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Offshore-Ölbohrungen

Trump greift der heimischen Ölindustrie unter die Arme

Bei der Katastrophe auf der Deepwater Horizon starben 11 Personen. Der zuständige Ölkonzern BP musste 4,5 Milliarden Dollar Strafe zahlen. (Foto: Wikimedia Commons, Public Domain)

Mit der Aufweichung von Sicherheitsregularien bei Ölbohrungen auf dem offenen Meer, schafft es die Trump-Administration wieder einmal den Umweltschutz lahm zu legen. Freuen wird dies die Ölindustrie, die in Zukunft auf stärkeres Wachstum hofft.

06.10.2018 – Am 20. April 2010 kam es auf der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko zu einem folgenschweren Blowout. Infolge eines starken Druckanstiegs traten Bohrschlamm, Gas und Öl aus einem Bohrloch. Das ausströmende Erdgas entzündete sich und fing Feuer, das sich auf die gesamte Plattform ausbreitete. Herbeigeeilte Löschboote konnten den Brand nicht stoppen. Zwei Tage nach dem Blowout sank die Deepwater Horizon. In der Folge kam es zu einer der größten Umweltkatastrophen in der Geschichte der USA. Eine Ölpest breitete sich bis an die Küste der USA und in das angrenzende Flussdelta des Mississippi aus.

Schuld an dem Unglück waren vor allem zu laxe Sicherheitsregularien. Auf die Ausarbeitung von Notfallplänen wurde oftmals verzichtet. Auch wiesen auf der Deepwater Horizon Mechanismen zur Eindämmung eines Blowouts erhebliche Mängel auf. Es fehlten regelmäßige Überprüfungen der Systeme. In der Folge brachte die Obama-Administration härtere Regularien auf den Weg, die die Plattformbetreiber dazu zwang ihre Sicherheitssysteme regelmäßig überprüfen zu lassen und auszubauen.

In Zukunft keine unabhängigen Überprüfungen mehr

Doch nun nimmt die Regierung unter Donald Trump ein „rollback“ dieser Regularien vor, wie die New York Times berichtet. So müssen in Zukunft nicht mehr unabhängige Überprüfungen der Sicherheitsmaßnahmen und -systeme auf den Ölplattformen stattfinden. Auch können die Unternehmen nun die Funktionsfähigkeit ihrer Anlagen nicht mehr an den extremsten Szenarios ausrichten. Bislang mussten die Anlagen in Tests selbst hohen Temperaturen, starken Windstärken und sehr hohem Druck von unterseeischen Ölquellen standhalten. Zu hoher Druck für die Systeme führte aber zu der Katastrophe der Deepwater Horizon.

Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Küstenbewohner und das marine Leben.Umweltschützer wie Diane Hoskins von Oceana gehen entsprechend auf die Barrikaden. „Die Rücknahmen erlauben es den Ölfirmen Selbstkontrollen vorzunehmen und Profite statt Sicherheit zu prioritisieren. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Küstenbewohner und das marine Leben“, so Hoskins gegenüber der New York Times.

Eine Finanzspritze für die Ölkonzerne?

Freude hingegen bei den Ölkonzernen. Randall Luthi von der Lobbyvereinigung National Ocean Industries Association nennt die bisherigen Regularien „unnötige Belastungen“ für die Industrie. „Wir haben neue Regeln, die keine Rücknahme von Sicherheitsaspekten darstellt, sondern stattdessen die Integration neuer technologischer Fortschritte ermöglicht“, so Luthi.

Doch aller Voraussucht nach geht es der Trump-Administration und den Ölkonzernen vor allem um den kostengünstigen Ausbau der Offshore-Ölförderung. Bereits Anfang des Jahres hatte die US-Regierung erstmals seit 3 Jahrzehnten wieder Offshore-Bohrungen vor der amerikanischen West- und Ostküste erlaubt.

Auch die neueste Rücknahme von Sicherheitsregularien könnte wie eine Finanzspritze für die US-amerikanische Ölindustrie wirken und dem Wunsch Trumps nach einer Energiedominanz der USA auf dem Weltmarkt dienen. Der mögliche Ausbau der Offshore-Ölförderung stößt jedoch nicht nur bei Umweltschutzorganisationen und Demokraten auf Kritik. Auch der republikanische Gouverneur von Florida, Rick Scott, kritisierte bereits das Vorgehen Trumps. mf


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