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Open-Source-Weltkarte der Stromnetze für die Energiewende

Punkt 63084505 auf der OpenGridMap, Solaranlage auf dem Garchinger Campus der TU München, Fakultät Informatik , Aufnahmezeitpunkt: 08.11.2016, Foto: TUM Mitarbeiter. (Bildnachweis: © OpenGridMap / TUM )
Punkt 63084505 auf der OpenGridMap, Solaranlage auf dem Garchinger Campus der TU München, Fakultät Informatik , Aufnahmezeitpunkt: 08.11.2016, Foto: TUM Mitarbeiter. (Bildnachweis: © OpenGridMap / TUM )

Um die optimale Nutzung Erneuerbarer Energien zu sichern muss man wissen, wo und wann der Strom durch die Netze fließt. Per Crowdsourcing sammeln Forscher der TU München jetzt Daten, die später über eine Open Source Plattform genutzt werden können.

08.12.2016 - Der Ausbau der Erneuerbaren Energien schreitet weltweit voran. Doch wird der erzeugte Strom schon optimal genutzt? Die Antwort auf diese Frage ist für eine gelungene Energiewende essentiell, sagten sich die Forscher der TU München, und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Doch um planen zu können, muss man die Infrastruktur sehr genau kennen. Die OpenGridMap soll daher ein für jedermann zugängliches neues Planungstool für die Energiewende werden.

Hunderte Freiwillige sind bereits unterwegs um relevante Daten zu sammeln. Ausgerüstet mit der OpenGridMap-App auf ihren Smartphones durchstreifen sie weltweit Städte und Dörfer. „Was uns interessiert, ist die elektrische Infrastruktur“, erläutert Jose Rivera, Leiter des Projekts OpenGridMap die aufwändige Vorgehensweise, „also Hochspannungs- und Niederspannungsleitungen, Trafohäuschen, Umspannungseinrichtungen, Windräder und Solaranlagen.“.

Ziel: Eine Weltkarte der Stromnetze für eine globale Energiewende

„Man kann einen Umbau der Energie-Versorgung nur dann planen, wenn man genau weiß, wo Leitungen liegen, an welchen Stellen der Strom aus den Hochspannungsleitungen transformiert und in die Niederspannungsnetze eingespeist wird“, sagt Prof. Hans-Arno Jacobsen, Leiter des Lehrstuhls für Energieinformatik und Middleware an der TU München. Auf dieser Basis ließe sich dann simulieren, wie sich die Einspeisung regenerativer Energien auf das Gesamtnetz auswirkt, wo Engpässe oder Überkapazitäten entstehen und wo Speicher gebaut werden könnten. Dafür fehle bislang jedoch eine solide Datenbasis.

Use the Crowd

Die Nutzer der App übermitteln deshalb nun Fotos und Standortdaten an den Server in der Informatik-Fakultät der TU München. Dort werden die Informationen analysiert, ausgewertet und am Ende in das Open Source Landkartensystem OpenStreetMap hochgeladen.

Um das Vorhaben bezahlbar zu machen kamen die Forscher auf die kostengünstige Alternative des Crowdsourcing. In der bereits bestehenden Wiki-Weltkarte OpenStreetMap befinden sich bereits einige Informationen zu den Stromnetzen, jedoch unvollständig und nicht verifiziert.

Die Daten aus dem nun laufenden Projekt sollen Ingenieuren und Wissenschaftlern in naher Zukunft auf der ganzen Welt zur Verfügung stehen. „Mögliche Anwendungen für die OpenGridMap gibt es viele“, so Jacobsen. Man könnte bspw. untersuchen ob es möglich wäre, ein Bundesland wie Bayern energieautark zu machen. Und es wäre es ein hilfreiches Tool, um die Energie-Infrastruktur in Schwellen- und Entwicklungsländern zu verbessern. na

Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte: Literatur zum Thema 


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