NABU-Studie zur GAPSteuergelder für Klima- und Umweltschutz statt für höhere Pachtpreise

Heuballen
Die GAP-Direktzahlungen tragen weniger zur Ernährungssicherheit bei als oft behauptet (Bild: Getty Images / Unsplash+ Lizenz)

EU-Agrarsubventionen treiben Pachtpreise in die Höhe, statt Höfe und Ernährung abzusichern. Umweltverbände verlangen einen Kurswechsel für die Förderperiode ab 2028: Geld sollte es für gesellschaftliche Leistungen wie Klima- und Umweltschutz geben.

24.08.2026 – Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) soll die Ernährungssicherheit Europas sicherstellen und die EU unabhängig von Importen für Grundnahrungsmittel machen. Tatsächlich scheint die GAP deutlich weniger dazu beizutragen als allgemein angenommen.

So ist die Nahrungsmittelversorgung in Europa auch ohne die Flächenprämien der Gemeinsamen Agrarpolitik gesichert, zeigt eine Studie des NABU zu den Agrarsubventionen. Der NABU fordert, die GAP-Zahlungen konsequent an Ökoleistungen zu koppeln.

Ernährungssicherheit EU-weit auch ohne Subventionen gesichert

Für die Studie simulierten Forschende mit Hilfe des agrarökonomischen Modells CAPRI die Auswirkungen verschiedener GAP-Reformen ab 2028 auf Produktion, Selbstversorgung und Flächennutzung in Deutschland und der EU.

Bei einem vollständigen Wegfall der GAP-Zahlungen sei zwar mit Produktionsrückgängen zu rechnen, doch die EU-weite Ernährungssicherheit für Getreide, Fleisch, Obst und Gemüse bleibt gesichert. Der Rückgang bewegt sich zwischen maximal minus 2,8 Prozent beim Pflanzenbau und maximal minus 0,75 Prozent bei Fleisch. Die Milchproduktion bleibt nahezu unverändert und der Selbstversorgungsgrad bei Weizen sinkt zwar leicht von 134 Prozent auf 129 Prozent, liegt aber weiterhin deutlich über dem Eigenbedarf.

Subventionen treiben Flächenpreise

Die Direktzahlungen haben einen deutlich stärkeren Einfluss auf Boden- und Pachtpreise als auf die Produktion. In Deutschland sind rund 60 Prozent der Agrarflächen gepachtet. Dementsprechend profitieren vor allem Flächeneigentümer von den Flächenprämien, nicht die Betriebe.

Grünland braucht finanzielle Unterstützung

Anders sieht die Situation bei Dauergrünland aus. Rund 20 Prozent des Dauergrünlands trägt nicht gezielt zur Ernährungssicherung bei. Ohne gezielte Förderung droht diesen Flächen, die oft wertvolle Lebensräume für Artenvielfalt, Klima- und Gewässerschutz bieten, die Aufgabe.

Experten fordern mehr Klima- und Umweltschutz in der GAP

Der NABU fordert nun, die GAP für die Förderperiode 2028–2034 grundlegend neu auszurichten. Die für Agrarsubventionen zur Verfügung stehenden Mittel sollen vollständig in Zahlungen für gesellschaftlich gewünschte Leistungen wie Natur- und Klimaschutz umgewidmet werden.

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Ziel ist, Ökosysteme zu stärken, Betriebe gezielt zu unterstützen und öffentliche Mittel wirksamer zu nutzen. „Die Zukunft der GAP liegt nicht in pauschalen Flächenprämien, sondern in der Honorierung gesellschaftlicher Leistungen der Landwirtschaft – sonst gehen sehr bald die Argumente aus, öffentliche Gelder weiterhin in der Landwirtschaft zu investieren“, sagt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Dies habe auch die Zukunftskommission Landwirtschaft bereits empfohlen. Es sei Zeit, die Direktzahlungen in der kommenden Förderperiode schrittweise auslaufen zu lassen und die Mittel vollständig für Natur-, Klima- und Gewässerschutz einzusetzen. „Davon profitieren Landwirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen“, so Krüger.

Deutsche und französische Klima- und Umweltverbände äußern sich bereits seit längerem besorgt über den geplanten Abbau von Naturschutz in der GAP. Konkrete Umwelt- und Klimaziele könnten künftig entfallen. Dies gefährdet nicht nur die Natur, sondern auch die langfristige Basis der Nahrungsmittelproduktion, die Gesundheit von Erzeugern und der gesamten Bevölkerung. Auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen (WBBGR) stellte in einer gemeinsamen Stellungnahme klar, dass eine intakte Natur kein Luxus ist, sondern die wirtschaftliche Existenzabsicherung für die Höfe und Ernährungssicherheit. jb

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