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Sturmtief Xavier verursacht immense Schäden

In Berlin hielten viele Bäume den kräftigen Orkanböen von Xavier nicht stand. (Foto: © Joschua Katz)
In Berlin hielten viele Bäume den kräftigen Orkanböen von Xavier nicht stand. (Foto: © Joschua Katz)

In der vergangenen Woche wütete der schwere Herbststurm Xavier über dem nördlichen und östlichen Mitteleuropa mit verheerenden Folgen. Insgesamt kamen dabei neun Menschen ums Leben. Der Klimawandel habe laut Experten aber keinen Einfluss gehabt.

10.10.2017 – Höchstwahrscheinlich hat der Klimawandel keinen Einfluss auf das schwere Sturmtief Xavier gehabt. Diese Einschätzung äußerte Klimaforscher Mojib Latif am vergangenen Freitag gegenüber dem Südwestrundfunk. Am Donnerstag war Xavier über große Teile des nördlichen sowie östlichen Mitteleuropas hinweggefegt und hatte vielerorts für Chaos gesorgt. Allein in Deutschland starben sieben Menschen, zwei weitere in Polen.

In Berlin erreichten einzelne Orkanböen dabei Windgeschwindigkeiten von über 130 Kilometer pro Stunde. Zahlreiche Bäume waren diesen gewaltigen Kräften nicht gewachsen und stürzten auf Straßen, Schienen und Autos. Für mehrere Stunden war der öffentliche Nahverkehr der gesamten Hauptstadt fast komplett lahmgelegt. Zahlreiche Pendler saßen fest und die Bahn musste in mehreren Bahnhöfen Hotelzüge einrichten.

Bahnverkehr wieder aufgenommen

Obwohl der Herbststurm ebenso schnell wieder abzog, wie er gekommen war, sind die Aufräumarbeiten der massiven Schäden auch jetzt noch längst nicht vollständig abgeschlossen. Zumindest konnten gestern in Norddeutschland die wichtigsten Bahnverbindungen des Fernverkehrs wieder freigegeben werden. Bis aber die letzten Schäden von umgekippten Bäumen und abgebrochenen Äste beseitigt sind, wird wohl noch einiges an Zeit vergehen.

Auch wenn Latif keine Anhaltspunkte dafür sieht, dass in Folge des Klimawandels derartige Wetterextreme weiter zunehmen, macht er sich trotzdem Sorgen über örtlich begrenzte und besonders heftige Gewitter oder Tornados. „Die können sich in Folge des Klimawandels durchaus häufen“, so der Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Xavier hat viel Windenergie gebracht

Zumindest hat der Herbststurm in der gesamten vergangenen Kalenderwoche auch für einen außerordentlich hohen Windenergieanteil an der Stromerzeugung in Deutschland gesorgt. Mit einem durchschnittlichen Anteil von 37,8 Prozent ließ die Windkraft sogar die Energieerzeugung aus Braunkohle und Atomkraft, die zusammen nur 35,1 Prozent erreichten, hinter sich.

Insgesamt hatten die Erneuerbaren Energien in dieser 40. Kalenderwoche einen Anteil von über 55 Prozent an der Nettoerzeugung von Kraftwerken zur Stromversorgung in Deutschland. Damit konnten selbst Wochen der letzten Jahre mit besonders hohen Anteilen der Erneuerbaren noch getoppt werden. Am vergangenen Donnerstag erreichten die Windkraftanlagen in Deutschland zwischen 13 und 14 Uhr eine realisierte Stromerzeugung von knapp 38.000 Megawattstunden (MWh). jk


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