraft und der maritimen Infrastruktur.

„Das umfasst den ganzen Bereich maritimer Technologie, reicht von Schallminderung über Antriebe der Schifffahrt bis hin zu innovativen Verlegetechniken etwa für Rohrleitungen, Daten- und Energiekabel“, erklärt Bonde. Mit einer jährlichen Förderung von um die zehn Millionen Euro fördert die DBU neben Projekten auch Promotionsstipendien und Unterstützung für Startups. Die Mittel stammen aus einer Zustiftung in Höhe von 400 Millionen Euro, die das Bundesumweltministerium Ende 2024 getätigt hatte. Die Gelder stammen wiederum aus Ausgleichszahlungen für Lizenzen zum Bau von Offshore-Windenergieanlagen.

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Um die Leistung der Windenergie-Erzeugung auf See zu erhöhen, hat die DBU ein Projekt der FH Kiel zur aerodynamischen Optimierung von Rotorblättern gefördert. Die Ergebnisse ihrer Forschung hat das Team frei zugänglich im Internet veröffentlicht.

Offshore-Windenergie ist für Klimaneutralität essenziell

Um die deutschen Klimaziele zu erreichen, insbesondere Klimaneutralität bis 2045, spielt Offshore-Windenergie eine zentrale Rolle. Derzeit gibt es 1639 Offshore-Anlagen mit rund 9 Gigawatt (GW) installierter Leistung in deutschen Gewässern. Bis 2045 werden voraussichtlich mindestens 70–75 GW Offshore-Windleistung benötigt, die etwa 220 Terawattstunden Strom erzeugen sollen.

Die aktuellen Ziele der Bundesregierung sehen vor, dass Offshore-Windenergieanlagen bis 2030 30 GW und bis 2035 40 GW einspeisen. Um die Ziele zu erreichen, muss die Ausbaugeschwindigkeit sich nahezu verfünffachen.

Um den Ausbau zu beschleunigen, soll mit der EU-Richtlinie RED III unter anderem in Beschleunigungs- und Infrastrukturgebieten Umweltverträglichkeitsprüfungen und artenschutzrechtliche Prüfungen durch ein vereinfachtes Screening ersetzt werden. Umweltorganisationen wie der NABU warnen deshalb vor Konflikten mit Umweltschutzzielen. Der Meeresnaturschutzfonds könnte dazu beitragen, Umweltschutz und wirtschaftliche Nutzung besser miteinander zu vereinen. jb

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